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E-Commerce

Amazon-Prime-Händler dürfen selbst versenden: Die Mauer ist gefallen

Amazon Prime öffnet sich für den Händlerversand. (Foto: <a href="http://www.shutterstock.com/pic-194431592/stock-photo-ostfildern-scharnha-usen-germany-may-a-woman-is-picking-up-a-large-stack-of-parcels-by.html?src=BVGEaUiCLGLZArN7ohbrlQ-1-78">Shutterstock</a>)

Prime verkauft besser: Händler, die einen Umsatz-Boost durch eine Teilnahme an Amazons Prime-Programm erreichen wollten, mussten bisher von Amazon versenden lassen. Diese Mauer stürzt jetzt ein.

Amazons Prime-Programm sendet Kunden ihre Bestellungen schneller zu, was dazu führt, dass sich Prime-Artikel besser verkaufen als Standard-Artikel. Onlinehändler mussten bisher ihre Artikel bei Amazon einlagern und auch von Amazon versenden lassen, um mit Ihren Artikeln am Prime-Programm teilnehmen zu dürfen. Diese „Mauer“ ist jetzt in den USA gefallen, in Deutschland dürfte die Hürde kurz- oder mittelfristig ebenfalls fallen.

(Grafik: © RomoloTavani - iStock.com/Amazon Montage: t3n)

Amazon-Prime-Programm erlaubt Händlern eigenen Versand

Wie das Amazon-Prime-Programm herum abzubauen.

Der US-Mode-Onlineshop Webzom soll seit zwei Monaten bereits Prime-Bestellungen aus dem hauseigenen 1500-Quadratmeter-Logistikzentrum versenden dürfen – auf eigene Kosten, wie bei der Teilnahme am Prime-Programm üblich. Brad King, der CEO von Webzom erklärt, dass deshalb nur Produkte ab einem Verkaufspreis über 50 US-Dollar von Webzom beim Prime-Programm gelistet werden.

Webzom generiert rund sieben Millionen seiner zehn Millionen US-Dollar Jahresumsatz bei Amazon.

Details zur Erweiterung des Amazon-Prime-Programms

Das Kundenbindungsprogramm Amazon Prime bietet Kunden eine Mixtur aus Versandvorteilen, Dienstleistungen und Zusatzservices wie beispielsweise den Amazon-Instant-Video-Dienst. Das Prime-Programm listet bereits Millionen Artikel in Deutschland – in den USA erwähnt das Wall Street Journal rund zwei Millionen Produkte.

Bisher sollen sich laut Schätzungen von Brad King, dem CEO von Webzom, in den USA rund zehn Händler für die externe Teilnahme an Amazon Prime qualifiziert haben. Anscheinend wurden diese Händler aktiv von Amazon kontaktiert, aufgrund einer herausragenden Versandhistorie. Die Versandleistung der Teilnehmer an dem Prime-Programm unterliege ständiger Überwachung und könne jederzeit wieder von Amazon beendet werden, so King weiter.

Bisher sind die Neuerungen im Marketplace-System früher oder später auch in Deutschland übernommen worden, weshalb die Prime-Öffnung über kurz oder lang auch in Deutschland erfolgen dürfte. Amazon USA wollte die Meldung gegenüber dem Wall Street Journal nicht weiter kommentieren.

(Screenshot: Amazon)
Das Kundenbindungsprogramm Amazon Prime bietet Kunden viele Extras, nicht nur schnellen Versand. (Screenshot: Amazon)

Nachteile für Händler sinken, Vorteile für Amazon steigen

Neben dem Kostenfaktor ist für Händler auch der Verlust des direkten Kundenkontaktes ein Problem bei Amazon-Prime gewesen: Wenn der Versand nicht mehr vom Händler erfolgt, kann der Händler nicht mehr das Kundenerlebnis beim Auspacken der Sendung kontrollieren. Statt den eigenen Onlineshop zu bewerben oder die eigene Marke in den Vordergrund zu stellen, bekamen die Kunden der Händler eine Sendung im Amazon-Karton, meist noch zusammen mit sinnlosen Gutscheinen anderer Web-Anbieter.

