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Amazon: Mitarbeiter verkaufte Kundendaten an Händler

Amazon-Logo an einem Büro in San Francisco. (Foto: Sundry Photography/Shutterstock)

Amazon kämpft gegen eigene Mitarbeiter, die Kundendaten an Händler verkauft haben. Es geht dabei um das Löschen negativer Bewertungen. Ein Mitarbeiter wurde jetzt deswegen entlassen.

Der Verdacht hat sich bewahrheitet: Amazon-Mitarbeiter aus China und den USA haben offenbar in der Vergangenheit Kundendaten an Dritte verkauft. Das Unternehmen hatte vor drei Wochen laut Wall Street Journal eine entsprechende Untersuchung durchgeführt. Inzwischen weiß man mehr zu den Hintergründen: Die Mitarbeiter hatten offenbar an Dritte Kundendaten verkauft und sollen bis zu 2.000 US-Dollar für einen Datensatz erhalten haben. Zudem sollen negative Bewertungen von Händlern gegen einen dreistelligen Geldbetrag gelöscht worden sein.

Jetzt hat Amazon gegenüber dem Wall Street Journal erklärt, dass man einen Mitarbeiter, der offenbar im Alleingang die Adressen weitergegeben hatte, gefeuert habe. Darüber hinaus wurden die betroffenen Kunden darüber informiert, dass es eine Datenschutzverletzung mit ihren persönlichen Daten gegeben hat. Natürlich wurde auch der Verkäufer gesperrt, der von dem Deal profitiert haben könnte. Amazon betont, dass außer diesem Fall keine weiteren Kundendaten weitergegeben worden seien.

Es ist davon auszugehen, dass Amazon in Zukunft noch genauer darauf achtet, wer bestimmte Daten einsehen kann und Schreib- und Löschrechte erhält. Deutsche Kunden von Amazon dürften aller Voraussicht nach hiervon nicht betroffen gewesen sein. Darüber hinaus ist Amazon an entsprechenden Tipps von Kunden interessiert, wenn Händler diese dazu ermuntern oder nötigen wollen, eine Händler- oder Produktbewertung zu verändern oder zu löschen.

Amazon: Bewertungen sind bares Geld wert

Das Verkaufsportal kämpft insbesondere bei Waren, die nur von einem einzelnen Anbieter vertrieben werden, gegen eine große Zahl von Fake-Bewertungen.  Unterscheiden muss man dabei zwischen Händlerbewertungen und Produktbewertungen. Experten schätzen, dass jede fünfte Amazon-Bewertung bei Produkten eine Fake-Bewertung ist. Der Online-Riese aus Seattle löscht dabei regelmäßig Bewertungen im großen Stil.

In der Tat sind solche Bewertungen auch bares Geld wert. Ein Händler mit Eigenmarken bei Amazon hat gegenüber t3n berichtet, dass Produkte mit Bewertungen über vier Sternen sich um ein Vielfaches besser verkaufen als vergleichbare Produkte mit schlechten Bewertungen. Umgekehrt könne man eine Ware mit zwei Sternen oder weniger quasi vom Markt nehmen, da sie gerade in Warengruppen mit sehr vielen ähnlichen Artikeln kaum noch gekauft werde. Eine beliebte Masche ist es daher, entsprechende Anreize für Kunden zu schaffen, damit diese einen Kauf tätigen und das Produkt entsprechend positiv bewerten.

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