Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

E-Commerce

Amazon-Streik in Deutschland: Droht Millionen Geschenken der Lieferstopp?

Amazon-Lager im Streik.  (Foto: William Christiansen / Flickr)

Amazon-Streik kurz vor Weihnachten – in gleich drei deutschen Lagern haben Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt. Bis Mittwoch soll der Arbeitskampf andauern. Droht Millionen Geschenken der Lieferstopp?

Amazon-Streik: Ver.di ruft Beschäftigte zum Arbeitskampf auf

Die Arbeitnehmergewerkschaft ver.di hat am Montag Abend Amazon-Mitarbeiter zum Streik aufgerufen. Betroffen sind die Großlager des weltweit größten Online-Kaufhauses in Leipzig und Bad Hersfeld sowie erstmals auch der Standort Graben. Bis voraussichtlich Mittwoch soll die Arbeit von rund 1.800 Beschäftigten an den drei Standorten ruhen. Und das ausgerechnet am Höhepunkt des Weihnachtsgeschäfts, eine Woche vor Heiligabend.

„Müssen uns gegen Amazon-Methoden zur Wehr setzen“

Amazon-Streik: Bis voraussichtlich Mittwoch wollen rund 1.800 Beschäftigte an drei deutschen Standorten gleichzeitig ihre Arbeit niederlegen.
Amazon-Streik: Bis voraussichtlich Mittwoch wollen rund 1.800 Beschäftigte an drei deutschen Standorten gleichzeitig ihre Arbeit niederlegen.

Mit dem Amazon-Streik erhöht die Gewerkschaft den tarifpolitischen Druck auf das Unternehmen. Mit dem Streik kämpfen die Mitarbeiter für einen Tarifvertrag und bessere Arbeitsbedingungen. „Die Beschäftigten bei Amazon bringen Tag für Tag hervorragende Arbeit, und dafür fordern sie zu Recht die Verbindlichkeit und den Schutz des Einzel- und Versandhandels-Tarifvertrages und darüber hinaus gesunde Arbeitsbedingungen sowie eine respektvolle Behandlung“, sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. Das System Amazon sei geprägt von prekären Löhnen, enormen Leistungsdruck sowie befristeten Arbeitsverhältnissen. „Umso wichtiger ist es, dass sich die Beschäftigten gegen diese Methoden zur Wehr setzen“, so die Gewerkschafterin weiter. Im Kern sehen Arbeitnehmer einen Tarifvertrag vor, wie er auch im Einzelhandel üblich ist.

Amazon-Chef sieht sich als Logistik-Dienstleiser

Amazon-Chef Jeff Bezos bleibt stur: Er sieht sein Unternehmen als Logistik-Dienstleister und ist somit nicht zur Zahlung höherer Löhne bereit. (Foto: jurvetson / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Doch davon will Jeff Bezos, Chef des weltweit größten Versandunternehmens, nichts wissen. Er beharrt auf die geltenden Regelungen in den USA, wo Amazon in der Rolle eines Logistik-Dienstleisters vergleichsweise niedrigere Löhne zahlen muss als Einzelhändler. Das Kommissionieren, Verpacken und Versenden von Waren sei die hauptsächliche Aufgabenstellung von Amazon-Mitarbeitern und somit keine Tätigkeit im Sinne des Einzelhandels, argumentiert das Unternehmen. Zudem seien die deutschen Löhne mit 9,55 Euro ohnehin schon höher als anderswo.

Amazon-Streik: Millionen Weihnachtsgeschenke in Gefahr?

Bis voraussichtlich Mittwoch soll der Amazon-Streik dennoch fortgesetzt werden. Die Frage, die sich jetzt viele Online-Kunden kurz vor Weihnachten stellen: Kommen meine bestellten Geschenke überhaupt noch rechtzeitig an? Fakt ist: Von den bundesweit rund 23.000 Amazon-Mitarbeitern befinden sich derzeit „nur“ etwa 1.800 im Streik. Zu Verzögerungen bei der Zustellung soll es deshalb nicht kommen, Amazon selbst gibt sich gelassen: „Unsere Kunden können sich selbstverständlich weiterhin auf die rechtzeitige Zustellung ihrer Weihnachtsgeschenke verlassen", sagte eine Sprecherin.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

16 Reaktionen
S-H

Da Amazon sehr viele Mitarbeiter sowie Versandzentren in Europa besitzt, werden die Lieferungen sicher pünktlich zu Weihnachten ankommen.

