Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Kommentar

Wieso Amazon-Prime-Wardrobe das Potential hat, die ganze Fashionbranche zu erschüttern

Seite 2 / 2

Kauf auf Rechnung gehört zum Standardangebot in der Fashionbranche. Dass nur bezahlt wird, was der Kunde behält, ist nur in den USA ein grundsätzlicher Kundenvorteil. Allerdings bekommt aus Sicherheitsgründen nicht jeder Kunde diese Zahlungsart bei jedem Anbieter eingeräumt oder manche Kunden möchten lieber per Lastschrift oder Kreditkarte bezahlen. In diesem Fall ist die Amazon-Methode auch in Deutschland besser und bequemer – bei Lastschrift und Kreditkarten- oder Paypal-Zahlung wird nämlich direkt nach Lieferung belastet. Bei Amazon-Prime-Wardrobe erst nach Rücksendung.

Für Amazon-Kunden in Deutschland wäre Prime-Wardrobe auch generell zahlungstechnisch eine Verbesserung, dort wird überwiegend per Lastschrift bezahlt, die Zahlungsart Rechnung gibt es zwar – aber unterliegt erstens Einschränkungen und zweitens ist die Bestellung sofort nach Lieferung zu bezahlen.

Maximale Bequemlichkeit wird den Sieg davon tragen

Eine gängige Vorgehensweise um Retouren zu verringern und damit Kosten zu sparen, ist das Erschweren von Retouren – in der Hoffnung, dass der Kunde Ware einfach behält, statt sich die Mühe zu machen. Im Kleidungsbereich fallen nämlich nicht nur Kosten für die Rückabwicklung an, sondern vor allem auch für die Aufbereitung der zurückgesandten Kleidung.

Amazon macht das Gegenteil und erleichtert die Retouren maximal, und wählt statt einer negativen, lieber eine positive Bestärkung und gewährt einen gestaffelten Rabatt: Behält der Kunde drei Kleidungsstücke gibt es zehn Prozent Rabatt, bei fünf Kleidungsstücken satte 20 Prozent. Amazon reinvestiert hier potentiell eingesparte Rückabwicklungs- und Wiederaufbereitsungskosten der Kleidungsstücke in Wachstum. Eine gängige Amazon-Methode.

Selbst wenn das Programm sich als vorerst defizitär erweisen sollte, ist nicht auszuschließen, dass Amazon-Prime-Wardrobe großflächig skalieren wird. Um Wachstum und Marktanteile zu gewinnen.

Sobald Amazon-Prime den Beta-Status verlässt, sollte die Branche mit ähnlichen Konzepten reagieren. Gestalten Fashionhändler den Prozess dann aber nicht mindestens exakt so kundenfreundlich wie Amazon – verlieren sie. Denn Kunden sind vor allem eines: bequem. Da geben Kleinigkeiten schon den Ausschlag.

Zu diesem Pro-Kommentar gehört eine zweite Meinung, der Kontra-Kommentar von Alexander Lorenz: „Amazon-Prime-Wardrobe: Die Rechnung wird für Amazon nicht aufgehen“.

Startseite
  • Seite:
  • 1
  • 2

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

4 Reaktionen
JeyPe

Gibt es doch hier schon länger. Z.B. Outfittery.

Antworten
Björn

hmmm.... 10 Teile bestellen, 5 gefallen aber trotzdem 20% Rabatt einstreichen? Einfach erst mal alles zurücksenden und dann nochmals die 5 bestellen und behalten :) Das wird ein Spaß ;)

Antworten
Christoph

Hier gibt es schon das Widerrufsrecht...

Antworten
Jochen G. Fuchs

Welches in etwa so bequem wie ein Nagelbrett ist. Das Widerrufsrecht ist irrelevant in diesem Kontext, es geht nicht darum dass der Kunde überhaupt etwas zurückgeben darf, sondern wie diese Retoure gestaltet ist.

Viele Grüße aus der Redaktion
Jochen

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.