Amazon bietet seinen Kunden durch die Erweiterung mehr Artikel in seinem wichtigsten Kundenbindungsinstrument: im Prime-Programm. Die Versandkosten, die durch die Prime-Mitgliedschaftsgebühr teilweise abgedeckt werden sollen, spart sich Amazon ebenfalls ein: Diese Kosten tragen die Handelspartner.

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7 Reaktionen
Backend bitte beschreiben

Ich habe immer "next-day-delivery" geschrieben scheint mir.

Die Frage ist, welche Infrastrukturen genutzt werden.
Wenn Amazon Lieferung am nächsten Tag garantieren kann, können andere solche Verträge mit der Post/DHL bzw UPS oder wem auch immer auch abschliessen und "next-day-delivery" auf der Webseite, im Ebay-Angebot oder Amazon-Marketplace-Produkt-Beschreibung anbieten und z.B. per Trustee mit der Nachverfolgungs-ID überprüfen lassen. D.h. Käufer, Versender und der Trustee/Notar/OnlineCheckerDienst(wie auch immer die sich nennen würden) nennt die (prozentuale und/oder auch absolute) Zahl der versendeten next-Day-Pakete (und vielleicht auch die der normalen Pakete und Einwurf-Einschreiben) und wie lange die im Schnitt dauern bzw. wie viel Prozent wie viele Tage gebraucht haben. Asiatische Versender haben solche Tabellen auch. Allerdings sind die von niemandem überprüft und auch nicht realtime ausgerechnet.

Auch die Befürchtung aus einem anderen Posting das die Prime-NextDay versprechen aber langsamere Versender benutzen, kann Amazon minutengenau per Sendungs-Verfolgungs-ID überprüfen. Weil man es wahrheitsgetreu kontrollieren kann, wird keiner Prime versprechen und sich nicht dran halten. Also muss Amazon es nicht mehr unbedingt selber machen und auch keine Lager und Arbeiter dafür vorhalten. Gebundenes Kapital minimieren ist sinnvolle Strategie und wird z.b. durch Leasing für Autos oder Gebäude-Leasing realisiert.
Die Kunden unterscheiden leider oft nicht genau zwischen "verkauft und versendet von Amazon", "versendet von Amazon, verkauft von Marketplace-Händler" und "versendet und verkauft von Marketplace-Händler".
Viele Amazon-Angebote könnten teilweise etwas besser erklärt werden.

In New York kann man im Gegensatz zu bestimmten geographischen Regionen keinen Giga-Tower als Gleitflug-Rampe für Drohnen-Pakete benutzen die auf den dort (in New York nicht so sehr aber in anderen Ländern schon) üblichen Flachdächern landen. Gewisse Staaten mögen coole Projekte. Guck doch wo die Firma welche die höchsten Fahnen-Masten baut, überall gebaut hat... China wird iPay vielleicht schneller durchsetzen als andere vermeintlich bessere und fortschrittlichere Länder.

Apotheken und Buchhandlungen werden 2 bzw. 1 mal pro Tag beliefert. Amazon hat bisher leider nicht in jedem PLZ-Gebiet einen Abhol-Punkt obwohl das viel Sinn machen würde und mehrmals täglich beliefert werden könnte.
Same-Day wäre als UBER für Transporte recht preiswürdig realisierbar.
Pizzen usw. werden ja sogar noch schneller geliefert als bei Same-Day. Wer natürlich will, das ein Taxi gleich losfährt und die Drucker-Patrone liefert, soll ruhig 5-10 Euro Aufpreis zahlen. Aber wenn Bestellungen gesammelt werden, wird es pro Kopf günstiger und aus 10 Euro werden vielleicht nur noch 1-2 Euro pro Stück. Irgendwer braucht immer eine SD-Karte für Hochzeits-Photos oder ein Handy-Lade-Kabel/Gerät. Siehe Verkaufsautomaten im Flughafen.

Ich habe nicht besonders streng zwischen sponsored Post und Artikel differenziert und es halt sponsored Artikel genannt. Es ist ja markiert.
" (teilweise gesponsorten) Artikeln " war mehrdeutig:
Nicht gemeint: "Artikel wo Text-Teile gesponsored sind" (welche es hier nicht gibt)
sondern "nicht nur in manchen Artikeln sondern auch in manchen gesponsorten Posts"

Wegen "Prime-Zertifikat": Es sind bisher nur "etwa zehn" handverlesene, von Jeff Bezos vielleicht persönlich ausgewählte besonders tolle Versender um es mal etwas sarkastisch zu titulieren. Da es "jederzeit entzogen" werden kann, verstärkt sich dieser Eindruck als "Große Ehre durch Amazon" noch.

