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Amazon Marketplace: Kleine bis mittlere Händler machen 2,1 Milliarden Euro Auslandsumsatz

Amazon Logistikzentrum in Dupont, Washington, USA.
(Foto: Jochen G. Fuchs)

Zum ersten Mal verrät Amazon, wieviel Umsatz deutsche Händler im Ausland auf dem Marktplatz erwirtschaften. Kleine bis mittlere Händler sind mittlerweile das Rückgrat des weltweiten Marktplatzes.

Amazon gibt kurz vor der Veröffentlichung der eigenen Bilanz erste Einblicke in das Jahr 2017. Für Deutschland meldet der US-Konzern erstmals Exportzahlen seiner deutschen Händler auf dem internationalen Marktplatz des Unternehmens. Kleine bis mittlere Unternehmen sollen 2,1 Milliarden Euro Umsatz im Ausland erwirtschaftet haben. Es ist davon auszugehen, dass damit Gross Margin Volume (GMV) gemeint ist, also der Handelsumsatz. Amazon spricht von Rekorderlösen.

Deutsche Amazon-Marketplace-Händler machen 2,1 Milliarden Euro Auslandsumsatz

Laut des Konzerns nutzen zehntausende deutsche kleine bis mittleren Unternehme die Plattform Amazon Marketplace. Rund 70 Prozent dieser Händler sollen ihre Produkte an Kunden auf elf nationalen Amazon-Marktplätzen in sieben Sprachen verkaufen.

Im vergangenen Jahr wurden erstmals Umsatzzahlen des deutschen Amazon-Ablegers veröffentlicht worden. So hatte der Retail-Bereich des Konzerns in Deutschland 2016 rund 14 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht. Weltweit meldete Amazon rund 91 Milliarden US-Dollar Umsatz. Der Handelsumsatz auf dem gesamten Marktplatz inklusive der Händler dürfte deutlich höher gelegen haben. Laut damaliger Schätzung hat Amazon 2017 zusätzlich weltweit 123 Milliarden US-Dollar Umsatz auf dem Marktplatz erreicht. Insgesamt könnte Amazon damit einen GMV von grob geschätzten 214 Milliarden US-Dollar erreicht haben. Die Zahlen für 2017 werden bis Mitte des Monats erwartet.

Kleine bis mittlere Händler sind das Rückgrat Amazons

Amazon lässt auch Händler zu Wort kommen und zitiert zwei ausgewählte Unternehmen. Die Wendt Schreibwaren GmbH aus Mülheim in Hessen verkauft seit 2011 Büromaterialien über den Amazon-Marktplatz: „Im Jahr 2017 haben wir mehr als 9.000 Bestellungen an Kunden im Ausland versendet. Von China über Australien bis hin zur Elfenbeinküste. Wir sind weltweit aktiv, dadurch ist unser Exportumsatz in den vergangenen drei Jahren um 30 Prozent gestiegen“, sagt Geschäftsführer Benjamin Wendt.

Als weiterer Verkäufer zitiert Amazon Spielwaren Carl Loebner aus Torgau, das älteste Spielwarengeschäft Deutschlands mit mehr als 300-jähriger Tradition. Das Unternehmen habe sich vom stationären Fachhandel in der Torgauer Innenstadt zu einem erfolgreichen E-Commerce-Exporteur gewandelt, so Amazon: „Wir bieten unseren Kunden in rund 150 Ländern mehr als 100.000 Produkte online an – vom Teddybär über Brettspiele bis hin zu Babykleidung. Der Export über Amazon macht aktuell rund ein Drittel unseres gesamten Jahresumsatzes aus, Tendenz steigend“, sagt Inhaber Joerg Loebner.

Händler sind für die die Hälfte der verkauften Produkte verantwortlich

Da keine Vergleichszahlen für Vorjahre vorliegen, ist der generelle Anstieg der Exportzahlen schwer unabhängig zu bewerten – ebenso schwer zu bewerten ist, ob die beiden oben genannten Händler als exemplarisch betrachtet werden können. Die Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen für Amazon scheint jedoch enorm. Die Hälfte der weltweit verkauften Produkte soll von diesen Händlern stammen, etwa 140.000 von ihnen sollen laut einer früheren Amazon-Meldung 2017 die Umsatzgrenze von 100.000 US-Dollar im Jahr überschritten haben.

Kleine bis mittlere Händler sind das Rückgrat der Handelsplattform von Amazon. Umsatz und Wachstum der Umsätze mit Händler-Gebühren und -Services sind 2016 ungebremst vorangeschritten. Mit rund 23 Milliarden US-Dollar hatte dieser vielfach irrtümlich als Wachstumstreiber betrachtete Unternehmensbereich das Cloudgeschäft Amazons schon 2016 mit rund 12,2 Milliarden US-Dollar längst überflügelt. Der Vorsprung wird in diesem Jahr noch ausgebaut werden.

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