Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

E-Commerce

Wie ich beinahe verhungerte und wie die Amazon-Logistik das in Zukunft verhindern wird

Mit Amazon Fresh könnten neben Lebensmitteln bald auch normale Pakete in Deutschland eigenhändig vom Online-Versandhaus ausgeliefert werden. (Foto: jwalsh / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Ein leerer Kühlschrank bringt t3n-Redakteur Jochen G. Fuchs in Bedrängnis. Während er noch an der Lösung des Problems arbeitet, stellt er fest, dass Amazon so etwas wohl zukünftig verhindern wird: mit einer neuen Logistikplattform in Deutschland .

Der Apfel rettet mich jetzt auch nicht mehr. In den Kühlschrank muss definitiv mehr rein. (Foto: Shutterstock )
Der Apfel rettet mich jetzt auch nicht mehr. In den Kühlschrank muss definitiv mehr rein. (Foto: Shutterstock )

Mehr als einmal habe ich mich gewundert, wo denn die berühmte Revolution bleibt, die der Onlinehandel bewirken soll – zumindest an manchen banalen Aufgaben scheitert die allmächtige All-Verfügbarkeit. Auf dem Heimweg fällt mir am Samstag im ICE ein, dass ich nichts mehr im Kühlschrank habe. Neben mir ein Koffer, an der Schulter eine Tasche und in der Hand ein Smartphone. Eigentlich muss das Problem doch lösbar sein, denke ich mir. Lebensmittel lassen sich doch online bestellen.

Einfach mal schnell etwas für Heute Abend online bestellen

Nun ganz so einfach ist das dann doch nicht, Rewe würde zwar zu mir nach Hause liefern, aber erst in zwei Tagen, wie ich auf dem Smartphone feststelle. „Seufz, bis dahin bin ich verhungert. Ich brauche heute Lebensmittel.“ Edeka hat auch schon zu, wie ich feststelle. Zuhause angekommen setze ich meine Tasche ab und stelle fest, dass mein Netzteil mehrere Hundert Kilometer von mir entfernt liegt. „Okay, das beginnt jetzt allmählich zu nerven“...

Nicht einmal bei Amazon kann ich noch ein Netzteil für den selben Tag bestellen, eine Nachfrage bei einem Expresslieferdienst erschlägt mich beinahe mit einer absurd hohen Preisvorstellung für die Abholung meines Netzteils.

Was die Logistik nicht ermöglicht, will Amazon selbst erledigen

Ich gehe zurück an den Küchentisch und schaue auf die offene Amazon-Website. Dunkel erinnere ich mich an ein viele Jahre zurückliegendes Gespräch mit einem Amazon-Mitarbeiter, der die Thematik Logistik und Paketdienstleister an vielen Stellen als ein Hindernis für Amazon beschrieb, das noch überwunden werden muss. Unflexibilität und veraltete Strukturen würden zum Hemmschuh, weshalb Amazon das Thema selbst in die Hand nehmen würde.

Amazon macht sich mit Sonntagszustellungen, Same-Day-Delivery und Abholstationen unabhängig

Heute Morgen ist mir dann bewusst geworden, dass es jetzt auch bei uns soweit ist. Amazon nimmt sich auch in Deutschland dieser Problematik an, wie ich bei Jochen Krisch von Exiting Commerce lese: Amazon City Logistik nimmt den Betrieb bald auf, im Stellenportal von Amazon werden schon Mitarbeiter für einen Standort gesucht. Zum Beispiel in Bayern. Amazon City Logistik wird sich um Zustellungen im Nahbereich kümmern, also um die „letzte Meile“.

„Eigentlich raffiniert“, denke ich. Langfristig macht sich Amazon damit unabhängig von den großen Paketdiensten und der Kunde liebt es. Das wird hier nicht anders werden, als in England. Da gibt es die Sontagszustellung ohne Aufpreis – und die geht weg wie geschnittenes Brot: Die Sonntagszustellungen haben sich vervierfacht seit dem Start des Angebotes.

In England ist Amazon schon in 15 Ballungsgebieten mit Sonntagszustellungen und Expresslieferungen durch eigene Verteilstationen im Nahbereich präsent. Regionale Subunternehmer aus der Kurierbranche bilden dort das Rückgrat der Amazon eigenen Logistikinfrastruktur. Was die Post und der Paketdienstleister nicht macht, das erledigt Amazon selbst. Ergänzt wird das durch die „Amazon Lockers“ und „Pass my Parcel“ eine Abholstation, auch für Same-Day-Delivery-Bestellungen. Für Prime-Kunden umsonst.

amazon-logistikzentren
Ein Überblick über Amazon-Standorte. (Screenshot: Amazon)

Wie Amazon  Standards setzt und ich noch an etwas zu essen komme

Eines wird mir klar, während ich nochmal in meinen gähnend leeren Kühlschrank schaue: In Deutschland können sich der Onlinehandel und die Logistik-Branche darauf einstellen, dass Amazon ein weiteres Mal Standards setzen wird. Je nachdem in welcher Geschwindigkeit Amazon seine Logistikplattform in Deutschland aufbaut, werden wir in sehr vielen Ballungsgebieten Same-Day-Delivery, Abholstationen und Sonntagszustellungen von Amazon angeboten bekommen, Amazon rückt immer näher an den Kunden. Zeit aufzuholen.

Zeit für Händler und Logistiker, sich an den Gedanken zu gewöhnen und sich organisatorisch darauf vorzubereiten, in der Zukunft noch konkurrenzfähig zu bleiben.

