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Amazons geheimes Pharma-Projekt 1492: Patientendaten sind das nächste Ziel

Hallo Dr. Alexa! Kommt der Telearzt von Amazon? (Foto: David Tadevosian/Shutterstock)

Amazon fühlt sich von milliardenschweren Branchen angezogen, um sein Business zu erweitern: Nach Cloud-Services, Marketing und Lebensmittelhandel nun die Pharma-Industrie. Das Pharma-Projekt 1492.

Fünf Analysten von Goldman-Sachs haben auf CNBC in einem 30-seitigen Bericht über Amazons Bestrebungen rund um den Pharmamarkt veröffentlicht. Demzufolge bündelt Amazon seine Kräfte, um auszulotsen, welche geschäftlichen Möglichkeiten sich im Pharmamarkt ergeben. Der US-Markt rund um verschreibungspflichtige Arzneimittel ist immerhin 560 Milliarden US-Dollar schwer.

1492 soll den Pharmamarkt aufrollen

Die Schwierigkeit im Gesundheitswesen liegt dabei darin, dass der Markt gesetzlich reguliert ist und die Krankendaten nicht wie die Kaufhistorie einfach eingesammelt und ausgewertet werden können.  Dennoch sind sie das Rohmarerial, auf das Amazon spekuliert.

Rundgang in Seattle: Das Amazon-Hauptquartier in Bildern
Amazon-Headquarter, Day One North. (Foto: Jochen G. Fuchs)

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Eine Einheit namens 1492 – eine Anspielung auf die Entdeckung Amerikas – soll herausfinden, wie sich Amazon im Pharmamarkt etablieren kann, wie Amazon Gesundheitsdaten von medizinischen Geräten wie Blutdruckmesser oder Zuckermessgerät erhalten könnte und welche Services sich darauf aufbauend anbieten lassen. Im Prinzip bastelt Amazon damit an einer Art Alexa-System für das Gesundheitswesen.

5 strategische Eckpunkte, wie Amazon den Pharmamarkt verändern könnte

  • Statt Apotheken sofort zu ersetzen, könnte Amazon mit der Partnerschaft mit einem sogenannten Pharmacy-Benefit-Manager (PBM) beginnen. Pharmacy-Benefit-Manager sind eine Art Einkaufsorganisationen zwischen Apotheken, Krankenversicherern und Arbeitgebern. Sie handeln Preise für Arzneimittel aus – und streichen dabei selbst kräftig ein. Strategisch würde Amazon dadurch den Zugang zu Patientendaten bekommen und könnte damit das Potenzial ausnutzen, verwandte oder komplementäre Produkte zu verkaufen.
  • Weiter dürfte Amazon die Preistransparenz für den Verbraucher verbessern – ein altbewährter Amazon-Trick. Die Kosten für die Medikamente könnten sich somit reduzieren. Zugleich würde Amazon schneller und auch nach Hause liefern.
  • Amazon könnte später zur Online-Apotheke werden, zur Apotheke mit stationären Anlaufstellen und Online-Vertrieb oder einfach nur Medikamente an die Apotheken ausliefern.
  • Ein Problem auf dem Weg zum Pharmaerfolg könnte der Altersdurchschnitt der Amazonkunden sein. Amazonkunden sind tendenziell jünger und gesünder als die Zielgruppe, die in der Regel verschreibungspflichtige Medikamente nimmt.
  • Amazon könnte auch direkt die digitale Gesundheit pushen, indem sie das Echo in klinischen Einstellungen verwenden und Werkzeuge für die Telemedizin- und Fernüberwachung entwickeln. „Stellen Sie sich vor, einen virtuellen Arzt auf Ihrer Amazon-App zu sehen, indem Sie ihm ein bestimmtes Medikament verschreiben und dann einen Jetzt kaufen'-Button klopfen - ganz ohne Ihr Zuhause zu verlassen.”

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