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Amazon-Mitarbeiter erhalten eine Prämie, wenn sie sich nicht krankmelden

Amazon-Mitarbeiter erhalten eine Prämie, wenn sie sich seltener krank melden. (Foto: dpa)

Amazon-Mitarbeiter erhalten mehr Geld, wenn sie sich seltener krankmelden. Arbeitsschützer kritisieren die Regelung vor allem wegen eines kleinen Details.

Wenn es um die Arbeitsbedingungen geht, ist man negative Schlagzeilen bei Amazon gewohnt. Schon öfter stand der US-Versandriese wegen fragwürdiger Arbeitsbedingungen in deutschen Logistikzentren am Pranger, erst im Dezember streikten rund 1.000 Beschäftigte für die Einführung eines Tarifvertrags.

Die Arbeit bei Amazon ist hart, die Krankenquote entsprechend hoch. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi soll sie an manchen Tagen bei rund 20 Prozent liegen. Jetzt ist laut Süddeutscher Zeitung eine neue, umstrittene Regelung bekannt geworden.

Amazon: Prämie für Nicht-Krankmelder

Um den hohen Krankenstand einzudämmen, greift Amazon demnach seit vergangenem Jahr zu einem Prämienmodell. Im Rahmen einer „aus mehreren Komponenten bestehenden Erfolgsprämie“ bekommen die Mitarbeiter mehr Geld, wenn sie sich seltener krank melden. Wie hoch die Prämie ist, hängt dem Bericht zufolge von der Zahl der Krankheitstage ab.

Die Arbeitsbedingungen in deutschen Amazon-Lagern stehen erneut in der Kritik. (Foto: dpa)

Eine solche Regelung ist seit 1996 im Entgeltfortzahlungsgesetz verankert und zunächst einmal nichts Ungewöhnliches. Viele Firmen experimentieren in unterschiedlicher Weise mit einer Anwesenheitsprämie.

Bei Amazon allerdings liegt der Teufel im Detail. „Brisant dabei ist: Diese Gesundheitskomponente wird an einen Gruppenbonus gekoppelt und das bedeutet, dass nicht nur die eigenen Krankheitstage zählen“, schreibt die Süddeutsche Zeitung weiter. „Denn um die maximal mögliche Prämie von zehn Prozent des monatlichen Bruttogehaltes zu erhalten, kommt es auch darauf an, wie oft die Kollegen des gesamten Teams krank sind, in dem einer arbeitet.“

Gift für das Arbeitsklima

Die Regelung ist vor allem deshalb problematisch, weil sie das Arbeitsklima vergiftet. Fällt ein Mitarbeiter krankheitsbedingt aus, so gefährdet er nicht nur seine eigene Prämie, sondern schmälert gleichzeitig auch jene seiner Kollegen.

Stigmatisierungen von älteren Mitarbeitern oder gar chronisch Kranken mit vielen Fehltagen sind damit in den Augen von Arbeitsschützern vorprogrammiert. „Wir lehnen jede Form einer Gesundheitsprämie ab“, wird Thomas Voss zitiert, der bei der Gewerkschaft Verdi für Amazon zuständig ist. Durch einen Gruppenbonus würden die Mitarbeiter gegeneinander ausgespielt.

Auch bei Krankenkassen stößt die Amazon-Regelung auf Unverständnis. Eine Sprecherin der Techniker Krankenkasse sagte, eine solche Prämie fördere, dass Menschen krank zur Arbeit gingen und Krankheiten nicht richtig ausgeheilt würden.

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2 Kommentare
habib
habib

Das ist schwachsinn

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