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E-Commerce

Amazon nimmt den Verlagen die Autoren weg

Nachdem Amazon bereits den Büchermarkt und die Buchhandlungen in Bedrängnis gebracht hat, startet das Versandhaus einen weiteren Schachzug, diesmal vorbei an den Verlagshäusern. Es stellt Autoren ein, die unter der Schirmherrschaft von Amazon zunächst 122 Bücher produzieren werden. Dieser Schritt wird die Verlage sicher nicht gerade begeistern.

Amazon sichert sich für 800.000 Dollar Rechte an Biographie

Nach Angaben der New York Times wird sich Amazon nicht auf ein Genre festlegen, die entstandenen Werke werden noch diesen Herbst als Print- oder E-Book-Version auf dem Markt erscheinen. Amazon ist zwar bereits seit längerem im Verlagsgeschäft tätig, aber erst im Mai diesen Jahres machte das Versandhaus unter der Leitung von Laurence Kirshbaum, dem ehemaligen Chef der Time Warner Book Group, den Schritt zum Großverlag. Mit Tim Ferris konnte Amazon den ersten Autor für sich gewinnen und verkündete letzte Woche, dass sich der Verlag die Rechte an der Biographie von US-Schauspielerin und Regisseuin Penny Marshall für 800.000 Dollar gesichert hat.

Diese Aussagen werden den Verlagshäusern nicht wirklich schmecken. Amazon bemüht sich schließlich somit verstärkt um die Dienste vieler Top-Autoren, die es mit teils großem Getöse von den Verlagen abwirbt. Am Beispiel der Buchverlage sieht man, warum sich die Verlagshäuser Sorgen machen können, denn Amazon hat den Buchverkauf spürbar umgekrempelt und so manche traditionelle Buchhandlung in Existenznöte gestürzt.

Als Verleger verschickt Amazon demnächst auch Bücher unter eigener Flagge an den Käufer. (Foto: Aurelijus Valeiša / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Verlage bekommen vor Amazon das Fürchten

„Publishers are terrified and don’t know what to do”, gab Dennis Loy Johnson vom Verlag Melville House bekannt. Richard Curtis, Agent und E-Book Verleger, wurde noch etwas deutlicher in seiner Formulierung:

Everyone’s afraid of Amazon. ...If you’re a bookstore, Amazon has been in competition with you for some time. If you’re a publisher, one day you wake up and Amazon is competing with you too. And if you’re an agent, Amazon may be stealing your lunch because it is offering authors the opportunity to publish directly and cut you out. ...It’s an old strategy: divide and conquer.

Im Gegensatz zum üblichen Vorgehen möchte Amazon einen direkteren Weg wählen. Durch den Wegfall des Verlags gibt es laut Aussage von Amazon-Manager Russell Grandinetti im Veröffentlichungsprozess nur noch den Autor und den Leser. Jeder, der zwischen diesen Parteien steht, muss sich warm anziehen.

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4 Reaktionen
autoren weg

Bei iBook kann man mit EPUB(?) und einer (kostenlosen) ISBN-Nummer Bücher veröffentlichen. Ein Großteil der Bücher erscheint eh bei Privatpersonen im Selbstverlag wie auch viele Zeitschriften beim ChefRedakteur im Keller oder Wohnzimmer entstehen. Die Piraten oder digiges kümmert diese gigantische Content-Menge zur Realisierung ihrer Ziele (anständige Autoren-Bezahlung wie bei Fairtrade) nicht. Sie lassen sich vom Mainstream-Presse-Krams beeindrucken statt den hunderttausenden Einzel-Autoren zu helfen um den Big-Majors eine bessere Plattform zu stellen.

YouTube hat den Big-Major-Studios ja auch nicht die Regisseure weggenommen.
Blogs haben die Zeitungen nicht verdrängt.
TV hat Radio nicht verdrängt
usw.
Und Leistungsschützer jammern wohl gerne und reihen sie ihren Planwagenmäßig mit der "Erfindung" neuer angeblicher Feinde die ihnen die Butter vom Brot nehmen wollen. Fairtrademäßig (oder wie bei Blow mit Johnny Depp) ist es immer besser, Mitesser zu übergehen. Für Autoren ist es also besser und fairer und hätte schon 1999 existieren können.

Eine Liste fetter Facebook-Fails war hier ja neulich schon Thema. Google und Amazon hat ähnlich viele Aufkäufe im Keller.
Bei Amazon sind es S9 und IMDB. Amazon hat die Clouds erfunden oder war einer der ersten Anbieter, aber die Dienste stagnieren. Das ist zwar ein Presse-Thema, aber eigentlich Backend-Dienste über die man nicht spricht und wenig erfährt.

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zapp

@Andi Wenn sie schlau wären dann hätten sie ein ernst zu nehmendes Konkurrenz Angebot zu Amazon, z.B. was digitales publishing betrifft. Aber sie sind nicht schlau. Die Bücherindustrie ist heute die Musikindustrie vor 10-20 Jahren und im völligen Dornröschenschlaf. Da wird erst etwas passieren wenn sich jemand anders (in diesem Fall Amazon) das Geschäft unter den Nagel gerissen hat (Bei Musik Apple).

Die Autoren und Amazon wird es freuen. Konkurrenz belebt ja bekanntermaßen das Geschäft, vielleicht wachen jetzt ein paar Buchmanager aus dem auf.

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Mike

Langfristig wre es schlau, bis dato war amazon der größte Abnehmer für die Verlage ...

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Andi

Wenn sie schlau wären, würden sich alle großen Verlage und Buchhandlungen in Deutschland gegen Amazon verbünden und den Händler boykottieren. Stattdessen geben die Verlage freiwillig ihre Inhalte in das geschlossene Ökosystem von Amazon ab und füttern somit selbst den Feind, der sie irgendwann verschlingen wird ...

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