Ich finde, die Leute die da streiken sollten froh sein, dass sie überhaupt einen Job haben. Wenn sie den nicht mögen, könnten sie ja auch aufhören dort zu arbeiten...

Antworten
Tim

"Und diese blöde W****** soll sich nicht lobpreisen für 9,55€ denn das ist ein Witz! Wer soll davon leben?" @Sly: Du weißt aber schon, dass 9,55€ mehr sind als die 9,17€, die Verdi im Logistik-Tarifvertrag ausgehandelt hat? Soll heißen: es gibt Leute, die müssen die gleiche Arbeit wie die Amazon-Angestellten machen und bekommen dank Verdi weniger Geld.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Die-Bezahlung-bei-Amazon-und-was-es-nach-Tarif-gaebe-2066484.html

Antworten
Tassja

Tja und nicht umsonst geht Amazon mittlerweile auch in andere, an Deutschland angrenzende Länder! Wenn Bürokratie-Dinosaurier wie Verdi nichts Besseres zu tun haben, als innovativen großen Unternehmen durch solche Maßnahmen das Leben schwer machen wollen.

Was soll eigentlich dieser Blödsinn von Verdi und Co?

Warum treten die nur in Erscheinung, wenn es darum geht, mehr Geld bei eigentlich nicht schlecht bezahlten Jobs wie bei Amazon durchzusetzen?
Warum setzen die sich nicht mal mit den Arbeitgebern zusammen an einen Tisch und kämpfen gemeinsam gegen die immer mehr steigenden Lohnnebenkosten oder gegen die schleichende Steuererhöhung in Deutschland?

UND ... was soll immer dieser Shitstorm gegen Amazon? Diese Unternehmen hat nicht Negatives gemacht - es hat nur eine Marktlücke gefunden und hier seine Position schnell ausgebaut.
Der Einzelhandel resp. die Handelskonzerne wie Kaufhof, Karstatt, Neckermann und Co. haben doch bestens ihre Unfähigkeit dahin gehend bewiesen, dass sie schlichtweg die Entwicklung verschlafen haben. Nun mittels Verdi oder anderer "befreundeter" Gruppierungen den Mitbewerbern wie Amazon das Leben schwer zu machen ist einfach nur lächerlich!

Wie Michaela richtig schrieb - es gibt viele Arbeiter in Deutschland, welche sich über einen Stundenlohn wie die von Amazon gezahlten 9,55€ freuen würden. Wo sind hier die Gewerkschaften? Ah ich vergaß - diese stellen ja keine Konkurrenz für die Lobbyismuskonzerne in Deutschland dar!

Beste Grüße aus Spanien und ich hoffe, dass sich Amazon von derartigen Maßnahmen nicht beeindrucken lässt...

Antworten
Phil L

Humbug, ich bin bei Amazon in Graben angestellt und die Medienberichte sind nicht viel mehr als Rufmord.

Ich kriege 10,50 die Stunde, was für ungelernte Arbeit ein Luxus ist - mit einem Einzelhandelstarif wären das dann deutlich weniger. Brutto komme ich auf 1750.

Die Arbeitsbedingungen sind unmenschlich für Leute, die nur im Büro sitzen und sich den Daumen lutschen. Ich bin bereit, für mein Geld was zu arbeiten und dafür bin ich ja da! Die Kollegen sind super nett und zumindest in Graben ist das Klima sehr locker. Natürlich hat man betriebspolitische Vorgaben für sowohl Qualität als auch Quantität, aber das hat man in allen großen betrieben!

Ich kann als Fazit nur schließen - wer sich darüber aufregen will, sollte sich aus erster Hand informieren und nicht zweitklassigen Medienberichten seinen Glauben schenken!

Antworten
Michaela

Tja, ich wäre froh über 9,55 Euro. Dies ist mehr als so mancher in Deutschland bekommt. Ich bestelle weiterhin bei Amazon und erhalte somit Arbeitsplätze. So weit denkt keiner, ihr habt bestimmt alle einen Mobil und DSL Festnetzvertrag. Da sind die Arbeitsbedingungen schlechter und dank der "Geiz ist geil" Mentalität die "Löhne" niedriger. Und tatsächlich kann man davon ohne Stütze leben.

