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Amazon kauft Whole Foods für 13 Milliarden Dollar

Amazon-Chef Jeff Bezos kauft eine Supermarktkette. (Foto: dpa)

Soeben hat der US-Konzern bekannt gegeben, dass er die Bio-Supermarkt-Kette Whole Foods für 13 Milliarden US-Dollar übernehmen wird. Auch eine Kampfansage an Rivalen wie Wal-Mart.

Amazon steigt groß in den stationären Lebensmittelhandel in den USA ein. Die überregionale US-Supermarkt-Kette Whole Foods, spezialisiert auf biologische und hochwertige Lebensmittel im gehobenen Preissegment, wird von Amazon übernommen.

Nach dem Amazon mit dem Lieferdienst Fresh, den neuen Drive-In-Supermärkten Fresh-Pickup, dem Convience-Supermarkt-Konzept Amazon Go schon erste, vielbeachtete Schritte in diesem Produkt-Segment unternommen hat, stellt dieser jüngste Schritt jetzt einen Paukenschlag in der traditionellen Supermarkt-Branche dar. Der Kauf belegt, dass Amazon den stationären Handel nicht als kleinen Nebenschauplatz betrachtet, sondern mit enormen Einsatz Fuß fassen will. 

Amazon kauft Premium-Supermarkt-Kette Whole Foods

Mit einem Kaufpreis von 42 US-Dollar pro Aktie erwirbt Amazon die Supermarkt-Kette, der Kaufpreis wird in bar entrichtet, nicht in Aktien. Der Kaufpreis beläuft sich auf insgesamt rund 13,7 Milliarden US-Dollar, rund 12,1 Milliarden Euro.

Whole Foods CEO John Mackey steht dem Unternehmen weiterhin vor, die Supermärkte sollen auch zukünftig unter der Marke Whole Foods weiter betrieben werden.

Eine Whole-Foods-Filiale in San Jose, Kalifonien, (Foto: Whole Foods)

„Millionen Menschen lieben Whole Foods Market, weil sie die besten natürlichen und biologischen Lebensmittel anbieten, und sie es schaffen dass gesundes Essen Freude bereitet“, sagt Amazon-Gründer Jeff Bezos, und lobt Whole Foods für dessen gute Kundenbeziehungen, die schon seit fast vierzig Jahren bestünden. Bezos betonte, dass Whole Foods wie bisher weitergeführt werden soll.

Der Deal muss sowohl von den Whole Foods Aktionären, als auch von den zuständigen regulatorischen US-Behörden genehmigt werden. Die beiden Unternehmen rechnen damit, dass der Verkauf in der zweiten Jahreshälfte 2017 abgeschlossen ist.

Amazon greift Walmart an

In einer Gegenbewegung baute der amerikanische Supermarkt-Riese Wal-Mart immer stärker sein Online-Geschäft aus – und kaufte just am Freitag den Modehändler Bonobos für 310 Millionen Dollar. Mit den beiden Zukäufen heben die beiden Schwergewichte ihre Rivalität auf eine neue Ebene. Die Aktie von Wal-Mart verlor zum US-Handelsstart rund sieben Prozent, die Supermark-Ketten Target um 9, Costco um 6 und Sprouts um 11 Prozent. Und der Kurs des Konkurrenten Kroger sackte sogar um 15 Prozent ab.

Auch international waren Schockwellen der Ankündigung zu spüren: Die Aktie des niederländischen Konzerns Ahold verlor zeitweise über sieben Prozent, für das Carrefour-Papier ging es um über zwei Prozent abwärts und für den britischen Konkurrenten Sainsbury um vier Prozent. Die Aktie des deutschen Metro-Konzerns gab um gut 1,5 Prozent nach.

Die Reaktion der Märkte auf die Übernahme zeigt, dass der Übernahme berechtigterweise eine große Bedeutung eingeräumt wird. Die Neuanschaffung kann als Gradmesser für die Ernsthaftigkeit der Bemühungen Amazons betrachtet werden, den Lebensmittelmarkt in Angriff zu nehmen. Bisher sind die verschiedenen Projekte Amazons vielfach als Pilotprojekte mit vorläufig geringen Auswirkungen betrachtet worden. Jetzt scheint Amazon langsam bereit zu sein, die Spielwiese zu verlassen.

Whole Foods mit 461 Filialen

Whole Foods Market betrieb nach jüngsten Zahlen aus dem Frühjahr 461 Lebensmittel-Supermärkte. Davon entfiel ein Großteil mit 440 Geschäften auf den USA, weitere 12 waren in Kanada und 9 in Großbritannien. Die 1978 gegründete Firma ist auch hochwertige – und entsprechend teuere – Lebensmittel spezialisiert.

In dem Kaufpreis sind auch die Schulden des Lebensmittelhändlers enthalten, wie Amazon am Freitag mitteilte. Die Firma hatte sie zuletzt auf rund 3,1 Milliarden Dollar beziffert. Die 42 Dollar pro Aktie in Bar sind ein kräftiger Aufschlag von knapp 27 Prozent auf den Schlusskurs von gut 33 Dollar am Donnerstag. (Mit Material von dpa)

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