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Amazon verschwindet aus Google Shopping: Ursachen und Folgen

Amazon schaltet aktuell keine Anzeigen mehr bei Google Shopping. (Foto: mirtmirt/Shutterstock.com)

Amazon hat Ende April seine Werbung über Googles Produktsuchmaschine eingestellt. Mögliche Hintergründe und Folgen für Händler und Google.

Amazon hat sich ohne Angabe von Gründen aus der Produktsuchmaschine Google Shopping zurückgezogen. Seit Ende April schaltet der US-Konzern laut der Digital Marketingagentur Merkle keine Product-Listing-Ads (PLA) mehr, was auf einen Ausstieg von Amazon hindeutet.  Der Schritt ist nachvollziehbar, da Amazon längst selbst zur Produktsuchmaschine geworden ist. Während Händler kurzfristig profitieren könnten, wird Google eher unter Amazons Rückzug leiden.

Amazon bei Google Shopping

Amazon investierte laut Merkle den größten Teil seines Google-Shopping-Budgets in die Kategorie Home & Living, war aber auch in anderen Kategorien wie Möbel, Büromaterial und Geschenkartikel aktiv.

Seit dem 28.April sollen keine Aktivitäten von Amazon mehr zu verzeichnen sein, Product-Listing-Ads sind keine mehr zu sehen. Die Digital-Agentur Merkle will schon zum Ende des Quartals einen Abstieg der Aktivitäten von Amazon aufgezeichnet haben. Im Bereich Google Adwords bleibt der US-Konzern bisher aktiv.

Amazon als Produktsuchmaschine

Amazon hat längst nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland Google als Produktsuchmaschine abgelöst. Die sehr spezielle Klientel der Prime-Kunden umfasst laut Amazon mittlerweile mehr als 100 Millionen Menschen weltweit. Zum Vergleich: Deutschland hatte Mitte 2017 rund 82,7 Millionen Einwohner.

Damit nicht genug, Prime-Mitglieder sind für andere Onlineshops so gut wie verloren – sie kaufen nahezu ausschließlich bei Amazon. Eine mögliche Interpretation der ausbleibenden Werbeschaltungen von Amazon ist eine bewusste Entscheidung gegen Google Shopping. Und diese Entscheidung könnte getrieben sein von zwei Faktoren: Amazon ist als Suchmaschine jetzt unabhängig von Google Shopping und will die Konkurrenz nicht aufwerten – und gleichzeitig Streuverluste vermeiden. Wozu externen Diensten Geld für Nutzer bezahlen, die sowieso schon Amazon gehören.

Google Shopping verliert Amazon Kunden

Eine Folge für Google Shopping könnte der Verlust einiger Nutzer sein: Amazon-Kunden, die den Google-Dienst noch benutzen, weil Amazon dort auch präsent ist. Die werden jetzt gehen – ob das eine Größe ist, die ins Gewicht fällt, ist eine Frage, die noch schwer zu beantworten ist.

Amazon sieht sein Sortiment und den Zugang zum Kunden als einen wesentlichen Bestandteil seines Geschäftsmodells an. Wenn ein anderer Anbieter versucht, das für sich zu nutzen, kann es Gegenmaßnahmen hervorrufen. Google hat in den USA begonnen, Google Shopping mit einem Warenkorb zu versehen und nutzt damit Kunde und Sortiment für eigene Zwecke – das könnte den möglichen Entschluss zum Rückzug mit vorangetrieben haben.

Amazon zog sich in der Vergangenheit von einigen Affiliate-Netzwerken und Schnäppchenportalen zurück, aber bisher nicht von allen: Bei Idealo sind beispielsweise weiterhin Amazon-Angebote zu finden.

Händler können kurzfristig profitieren

Die Digitalagentur Merkle äußert die Vermutung, dass das freiwerdende Budget von Amazon bei Google Shopping Werbeplätze frei machen könnte und dadurch Klickpreise und Konversionsraten steigen könnten.

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