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Analyse

Amazon geht es beim Prime Day nicht um Umsatz oder Schnäppchen

Der Amazon-Prime-Day war ein Erfolg – der Umsatz ist für Amazon aber zweitrangig. (Foto: Jonathan Weiss/Shutterstock)

Amazon berichtet von Millionen verkauften Produkten: Trotz technischer Störung war der Prime Day ein Erfolg – die Aktion wird zu einem zweiten Black Friday. Dabei geht es Amazon aber nicht um den Umsatz, sondern um den Prime-Dienst.

Amazons eigentlich exklusive Rabattveranstaltung beschäftigt mittlerweile eine ganze Branche. Viele Onlinehändler ziehen mit oder starten eigene Rabattaktionen. Abgesehen davon, dass der Prime Day weltweit mit einem technischen Schluckauf zu kämpfen hatte, zog die Aktion wieder Millionen Kunden an. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Branche.

Amazon Prime, das schwarze Umsatzloch

In den drei bis vier Wochen vor dem Prime Day herrscht Ruhe in Deutschlands E-Commerce-Landschaft – jedenfalls für die meisten Produktkategorien. Die Umsätze sind eher rückläufig oder stagnieren, nicht nur bei Amazon, oft auch in unabhängigen Onlineshops. Aufwendige Produktlaunches oder Werbekampagnen sollten Händler in dieser Zeit nicht starten.

Dass Umsatz ausbleibt, ist wenig überraschend, denn der Kunde lernt: Kurz vor einem großen Schnäppchentag wird nicht eingekauft. Das kann zwei Gründe haben: Überall sind Preisangleichungen in unterschiedlichem Umfang zu bemerken, besonders hohe Rabatte werden manchmal von vorweggehenden Preisanhebungen geschaffen. Die Preise können also vor dem Prime Day nochmal anziehen. Zum anderen gehen durch automatische Preisanpassungsmechanismen viele Onlineshops bei Prime-Day-Angeboten mit und reduzieren auch den Preis im eigenen Onlineshop. Diese Effekte hat die Preisrecherche von t3n auch in diesem Jahr wieder bestätigt.

Der Prime Day wird immer mehr zu einer Art zweiter Black Friday. Das bringt Absatzchancen und ermöglicht Händlern am Prime Day, schnell größere Mengen umzusetzen. Oft handelt es sich langfristig aber um eine Umsatzverlagerung und nicht um einen echten Umsatzzuwachs.

Rundgang in Seattle: Das Amazon-Hauptquartier in Bildern
Amazon-Headquarter, Day One North. (Foto: Jochen G. Fuchs)

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Amazons Prime Day ist ein Prime-Abo-Generierungstag

Amazon nutzt den Prime Day – so seltsam sich das auch anhören mag – nur zweitrangig, um zusätzliche Umsätze zu erzielen. Auch Amazon ist bewusst, dass Umsätze verlagert oder kannibalisiert werden. Und nicht zuletzt sind ja auch jede Menge Angebote vorhanden, die auch Amazon Geld kosten. Rabatte fallen nicht vom Himmel.

Die Kosten für den Prime Day sind aber irrelevant: Erstens ist der Eventcharakter mittlerweile spürbar vorhanden, viele Kunden freuen sich auf den Tag. Zweitens soll der Tag keinen Ertrag bringen, sondern Kunden zu Prime locken.

Der Rabatttag erzeugt mittlerweile eine so enorme Sogwirkung, dass selbst die technischen Störungen zu Beginn der Aktion die Kunden nicht aufgehalten haben. Das US-Medium The Atlantic schreibt, dass Kunden einfach immer wieder zurückgekehrt sind, bis alles wieder funktionierte. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass die Störungen Amazon Umsatz gekostet haben.

Und dieser Umstand zeigt, wieso für Amazon der Prime Day so wichtig ist. Die Kunden, die sich hier an Prime und Amazon gewöhnen, sind so loyal, dass sie bei Störungen einfach solange wiederkommen, bis die Störung behoben ist. Das sind genau die Kunden, die Amazon haben will. Und der Prime Day generiert jedes Jahr Unmengen an Abos, darunter auch Probeabos – von denen viele nicht mehr gekündigt werden. Damit wird der Prime Day zu einem riesigen Prime-Abo-Generierungstag. Und das ist der wahre Grund für den Aktionstag: Neue Prime-Kunden gewinnen und die alten mit einer Schnäppchenshow bestmöglich unterhalten.

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3 Reaktionen
inkognito

ja klar es geht um den kunden und nicht um umsatz...hahahha hab selten so gelacht....

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Emese Klein

Hallo ich habe heute mein bestellung erhalten verschiedene Sorten von Ketchup. Von verschiedene Lieferanten und so habe ich dreimal Versandkosten bezahlt was ich nicht gar nicht fair finde.grus klein

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Daniel

Das hast du verdient, wenn du Ketchup (!) online bestellst

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