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Amazon hört mit – Mitarbeiter weltweit überprüfen Fehler in Alexa-Befehlen

(Foto: amedley / Shutterstock.com)

Amazon-Mitarbeiter überprüfen Audiomitschnitte von Befehlen, die Nutzer an die digitale Assistentin Alexa richten. Damit soll die Qualität des Verständnisses der Alexa-Befehle verbessert werden.

Amazon soll Tausende Mitarbeiter weltweit beschäftigen, deren Aufgabe es ist, sich Audiomitschnitte von an Alexa gerichteten Befehlen anzuhören. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf sieben Mitarbeiter, die daran mitgearbeitet haben. Demnach werden die Aufnahmen transkribiert, mit Anmerkungen versehen und zurück an die Software gegeben. So will Amazon die hinter Alexa stehenden Algorithmen trainieren, damit die digitale Assistentin die Befehle der Nutzer künftig besser versteht.

Amazon-Mitarbeiter hören 1.000 Clips am Tag

Die Mitarbeiter, die in verschiedenen Ländern, darunter Costa Rica, Indien und Rumänien, arbeiten sollen, bearbeiten dem Bericht nach jeweils bis zu 1.000 Audiodateien pro Tag. Dabei geht es aber weniger darum, die Befehle zu interpretieren, sondern unter anderem darum, der KI einzelne Begriffe zu „erklären“. So erzählte einer der Mitarbeiter, dass er in den Befehlen nach dem Begriff „Taylor Swift“ suchen und jeweils einordnen musste, dass es sich dabei um eine bekannte Musikerin handle. Die Arbeit beschrieb er gegenüber Bloomberg als „zumeist routinemäßig“.

Allerdings sollen den Mitarbeitern auch Aufnahmen unterkommen, die die meisten Nutzer von Geräten mit Alexa-Integration eher privat halten würden – etwa eine singende Frau unter der Dusche. In einem eigenen Chatraum werden laut den Insidern Aufnahmen geteilt, um etwa Probleme beim Verständnis einzelner Befehle zu lösen – aber auch, um sich über bestimmte Audiodateien zu amüsieren, wie Bloomberg schreibt.

Auch über Mitschnitte möglicherweise krimineller Taten stolpern die Mitarbeiter laut den Insiderberichten hin und wieder. Angeblich soll Amazon zwei rumänischen Mitarbeitern gegenüber gesagt haben, das Unternehmen greife in solchen Fällen nicht ein. Vor zwei Jahren hatte Amazon Daten von Amazon Echo für Ermittlungen in einem Mordfall freigegeben – aber erst, nachdem der Verdächtige selbst der Übergabe zugestimmt hatte.

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Wenn man nachts mal raus muss, will man oft kein Licht machen. Mit dem Kommando „Alexa, starte Nachtlicht“ oder „Alexa, starte Nachtlicht für eine Minute“ (wählbar ist ein Zeitraum von bis zu 90 Sekunden) lässt sich die Beleuchtung des Echo einschalten und geht danach automatisch wieder in den Stand-by-Modus. (Foto: amedley / Shutterstock.com)

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Amazon hat gegenüber Bloomberg bestätigt, dass solche Mitschnitte von an Alexa gerichteten Befehlen ausgewertet würden. Allerdings soll es sich dabei nur um „sehr kleine Stichproben“ handeln, wie ein Sprecher schriftlich mitteilte. Das helfe dabei, Alexa beim Verstehen der Befehle zu unterstützen. Zudem gebe es ganz klare Richtlinien, die einen Missbrauch der Daten verhindern sollen. Amazon-Mitarbeiter können etwa Personen oder Accounts anhand der Mitschnitte nicht identifizieren. Multi-Faktor-Authentizifierung und Datenverschlüsselung sollen laut Amazon für eine Beschränkung des Zugriffs sorgen.

„Wir nehmen die Sicherheit und den Schutz der personenbezogenen Daten unserer Kunden ernst“, lässt Amazon t3n in einem Statement per E-Mail wissen. Und weiter: „Bei uns gelten strenge technische und betriebliche Sicherheitsvorkehrungen und wir verfolgen eine Null-Toleranz-Politik, was den Missbrauch unseres Systems betrifft.“ Darüber hinaus könnten Kunden ihre Sprachaufzeichnungen jederzeit löschen, so Amazon.

Wir haben den Artikel um ein Statement von Amazon ergänzt.

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