Niemand wird gehindert, selber Next-Day-Delivery zu versprechen auch ohne Amazon oder nur ohne Amazon-Prime als Shop-Plattform. Dazu müsste man halt wissen wie man das macht. Das man die Ware vorhanden hat und sofort in den Versand gibt, sollte klar sein. Aber nach welchem Vertrag oder welchem Produkt aus dem Leistungs-Katalog muss man bei der Post/DHL dazu nachfragen. Welches Back-End braucht man also dafür.

Und wenn man immer wieder Texte (redaktionelle Artikel und sponsored Posts) hier liest welche Zahlungs-Arten man als nächstes einbauen sollte, ist das vermutlich eine stark überschneidende Zielgruppe mit "wie kann ich Next-Day-Delivery anbieten"-Themen oder "Welche Möglichkeiten für Versand und Lagerung gibt es und wie lassen die sich kombinieren und was sind Vor- und Nachteile".

"bei der Teilnahme am Prime-Programm gewinnen Händler lediglich Umsatz dazu, weil sich die Artikel auf der Amazon-Plattform besser verkaufen.":
Wenn sich keine Zusatz-Kosten ergeben, weil man eh schon den Versandpreis im Produktpreis drin hat, bleibt die Umsatz-Rendite gleich und man macht also mehr Gewinn. Bei Ebay gibts auch viele Produkte ohne separat aufgeführte Versandkosten. Falls Next-Day mehr kostet als das bisherige Angebot und man (wegen Konkurrenz) die Preise für Prime (also Next-Day) nicht höher legen kann, sinkt die Umsatz-Rendite dieser Produkte also.
"deshalb nur Produkte ab einem Verkaufspreis über 50 US-Dollar von Webzom beim Prime-Programm gelistet werden." steht ja im Artikel.
Bei Ebay und auch Amazon sind viele Produkte ohne explizite Versandkosten aufgeführt. Die landen also vielleicht eher bei NextDay/Prime als Produkte mit separaten Versandkosten.

Antworten
Olly

Diese Entwicklung empfinde ich persönlich (und als Kunde) als Nachteil. Bisher war ich froh, mich auf den schnellen Amazon Prime Versand verlassen zu können.

Nun obliegt das auch in der Hand jedes x-beliebigen Händlers? Je nachdem wann dort Feierabend gemacht wird und welchen Versandhändler sie gerne haben, bekomme ich die Pakete dann trotz Prime nach 2-3 Tagen und per Hermes geliefert. Na toll..

Antworten
Jochen G. Fuchs

Hallo Olly,

kann ich mir gefühlsmäßig gut vorstellen. Auf Bestellungen, die Amazon erfüllt, überträgt sich das Vertrauen, dass jemand in Amazons Zustellungsgeschwindigkeit hat.

Wie im Artikel steht, will Amazon das ja streng überwachen. Trotzdem interessant bleibt die Frage ob das Label „Prime“, in Verbindung mit dem Zusatz „Versand erfolgt durch XYZ“, durch exakt diesen Zusatz eine gefühlte Abwertung erfährt und die „echten“ Prime-Artikel sich wieder statistisch besser verkaufen werden als die beim Händler gelagerten Artikel.

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

Antworten
Sebastian

Ich würde mir keine Gedanken machen. Eine Sache ändert sich nicht: bei allen Fragen und Problemen bleibt Amazon der Ansprechpartner. Und ein verärgerter Kunde ist nicht im Interesse von Amazon. Daher wird hier sehr genau kontrolliert werden.

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Jochen G. Fuchs

Sehe ich genauso, aber es geht ja bei der Einführung eines solchen „neuen Dienstes“ erstmal um's Vertrauen in die versprochene Zustellgeschwindigkeit, weniger um die tatsächliche Zustellungsgeschwindigkeit.

Wenn der Kunde der Zustellung eines „Händler-Prime-Artikels“ mehr Vertrauen entgegenbringt, als der Zustellung eines „Original-Amazon-Prime-Artikels“, dann dürfte der Original-Artikel sich besser verkaufen.