Was meine Zukunft angeht: Ich habe die Kühlschranktür am Samstag geschlossen und mir eine Pizza bestellt. Stilgerecht über das Smartphone. Und heute? Heute gehe ich einkaufen – mit dem Rad, im örtlichen Lebensmittelladen.

Schauen wir mal wie lange noch.

Vielleicht interessiert dich auch unser Artikel „Amazons rollende Schatzkiste: Der Treasure-Truck verkauft Sonderangebote auf der Straße“.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

9 Reaktionen
Stefanie Schröer

Danke für den witzigen Artikel!
Amazon wird sicher mal wieder neue Standards setzen, die kleinere Unternehmer vor neue Herausforderungen stellen. Vielleicht öffnet Amazon den Dienst ja aber auch für andere Unternehmer.
Klar könnte man bei Freunden essen gehen etc. So wie man auch in lokalen Geschäften einkaufen könnte, Filme in der Videothek ausleihen usw..
Amazon hat als Unternehmen aber eher keinen erzieherischen Anspruch und Same day delivery wird sicherlich bei vielen extrem gut ankommen.
Ob das für die Gesellschaft gut oder schlecht ist, hat mit der Nachfrage nichts zu tun.

Lebensmittel kaufe ich persönlich lieber im Supermarkt, aber zb bei Krankheit, wenn man mit einer Grippe allein zu Hause ist und natürlich weder Zwieback noch Tee im Haus hat, wäre das eine tolle Sache...

Martin

Wahrscheinlich wird Amazon tatsächlich viel Bewegung in dieses Thema bringen. Eins jedoch kam mir bei der 'ProblemStellung' sofort in den Sinn: Warum nicht zu Freunden gehen, einen kleinen Schwatz halten und mit ihnen essen? Es muss ja kein vollumfänglich gekochtes Essen sein, eine Pizza hat fast jeder im Gefrierschrank und ggf. tun's auch ein paar Scheiben Brot.
Wir arbeiten so sehr an der technischen Lösung aller Probleme, dass wir manchmal die naheliegend gesellschaftlichen Möglichkeiten völlig außer Acht lassen.
Ein vergessenes Netzteil sollte zum Wochenende auch niemanden in schwere Bedrängnis bringen. Ein Tag ohne Smartphone o.ä. sollte heute noch ebenso möglich sein und bleiben wie in 50 Jahren. Die Abhängigkeit von der Technik nimmt sonst in meinen Augen besorgniserregende Ausmaße an.

KarstenW.

Toller Amazon-Werbeartikel. Ich vermisse lediglich den "sponsored by" Hinweis!

Jochen G. Fuchs

Hallo Karsten,

wie unsere Leser wissen, kennzeichnen wir werbliche Inhalte eindeutig als „Sponsored Post“ und als Anzeige.

Bei diesem Artikel handelt es sich lediglich um den Versuch eine Neuigkeit in einen erzählerischen Mantel zu packen.

Viele Grüße,
Jochen

Marius

Ihrer Einschätzung, dass die Sonntagszustellung hier ähnlich erfolgreich wird wie in England, widerspreche ich, denn das verstößt bei uns gegen das Gesetz. Oder glauben Sie, DHL würde selbst nicht gern am Sonntag zustellen?

Jochen G. Fuchs

Hallo Marius,

das ist ein wirklich guter Einwand, da hast du recht. Sonntagsarbeit ist in Deutschland berechtigterweise ein heikles Thema.

DHL stellt beispielsweise bei DHL Domestic National auch Sonntags zu, das betrifft aber Kurierdienstleistungen, nicht den „normalen“ Paketdienst.

In England arbeitet Amazon mit regionalen, unabhängigen Kurierdiensten zusammen. Vermutlich mit einem erheblichen Anteil an selbstständigen Fahrern, was die Problematik mit der Sonntagsarbeit wiederum relativiert. Denn hier greift das Arbeitszeitgesetz nicht.

Viele Grüße,
Jochen

Jochen G. Fuchs

Hallo Dave,

sehr gerne mich oder meinen Artikel kritisieren, dagegen habe ich nichts einzuwenden und ich setze mich gerne damit auseinander.

Bitte etwas mehr Sachlichkeit und etwas weniger Pennäler-Humor.

Freundliche Grüße aus der Redaktion,
Jochen

Dave

Jochen G. Fuchs, bei Ihnen gehts nur ums Essen und Trinken, oder? Cola, Pizza, etc. Ein Lieferservice, der Ihnen alles bequem an den heimischen Wohnzimmertisch bringt, das fehlt noch. Ihre Überschrift ist nicht ganz passend. Wenn man Sie mal so betrachtet (https://t3n.de/news/wp-content/uploads/2015/07/jochen-trinkt-595x334.jpg), glaubt man nicht, dass Sie so schnell verhungern.

MB Junior

Sehr geehrter Herr Dave. Anhand Ihrer Aussage lese ich eine tief verwurzeltes Unbehagen in Ihrem Innern heraus. Es kann natürlich auch an einem Familiendrama liegen dass sich leider auf ihre Persönlichkeit ausgewirkt hat. Falls Sie Probleme mit Übergewicht haben und Sie deswegen schon oft gemobbt wurden, wenden Sie sich an eine Selbsthilfegruppe! Das kann wahre Wunder bewirken und selbst solchen armen Menschen wie Ihnen helfen! Geben Sie nicht auf, ich glaube an Sie! (Sollten Sie mit abfälligen Kommentaren antworten verstärkt das um so mehr meinen Kommentar bzgl. Ihrer Persönlichkeit und Ihrer Depression - Übergewicht ist kein Grund zum Mobben. Mensch ist Mensch unabhängig vom Körperfettanteil)

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Finde einen Job, den du liebst