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Amazon testet in den USA ungewöhnliche Sendungsverfolgung

In den USA fotografiert Amazon Pakete, die auf dem Grundstück des Empfängers abgelegt werden. (Bild: Julie Clopper / Shutterstock)

Amazon fotografiert Pakete, die auf dem Grundstück des Empfängers abgelegt werden – wenn auch vorerst nur in den USA. Das Vorgehen ist allerdings aus mehreren Gründen nicht unproblematisch.

Amazon macht in den USA vermehrt Fotos von Paketen, die irgendwo auf dem Grundstück des Empfängers abgelegt werden. Insbesondere Kunden, die einer Zustellung in Abwesenheit an einen bestimmten Platz zugestimmt haben, soll so ermöglicht werden, ihr Paket möglichst schnell zu finden, ohne mit detektivischem Spürsinn den eigenen Garten absuchen zu müssen. „Die visuelle Lieferbestätigung zeigt den Kunden, dass ihre Pakete sicher angekommen sind, und es ist eine von vielen Lieferinnovationen, an denen wir arbeiten, um den Komfort für unsere Kunden zu verbessern“, zitieren US-Medien eine Amazon-Sprecherin.

Privatsphäre: Fotos durch Amazon-Zusteller nicht von jedem erwünscht

Die Fotos werden dem Kunden im Zusammenhang mit der Lieferung übermittelt und ins Kundenkonto gelegt. So ist dokumentiert, wo ein Zusteller das Paket abgelegt hat. Das Vorgehen hilft auch dem Paketausträger weiter, wenn ein Paket verschwunden ist. Hier hatte es (ähnlich wie auch in Deutschland) immer wieder Verdächtigungen gegeben, wenn ein Paket nicht beim Empfänger ankam. So ist zumindest die Auslieferung dokumentiert.

Unproblematisch ist dieses Vorgehen allerdings aus mehreren Gründen nicht: Zum einen bemängeln Datenschützer, dass durch die Dokumentation die Privatsphäre des Kunden in Mitleidenschaft gezogen werde, zum anderen sagt so ein Foto ja erst einmal nur aus, dass das Paket zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort gelegen hat. Es ist aber immerhin ein Vorteil, wenn der Kunde weiß, dass ein Paket am angegebenen Ort liegt. In der Vergangenheit war es (genauso hierzulande) immer wieder zu Fällen gekommen, in denen Waren aufgrund unsachgemäßer Ablage durchnässt, zerstört oder entwendet worden waren.

In puncto Datenschutz beruhigt Amazon: Die Fotos würden mit einem speziellen Gerät erstellt und ins System hochgeladen, ohne dass der Zusteller weiter darauf Zugriff hat. Auch Amazon selbst verwende die Fotos ausschließlich für den genannten Zweck. Datenschützer in den USA hatten Befürchtungen geäußert, dass sich die Fotos auch für die Klassifizierung von Kunden eignen würden. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

Photo-on-Delivery: Amazon-Service nicht bei vertraulichen Adressen

Der Service namens „Photo on Delivery“ ist in den USA bereits im Großraum Seattle sowie in San Francisco und in Northern Virginia verfügbar und soll nach und nach landesweit ausgerollt werden. Für welche Kundenkreise und Auslieferer das Programm verpflichtend ist, ist unklar. Immerhin sollen Kunden, deren Adresse als „vertraulich“ gekennzeichnet ist, hiervon ausgenommen werden. Diese Kundengruppen werden aber wohl auch sonst keiner Ablage hinterm Blumenkübel oder auf der Terrasse zustimmen.

Ob und wann das Programm auch in Europa zum Einsatz kommt, ist nicht bekannt. Kunden, die einer Ablage in Abwesenheit nicht zugestimmt haben, werden hierzulande wohl auch weiterhin ihr Paket bei einer Postfiliale oder in einem der Amazon Locker genannten Packstations-Klone abholen müssen.

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