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Amazon: Marketplace-Händler müssen Umsatzsteuerbescheinigung vorlegen

Plattformen wie Amazon und Ebay werden in Zukunft darauf achten müssen, dass Händler ihrer Steuerpflicht nachkommen. (Foto: Shutterstock)

Amazon sperrt aufgrund einer neuen Regelung in Zukunft Händler aus, die nicht korrekt Umsatzsteuer abführen. Händler, die noch keine Erfassungsbescheinigung hochgeladen haben, sollten dies schleunigst nachholen.

Aufgrund der Änderungen im Umsatzsteuergesetz werden Betreiber von Marktplätzen wie Ebay oder Amazon Marketplace ab Oktober auch für die Ausfälle bei der Umsatzsteuer der Verkäufer haften müssen. Für die Marktplatzbetreiber ist das neue Gesetz ein hohes Risiko, das sie natürlich zu minimieren versuchen werden. Amazon hat jetzt von Händlern, von denen diese Informationen nicht vorliegen, einen Nachweis eingefordert, dass sie beim zuständigen Finanzamt in Deutschland registriert sind und ihren Verpflichtungen nachkommen. Die Finanzämter erteilen hierfür entsprechende Erfassungsbescheinigungen nach §22f des Umsatzsteuergesetzes.

Wie mehrere Händler in Foren berichten, erhöht Amazon nun als erster Marktplatzbetreiber den Druck auf die Händler. In einigen Fällen (offenbar aber nicht flächendeckend) sind Händler nicht mehr in der Lage, Fulfillment-by-Amazon-Services zu nutzen, wenn sie die entsprechende Bescheinigung nicht bereitstellen. Man kann davon ausgehen, dass Amazon flächendeckend ab Oktober durchgreifen wird, wenn keine Erfassungsbescheinigungen hochgeladen werden.

Amazon und Ebay: Onlinehändler sollten Bescheinigung besorgen

Auch Ebay hatte bereits im Frühjahr angkündigt, man werde die hier erforderlichen Bescheinigungen einfordern. Den Marktplätzen sind hier die Hände gebunden. Denn einerseits kann der Fiskus sie in Zukunft in die Verantwortung nehmen und andererseits ist das Gesetz auch nicht mehr als gerecht – schließlich können sich insbesondere ausschließlich in Deutschland agierende Händler auch nicht aus der Verantwortung ziehen. Interessant dabei: Händler mit Sitz im EU-Ausland, die die Lieferschwelle von 100.000 Euro nicht überschreiten (und die deswegen in Deutschland nicht steuerpflichtig sind), benötigen die Bescheinigung nicht. Sie müssen aber gegebenenfalls entsprechende Erklärungen abgeben, um die Sperrung durch den Marktplatz zu verhindern.

 

t3n meint:

Händler sollten spätestens jetzt aktiv werden und die genannte Bescheinigung bei ihrem Finanzamt anfordern. Es ist nämlich damit zu rechnen, dass in den letzten Tagen vor Inkrafttreten der Regelung sehr viele derartige Anfragen an die Finanzämter gerichtet werden.

Tobias Weidemann

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