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Amazon will grüner werden und 50 Prozent seiner Pakete CO2-neutral verschicken

Amazon will seinen Co2-Fußabdruck veröffentlichen und bis 2030 50 Prozent seiner Lieferungen klimaneutral zustellen. (Foto: Jordan Stead / Amazon)

Amazon hat große Pläne und will komplett auf erneuerbare Energien umsteigen. Erster Schritt: CO2 bei der Zustellung reduzieren.

Amazon will seine Umweltbilanz verbessern und kündigt an, langfristig die komplette globale Infrastruktur mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Gleichzeitig benennt Amazon das konkrete Ziel, bis zum Jahr 2030 50 Prozent seiner Lieferungen CO2-neutral zu versenden.

Amazon will bis 2030 die Hälfte seiner Lieferungen CO2-neutral zustellen

In einem Blogbeitrag kündigt Amazon seine Pläne zur Verbesserung der Umweltbilanz an. Der Beitrag fokussiert sich auf ein Projekt namens „Shipment Zero“, wie Amazon das Projekt rund um die geplante klimafreundliche Zustellung getauft hat.

Der aktuelle Stand der Technologie in den Bereichen Elektroautos, Bio-Flugzeugbenzin, wiederverwertbare Verpackungen und erneuerbare Energien würde Amazon jetzt zum ersten Mal einen Weg zu klimaneutralen Lieferungen eröffnen, schreibt das Unternehmen. Und kündigt an, auch Zulieferer und Partner entlang der Lieferkette dahingehend zu beeinflussen, dass auch diese ihre Umweltbilanz verbessern.

Das ist auch nötig, weil Amazon nicht die komplette Lieferkette selbst abbilden kann. Um das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, muss das Unternehmen unter anderem Paketdienste beeinflussen.

Amazon will langfristig komplett auf erneuerbare Energien umstellen

Im Laufe des Jahres will Amazon seinen CO2-Fußabdruck veröffentlichen. In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen ein wissenschaftliches Modell entwickelt, um den CO2-Verbrauch zu erfassen und einzelnen Geschäftsbereichen Informationen zu liefern, wie der CO2-Ausstoß reduziert werden kann.

Im operativen Geschäftsbetrieb sollen rund 200 Forscher, Ingenieure und Produkt-Designer an neuen Möglichkeiten arbeiten, Amazons Marktmacht „zum Wohle der Kunden und des Planeten“ einzusetzen, so der Blogbeitrag.

Als Beleg für bisherige Investments führt Amazon den Einsatz bei der Recycling Stiftung The Closed Loop, ein eingerichtetes Netzwerk aus Windkraft- und Solaranlagen, sowie Solaranlagen auf den Dächern der Fulfilment-Center an. Amazon erwähnt am Rande auch die sogenannten frustfreien Verpackungen, die nachhaltiger einzuordnen sind als herkömmliche Produktverpackungen, sowie den Versand „im eigenen Karton“, bei dem Produkte im Verkaufskarton versendet werden – ohne eine zusätzliche Versandverpackung.

t3n meint: Greenwashing oder ein tatsächlicher Versuch, die Umweltbilanz von Amazon zu verbessern – das dürfte die erste Frage sein, die sich beim Lesen dieser Ankündigung aufdrängt. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach ist Amazons Ankündigung sogar deutlich mehr als nur ein Versuch die Bilanz zu verbessern. Es ist ein langfristiger, strategischer Plan. Bezos scheint hier keine halben Sachen zu machen, sondern mit langfristig höheren Kosten zu rechnen, wenn das Unternehmen nicht handelt. Das ist nicht unrealistisch, denn die Umweltkosten könnten langfristig steigen, falls Unternehmen von Staaten stärker für den CO2-Ausstoß zur Kasse gebeten werden. Interessant in diesem Zusammenhang ist der Ausbau der eigenen Logistikflotte. Aktuell Benziner – aber Amazon hat gerade bei Rivian, einem US-Elektroauto-Hersteller, der schwere Fahrzeuge wie Pickups und SUV produziert, 700 Millionen US-Dollar investiert. Es drängt sich die Vermutung auf, dass Amazon bis 2030 seine Logistikflotte auf Elektro umstellen will – und am liebsten 50 Prozent seiner Sendungen selbst zustellen will. Denn nur dann hätte Bezos die Lieferkette bis ans Ende unter seiner Kontrolle. Jochen G. Fuchs

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