Antworten
wernerlaude

Das Thema hat sich sowieso in ca. 2 Jahren erledigt. Dann machen Roboter den Job und die jetzt Streikenden können zu Hause bleiben, zum Hartz4 Tarif ...

Antworten
Uli

@ Hannes.
1. Als Einpacker brauchst Du keine Ausbildung, als Elektroniker musst Du min. 3,5 Jahre lernen.
2. Bei den Gehältern der Manager bebe ich Dir recht.
3. Bei einem Stundenlohn von 12 € berechne noch einmal ca. 50% Lohnnebenkosten. Bist Du bereit, einen wesentlich höheren Preis für Dein tägliches Leben auszugeben?

Antworten
Hannes

@ Max Wo arbeitet denn ein Elektroniker härter als die armen Schweine bei Amazon? Woran bzw. wie misst du wie hart jemand arbeitet? Schweißtropfen zählen? Und wie rechtfertigst du Managehälter jenseits von Gut und Böse? Arbeiten die noch härter? ^^ Weisst du eigentlich, dass wir die ganzen Billigheimer mitfinanzieren? Das sind die Aufstocker, die wegen ihres Niedrigstlohns zum Amt müssen. Gelder, die hätten vom Arbeitgeber kommen müssen. Gelder, die er nicht zahlt und sich einstreicht. So sieht die Sache aus. Das ist der Grund wieso ich in die Luft gehe, wenn ich Stundenlöhne sehe wovon man nicht leben kann. Unter 12 Euro, meine Meinung, sollter niemand arbeiten müssen. Es ist nicht so, dass die das nicht zahlen können. Es ist so, dass die das nicht wollen. Wozu auch? Unser Sozialsystem öffnet doch Tür und Tor für sowas.

Antworten
Michael Wahl

Ich habe gehört, man kann Geschenke auch in sogenannten Geschäften kaufen. Angeblich soll man das auch Monate vor Weihnachten machen können. Ist allerdings nur ein Gerücht.

Antworten
Daniel Hüfner

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für eure zahlreichen Kommentare. Ich bin selbstkritisch genug, um eure Argumente hinsichtlich der Überschrift nachvollziehen zu können. Soll heißen: Euer Feedback nehme ich auf jeden Fall mit und werde mich daher in Zukunft bemühen, diese Form der Überschrift in Zukunft zu vermeiden.

Beste Grüße aus Hannover,

Daniel

Antworten
Peter

@alex: Solche reißerischen Überschriften sind hier leider die Regel geworden. Man vergleiche die Überschriftung der Bild Zeitung zu diesem Thema "Bleiben jetzt Tausende Pakete liegen?". Verstehe auch nicht, wieso sich t3n immer auf ein solches Niveau begeben muss.

Antworten
Max

Was machen die denn bei Amazon? Sie verpacken die Ware.Und dafür soll es einen Lohn geben der so hoch ist wie bei einem normal Arbeitenden wie Elektroniker? Das wäre dann wieder unfair für die anderen. Dann würden die bei Amazon für simplere und weniger Arbeit mehr verdienen als die die härter arbeiten.Die Amazon Mitarbeiter verdienen jetzt schon 1600€ im Monat Proto und das ist für die Arbeit eigentlich genügend.Die Mitarbeiter von Adidas die die Kleidung im Ausland herstellen verdienen ein paar Cent die Stunde.

Antworten
alex

Ach, kommt schon. Einen Text mit dem Titel "Droht Millionen Geschenken der Lieferstopp?" zu veröffentlichen, der mit dem Satz endet "Zu Verzögerungen bei der Zustellung soll es deshalb nicht kommen [...]" – das ist billig, boulevard und euch nicht würdig.

Antworten
Sly

Es sind zu wenig Amazonmitarbeiter im Streik. Das komplette Amazon weihnachtsgeschäft in Deutschland muss ans liegen kommen. Es dürfte längst niemand mehr da bestellen. Die Ausbeute muss mal ein Ende haben. Und diese blöde W****** soll sich nicht lobpreisen für 9,55€ denn das ist ein Witz! Wer soll davon leben?

Antworten
Andreas Lenz

also ich stelle mir die frage gerade auch und wollte eigentlich heute bestellen

Antworten
Moe

Die Frage war dann ja auch eher mal Clickbait.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen

Finde einen Job, den du liebst