E-Commerce

Konkurrenz für Etsy und DaWanda: „Handmade at Amazon“ gestartet [Update]

Handmade at Amazon. (Screenshot: Amazon/t3n)

Amazon bastelt an einem neuen Geschäftsfeld – der E-Commerce-Riese soll einen Marktplatz für Selbstgemachtes planen: Handmade. Damit würden etablierte Anbieter wie Etsy und DaWanda herausgefordert.

Update vom 8. Oktober 2015:
Amazon hat seine bereits im Frühjahr kolportierten Pläne wahr gemacht und mit „Handmade at Amazon“ einen Marktplatz für Selbstgemachtes gestartet – vorerst einmal auf der Amazon.com-Plattform. Damit tritt der Online-Händler in direkte Konkurrenz zu der New Yorker Online-Plattform Etsy. In Deutschland müsste sich das Online-Portal DaWanda auf den Rivalen einstellen.

Handmade macht Anbieter sichtbar

Auf der neuen Amazon-Plattform sollen insgesamt 80.000 Produkte von rund 5.000 Verkäufern aus 60 Ländern angeboten werden. Die Handwerker und Künstler der entsprechenden Artikel sind auf der jeweiligen Produkt-Website bei „Handmade at Amazon“ mit dem Verkäufernamen und einem Foto sichtbar. Ein kleines Icon zeigt das Land an, aus dem sie stammen. Die Anbieter zahlen bei Amazon keine Einstellgebühr, müssen aber zwölf Prozent des Verkaufspreises abgeben.

Handmade-Anbieter: Profilbild und Herkunftsland. (Screenshot: Amazon/t3n)

Handmade-Anbieter: Profilbild und Herkunftsland. (Screenshot: Amazon/t3n)

Zu Beginn werden die selbstgemachten Produkte bei Amazon in sechs Kategorien gelistet: Heim, Schmuck, Kunstwerk, Schreibwaren und Partyartikel, Küche und Esszimmer sowie Baby. Inwieweit Amazon den etablierten Marktplätzen wirklich Konkurrenz machen kann, wird sich zeigen. Erste Anbieter bei Etsy klagen laut einem Bericht der New York Times aber bereits über stark gesunkene Besucherzahlen auf ihren Seiten.

Handmade: Amazon fischt im Etsy-Becken

Gerade ist Etsy, der US-Marktplatz für Selbstgemachtes, furios an der Börse gestartet, da steht das Unternehmen vor der vielleicht größten Herausforderung seiner zehnjährigen Firmengeschichte. Denn Amazon plant offenbar, mit einem eigenen Angebot namens „Handmade“ in Konkurrenz zu Etsy oder dem deutschen Marktplatz DaWanda zu treten.

Handmade: Etsy soll Konkurrenz von Amazon bekommen. (Foto: Etsy.com)

Handmade: Etsy soll Konkurrenz von Amazon bekommen. (Foto: Etsy.com)

US-Medien wie das Wall Street Journal berichten, dass Amazon an Anbieter herangetreten sei, um diese über sein neues Angebot zu informieren. Die Angeschriebenen sollten ein Kontaktformular ausfüllen, um exklusiv über Updates auf dem Laufenden gehalten zu werden, während Amazon die Shop-Entwicklung vorantreibe.

Wie genau das Handmade-Angebot aussehen wird, ist unklar. Dass Amazon bei Etsy um Anbieter wirbt und den Namen Handmade gewählt hat, deutet jedenfalls daraufhin, dass es sich um eine ähnliche Marktplatzvariante handeln wird, bei der Anbieter Selbstgemachtes an Kunden verkaufen können.

Etsy versus Amazon Handmade: Geringere Gebühren und geringere Reichweite

Der Marktplatzbetreiber verdient bei diesem Modell über das Erheben einer Gebühr für das Einstellen der Artikel und/oder über einen Anteil an den Verkäufen. Die Gebühren bei Etsy sind allerdings deutlich geringer als die, die Amazon aktuell etwa auf seinem Marketplace erhebt, wo gebrauchte Produkte verkauft werden. Amazon punktet dafür im Vergleich mit seiner deutlich größeren Reichweite.

Etsy hat nach eigenen Angaben mehr als 1,4 Millionen aktive Verkäufer und knapp 21 Millionen aktive Käufer. Der Umsatz belief sich im abgelaufenen ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 58,5 Millionen US-Dollar. Amazon hat im Vergleich dazu weltweit rund 260 Millionen aktive Kundenkonten und im ersten Quartal 2015 einen Umsatz in Höhe von 22,72 Milliarden US-Dollar erzielt.

via www.cnet.com

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Ein Kommentar
Zimmermanns Internet
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Konkurrenz belebt das Geschäft, sagt man. ;-)

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