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Amazon-Paradox: Anleger reagieren enttäuscht auf Rekordzahlen

Amazon-Chef Jeff Bezos. (Foto: dpa)

Beim weltgrößten Onlinehändler Amazon liefen die Geschäfte im Sommer rund, doch Anlegern sind die guten Zahlen offenbar nicht gut genug. Auch der Ausblick auf das Weihnachtsquartal fällt enttäuschend aus. Die Aktie reagiert nachbörslich mit kräftigen Kursverlusten.

Der florierende Internethandel und starke Nachfrage nach IT-Diensten haben Amazon im Sommer gute Geschäfte beschert. Im dritten Quartal schoss der Gewinn im Jahresvergleich von 256 Millionen auf 2,9 Milliarden US-Dollar (2,6 Milliarden Euro) in die Höhe, wie der Konzern von Tech-Milliardär Jeff Bezos am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Es ist, wie schon im Vorquartal, ein Rekordergebnis – soviel Geld hat Amazon noch nie zuvor verdient. Die Erlöse kletterten um 29 Prozent auf 56,6 Milliarden Dollar.

The Spheres, das Amazon-Hauptquartier bei Tag
Amazons Biosphäre „The Spheres“ in Seattle. Ein Teil des Headquarters in der Innenstadt. (Foto: t3n.de/Jochen G. Fuchs)

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Trotz des starken Wachstums reagierten Anleger enttäuscht und ließen die Aktie nachbörslich zeitweise um über sieben Prozent sinken. Experten hatten mit einem noch höheren Umsatz gerechnet. Der Kurs war allerdings zuvor mehr als sieben Prozent fester aus dem US-Handel gegangen und steht auf Jahressicht massiv im Plus. Im September hatte Amazon sogar vorübergehend einen Börsenwert von mehr als einer Billion Dollar erreicht – als erstes US-Unternehmen nach Apple.

Amazon-Anleger reagieren enttäuscht

Der Online-Handelsriese konnte die Börsianer aber auch mit seinem Ausblick auf das vierte Quartal nicht überzeugen, das wegen des Weihnachtsgeschäfts traditionell besonders einträglich ist. Amazon stellte einen Umsatz zwischen 66,5 Milliarden und 72,5 Milliarden Dollar in Aussicht und blieb damit deutlich unter den Erwartungen der Wall-Street-Analysten. Zudem gab es im dritten Quartal einen starken Kostenanstieg um 22 Prozent auf 52,8 Milliarden Dollar, und angesichts zahlreicher Investitionen dürften die Ausgaben hoch bleiben.

Rundgang in Seattle: Das Amazon-Hauptquartier in Bildern
Amazon-Headquarter, Day One North. (Foto: Jochen G. Fuchs)

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Die kostspieligen Expansionen in etlichen Geschäftsbereichen hielten Amazon indes nicht vom Geldverdienen ab. So kann der Konzern weiter auf sein lukratives Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet bauen. Die Web-Plattform AWS, Amazons Ertragsperle, die Web-Services an Unternehmen verkauft und in diesem Bereich Marktführer ist, steigerte die Einnahmen um 46 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Aber die Konkurrenz macht Druck – Microsofts Rivale Azure schaffte im jüngsten Quartal ein Umsatzwachstum von 76 Prozent. Dritter großer Wettbewerber im umkämpften Markt ist Google.

Starker Dollar macht US-Konzerne zu schaffen

Finanzchef Brian Olavsky dämpfte in einer Konferenzschalte mit Analysten vorsorglich die Erwartungen an das Schlussquartal. Die Berichtsperiode dürfte von ungünstigen Wechselkursen belastet werden – der starke Dollar macht derzeit vielen US-Konzernen mit großem Auslandsgeschäft zu schaffen. Zudem werde das Wachstum im Vergleich mit dem Vorjahr schwieriger, da damals die Übernahme der Supermarktkette Whole Foods die Erlöse erhöht hatte und die Jahresbeiträge für Kunden des Prime-Services nicht mehr im vierten Quartal, sondern über das ganze Jahr gestreckt verbucht werden. dpa

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