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AMP-Artikel bald mit Ursprungs-URL in der Adresszeile

AMP noch mit Google-URL. (Screenshot: ampproject.org / t3n)

Über die Google-Suche aufgerufene AMP-Artikel sollen bald die URL des ursprünglichen Publishers anzeigen. Damit kommt Google der Verlagsbranche entgegen.

Über Googles mobile Suche abgerufene Artikel im AMP-Format werden direkt über die Server des Suchgiganten ausgespielt. Dadurch werden sie zwar sehr schnell geladen, für Publisher hat das aber auch Nachteile. Zum einen zeigt die URL-Leiste eben nicht die Adresse des Publishers an, was der Markenbindung wenig förderlich ist. Zum anderen blockieren Nutzer immer häufiger Drittanbieter-Cookies – und darunter fallen aus Browsersicht dann eben auch die Cookies der Publisher, da die AMP-Seiten nicht von ihnen selbst ausgespielt werden. Beide Probleme will Google jetzt mit einem technischen Kniff lösen.

So funktionieren Signed Exchanges. (Grafik: Google)
So funktionieren Signed Exchanges. (Grafik: Google)

Schon aus Sicherheitsgründen sollte die Browser-Adresszeile natürlich immer die URL anzeigen, die auch tatsächlich besucht wird. Um einem möglichen Missbrauch vorzubeugen, hat Google daher ein System entwickelt, bei dem mithilfe einer kryptografischen Signatur sichergestellt wird, dass das AMP-Dokument auch wirklich den vom Publisher veröffentlichten Inhalt anzeigt. Diese Versicherung soll dem Browser wiederum die Freiheit geben, den AMP-Artikel so zu behandeln, als käme er direkt von der Publisher-Website. Google nennt das Verfahren Signed Exchanges (SXG) und hat es im Rahmen eines umfassenderen Standardentwurfs namens Web Packaging bereits 2015 erstmals beim World Wide Web Consortium (W3C) als Entwurf eingereicht.

AMP-Seiten mit Publisher-URL: So könnt ihr das Ganze testen

Derzeit unterstützt nur Chrome ab Version 71 SXG. Das bedeutet, dass die Funktion zum jetzigen Zeitpunkt nur über die Beta-Version des Browsers verfügbar ist. Bald soll sie aber standardmäßig in Chrome integriert werden. Habt ihr die Beta-Version installiert, dann könnt ihr das neue AMP-Feature über diese Test-Website ausprobieren. Da die Funktion auf Publisher-Seite aktiviert werden muss, gibt es derzeit nur wenige funktionierende Beispiele. Die Suche nach „Learn AMP by Example“ sollte euch jedoch auf ein Beispiel bringen, das – sofern ihr die Chrome-Beta verwendet – euch in der Adresszeile die Publisher-URL https://ampbyexample.com an Stelle der Google-URL anzeigt. Hinweis: Das Ganze funktioniert auf dem Desktop nur, wenn ihr die Mobil-Emulation im Browser aktiviert.

AMP: Publisher-URL statt Google-URL in der Adresszeile. (Animation: Google)
AMP: Publisher-URL statt Google-URL in der Adresszeile. (Animation: Google)

Publisher, die das Ganze testen wollen, benötigen den quelloffenen AMP Packager. Darüber müsst ihr dann ein Zertifikat mit der CanSignHttpExchanges-Erweiterung erstellen. Auch Cloudflare bietet bereits einen experimentellen Worker für das Verfahren an. Es ist anzunehmen, dass auch andere Content-Delivery-Networks die Technik bald unterstützen werden.

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