Analyse

Amazon plant werbefinanzierten Musikdienst

Möglicherweise steht der Start des neuen Musikangebotes von Amazon kurz bevor. (Bildquelle: Amazon)

Amazon plant laut Medienberichten ein werbefinanziertes Musikangebot, das vor allem die Smartspeaker der Echo-Reihe aufwerten könnte. Man ist sich dabei offenbar sehr sicher, dass ausreichend Interessenten für das Werbe-Inventar bereitstehen.

Amazon verhandelt offenbar mit der Musikindustrie über einen werbefinanzierten kostenlosen Musikdienst. Der könnte sich in der Tat als hervorragende Ergänzung mit Synergiecharakter für die Smartspeaker-Familie von Amazon anbieten. Das vermeldet das Musik-Fachmedium Billboard.

Laut Billboard soll das eingeschränkte Musikangebot möglicherweise in den USA schon in der nächsten Woche angeboten werden. Ob der Start gleich international erfolgt, ist allerdings unklar.  Stärkster Mitbewerber bei den kostenlosen Musikangeboten wäre das Gratis-Angebot von Spotify, das im Rahmen eines E-SDK-Updates seit November für nahezu jeden Hersteller von Smartspeakern verfügbar ist. Davor hatte Spotify bereits mit seinem Gratis-Angebot mit Google und Amazon zusammengearbeitet.

Spotify hat laut aktuellen Zahlen 116 Millionen Free-Nutzer und etwa 95 Millionen zahlende Mitglieder weltweit. Amazon hat bislang keine vergleichbaren Zahlen veröffentlicht, Experten gehen aber von rund 20 Millionen Nutzern aus. Allerdings hätte natürlich der Konzern durch seine zahlreichen anderen Angebote Potenzial zum Bundling. Insbesondere die Smartspeaker sind hier ein Mittel für den Verkauf.

Ideale Ausgangslage für Amazon durch bestehende Musikangebote

Amazon ist sich offenbar ziemlich sicher, dass man das Angebot mit entsprechender Werbung ausstatten kann, und hat dem Vernehmen nach einigen Major-Labels angeboten, für den Stream auch dann zu zahlen, wenn keine Werbung damit verknüpft wäre. Das dürfte allerdings kein zu großes Risiko darstellen, denn Amazon bemüht sich seit einiger Zeit, im Werbemarkt mit den anderen großen Netzwerken, namentlich Google und Facebook, Schritt zu halten.

Der Audio-Werbemarkt gilt derzeit als interessantes Spielfeld für alle Werbetreibenden – einerseits aufgrund der zunehmenden Zahl an Audio-Streams und Podcasts, aber auch der wachsenden Zahl an Smartspeakern und Multiroom-Systemen, die mit Amazon Alexa oder einem anderen Assistenzsystem ausgestattet sind.

Für Amazon dürfte es in der Tat einigermaßen elegant möglich sein, das bereits bestehende Angebot an Musikdiensten zu erweitern. Da ist zum einen Amazon Music Unlimited, das für 9,99 Euro im Monat (7,99 Euro für Amazon-Prime-Mitglieder oder 79 Euro im Jahr) Zugriff auf 50 Millionen Musikstücke, Hörbücher sowie die aktuellen Bundesliga-Streams bietet, zum anderen der bereits kostenlos in der Prime-Mitgliedschaft enthaltene Prime-Music-Dienst, der auf gerade einmal zwei Millionen Songs kommt und ebenfalls über die Echo-Geräte nutzbar ist.

Wahrscheinlich wird auch das mögliche neue kostenlose Angebot eher in dieser Größenordnung rangieren, was die Zahl der verfügbaren Inhalte betrifft. Da man das Angebot aber offenbar vor allem im Kontext der Echo-Geräte positionieren will, muss Amazon wohl eine Schippe drauflegen – dass der Dienst auch unabhängig von Amazon Prime kostenlos ist, dürfte hier nur wenige hinter dem Ofen hervorlocken, weil gerade die Echo-Nutzer ja oftmals schon Prime-Kunden sind. Ob der neue Dienst auch per Smartphone und Tablet verfügbar ist oder möglicherweise nur den Kindle-Fire-Geräten zur Verfügung steht, ist derzeit noch unklar.

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