Das bleibt dann solange so, bis der Kunde durch die hoffentlich effiziente Qualistatätssicherung von Amazon die Erfahrung machen würde, dass die Händler-Artikel genauso schnell ankommen, wie die Original-Artikel.

Backend bitte beschreiben

Hier wird ständig berichtet wie und das man irgendwelchen neuen Zahlungs-Systeme in seinen Webshop anbieten soll.
90% der Leser arbeiten für Webshops und ähnliche Anbieter (Websites).
D.h. Back-End wäre im Gegensatz zu Trivial-News-Sites hier passend.

Wenn Amazon und Ebay die Tracking-IDs kennen, könnten sie knallharte Statistiken neben den Händler schreiben wie schnell er die Ware bei der Post abliefert (und wie schnell es ankommt was aber vom Einlieferdatum abhängt weshalb (wie beim Formel-1-Start) des Einlieferdatum der Relevante Faktor ist.
Viele Händler scheinen das Produkt beim Vorlieferanten zu beziehen weshalb es oft 1 Tag Verzögerung gibt :-(((

Kurzum: Welche Kosten und Aufwand muss man erfüllen um Next-Day-Delivery zu bieten ? Das kann man nämlich auch ohne persönliches Prime-Zertifikat von Jeff Bezos bei seinem Ebay-Shop und seinem persönlichen Webshop bewerben. Und genau solche Zielgruppen (Web-Dienstleister für Webshops) werden doch hier mit (teilweise gesponserten) Artikeln bedient.

Auch stellt sich die Frage ob man nicht je nach Location des Versandzentrums oder welches Produkt in welchem Versandlager herumliegt nur Kunden an der Westküste oder Ostküste Prime anbieten kann. Der Rest muss einen Tag länger warten. UPS müsste APIs dafür anbieten und Amazon dementsprechend ein PRIME-Logo daneben packen oder nicht je nachdem wo man wohnt und wie schnell das Produkt dorthin lieferbar ist. Ist ja nicht Singapur, Hongkong oder Dubai wo man von einem hohen Tower die Drohnen im Gleitflug auf die Flachdächer der Empfänger "runterwerfen" kann und somit nicht nur next-day-Delivery sondern "1h instant-delivery" realisieren kann.
In Fortschrittsfeindlichen Gebieten oder auch in New York geht das eher nicht. Also realisiert es keiner obwohl die genannten Stadt-Staaten sehr kaufkräftig sind...

Antworten
Jochen G. Fuchs

Hallo „Backend-Beschreiben“,

leider verstehe ich nicht ansatzweise, was du uns mitteilen möchtest. In dem Artikel ist nicht von Zahlungssystemen die Rede, es geht nicht um ein „Prime-Zertifikat“ auch nicht um Same-Day-Delivery. Ich verliere ehrlich gesagt den Anschluss ...

Was immer du auch meinst, es gibt bei uns keine „teilweise gesponserten“ Artikel, ein Sponsored Post ist klar als solcher gekennzeichnet – und als Anzeige.

Same-Day-Delivery ist in Deutschland für viele Kunden und Händler völlig uninteressant (https://t3n.de/news/same-day-delivery-hype-stirbt-532830/), bei der Teilnahme am Prime-Programm gewinnen Händler lediglich Umsatz dazu, weil sich die Artikel auf der Amazon-Plattform besser verkaufen.

„Auch stellt sich die Frage ob man nicht je nach Location des Versandzentrums oder welches Produkt in welchem Versandlager herumliegt nur Kunden an der Westküste oder Ostküste Prime anbieten kann. Der Rest muss einen Tag länger warten. UPS müsste APIs dafür anbieten und Amazon dementsprechend ein PRIME-Logo daneben packen oder nicht je nachdem wo man wohnt und wie schnell das Produkt dorthin lieferbar ist.“
Gehört bereits zur Standard-Logistikvorgehensweise bei Amazon.

„In Fortschrittsfeindlichen Gebieten oder auch in New York geht das eher nicht. Also realisiert es keiner obwohl die genannten Stadt-Staaten sehr kaufkräftig sind...“
? http://www.amazon.com/b/?node=10481056011

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

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