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Ratgeber

An dieser Frage scheitern im Vorstellungsgespräch 199 von 200 Bewerbern

Verhaltensfragen im Vorstellungsgespräch können Bewerber unangenehm überraschen. (Foto: Shutterstock-Africa Studio)

Auf viele Fragen im Vorstellungsgespräch gibt es keine richtigen oder falschen Antworten. Sie klopfen einfach den Charakter des Bewerbers ab. Einige Verhaltensfragen sind jedoch trickreich und fordern heraus.

Die Freude ist groß, wenn eine Einladung zum Vorstellungsgespräch eintrudelt. Könnte das der nächste Traumjob sein? Wer nichts dem Zufall überlassen will, bereitet sich natürlich vor. Engagierte Bewerber überlegen sich gute Antworten auf Fragen wie: „Warum hast du dich für uns entschieden?“, „Was motiviert dich im Job am meisten?“ oder „Was sind deine Stärken und was deine Schwächen?“. Gut vorbereitet ist halb erledigt, könnte man meinen. Und dann kommt es doch zu einer Frage, die nicht nur überrascht, sondern noch dazu gar nicht so einfach zu beantworten ist. Die Rede ist von einer sogenannten Verhaltensfrage.

Ein recht bekanntes Beispiel lautet wie folgt: „Ein Kunde beschimpft Sie am Telefon, weil er mit Ihrem Konzept nicht zufrieden ist. Wie reagieren Sie?“. Spontan gestellt können solche Fragen ganz schön gemein sein. Wo ist der Haken, fragen sich viele Jobsuchende. Dem Bewerber werden derartige Verhaltensfragen in der Regel zu einer ganz bestimmten Arbeitssituation gestellt. Die Technik, die ursprünglich aus den USA stammt, ist mittlerweile auch hierzulande ein beliebtes Mittel, um die Denk- und Handlungsweise eines Bewerbers auf den Prüfstand zu stellen. Das Ziel ist es, herauszufinden, wie der Jobsuchende auf Stress reagiert.

Vorstellungsgespräch: Ist das die gemeinste Verhaltensfrage aller Zeiten?

Die Autofahrer-Verhaltensfrage lösen im Vorstellungsgespräch die wenigsten Bewerber. (Foto: Shutterstock-Aaron Amat)

Eine andere Verhaltensfrage, die jedoch nichts mit einer möglichen Arbeitssituation zu tun hat, fordert Bewerber immer wieder enorm heraus. Glaubt man Jim Ballard, beantworten sogar 199 von 200 Bewerbern sie falsch. In seinem Buch „Mind Like Water: Keeping Your Balance in a Chaotic World“, über das auch Business Insider kürzlich berichtet hat, geht er auf die Frage aller Fragen genauer ein. Zitat:

„Sie fahren mit dem Auto durch eine stürmische Nacht. Sie kommen an einer Bushaltestelle vorbei und sehen, dass dort drei Menschen warten:

  1. Eine alte Dame, die kurz davor ist, zu sterben.
  2. Ein alter Freund, der einmal Ihr Leben gerettet hat.
  3. Der perfekte Mann/die perfekte Frau Ihrer Träume.

Sie wissen, dass Sie in Ihrem Auto nur eine weitere Person mitnehmen können. Wenn Sie die alte Dame wählen, könnten Sie ein Leben retten. Wenn Sie Ihren alten Freund mitnehmen, der einmal Ihr Leben gerettet hat, ist das die perfekte Gelegenheit, sich bei ihm zu bedanken. In beiden Fällen jedoch würden Sie wahrscheinlich nie wieder auf Ihre große Liebe treffen.“

Jim Ballard schreibt, dass die meisten Bewerber, die mit dieser Fragen erstmals konfrontiert sind, sich für eine der drei Antwortmöglichkeiten entschieden. Der Grund sei, dass der überragende Teil der Menschen sich nur auf das konzentrieren würde, was sie momentan hören: „Wer darf in mein Auto einsteigen?“. So blenden viele Gefragte aus, dass das Offensichtliche gar nicht immer die richtige Lösung sein muss. Man könnte die Situation nämlich auch klären, in dem man dem Kumpel die Autoschlüssel gibt, um die alte Dame ins Krankenhaus zu fahren. Man selbst bleibt mit dem Traumpartner zurück, geht ein Stück und benutzt den Bus.

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Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n.de / dunnnk)

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Zusammengefasst könnte man also auch sagen: Wer im Vorstellungsgespräch mit einer Verhaltensfrage konfrontiert ist, von der man das Gefühl hat, dass man nur auf eine Insellösung zusteuern kann, sollte seine Aufmerksamkeit nochmal auf das Problem richten und das zunächst Offensichtliche ausblenden. Klar ist in dem Fall, wer in einer Ausnahmesituation wie einem Vorstellungsgespräch die Klarheit besitzt, auf eine derartige Frage smart zu reagieren, der wird den Interviewer mit Sicherheit positiv überraschen. Eine gute Voraussetzung, um den Job zu bekommen.

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8 Reaktionen
CON

Ich rette einem Freund das Leben und er "revanchiert" sich, in dem er mich im Auto mitnimmt. Die Beziehung würde ich beenden, dem Freund eine reinhauen und seine Familie vor diesem Charakter warnen.

Die Lösung ist noch besser.
Er missbraucht mich als Fahrer um die Frau wegzubringen, somit vor dem "Traum seines Lebens" zu glänzen und gleichzeitig ungestört zu sein.
Die Logik eines Narzissten: "Ich bin der Größte, ich bin so ein Samariter und deshalb steht es mir zu, dass mich keiner nervt. Dass der Freund mein Auto fahren darf, ist mehr als ausrechend dafür, dass er mich retten durfte."

Aber die Frage passt zur neuen Generation der Führungskräfte. Eiskalt, hinterlistig; wer auch den mitfühlendsten Moment missbrauchen und zu seinem Vorteil nutzen kann, steigt ganz nach oben.

Mein Tipp: Wenn solche Psychospielchen kommen und dann noch solche "Lösungen", sollte man das Gespräch lieber beenden. Im Vorstellungsgespräch hinterlässt auch das Unternehmen den ersten und besten Eindruck. Wie wird wohl der Arbeitsalltag aussehen, wenn schon solche gestörten (im medizinischen Sinne) Fragen und Antworten kommen?

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Sam2018

Deswegen kauft man nen Kombi und kein Smart!

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s.

Isch habe gar kein Auto. ;-)

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derjoe

Die Technik ist gar nicht so neu. Recherchiere doch mal die „Gewissensprüfung“ von Wehrdienstverweigerer aus der Vergangenheit. ...

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Captain Kirk

Ich sag Scotty er soll die alte Frau auf die Krankenstation, den Freund nach Hause, das Auto in die Garage und mich mit Traumfrau in mein Quartier beamen. Dort replizier ich uns was feines.

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Heyo Heyen

Ich rufe immer die 112 zu Hilfe.
Die alte Dame könnte während des Transports im Auto sterben.
Rettungswagen sind für solche Fälle ausgerüstet.
Und ja jedes Leben ist kostbarer als alles Geld, alle Reichtümer in unserer Welt.
Eine Traumfrau hat dafür Verständnis, weil sie sich einen Partner wünscht, der ein liebevolles, warmes Herz hat.

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Titus von Unhold

Ein Leben ist nur in der Idealvorstellung vieler unendlich kostbar, im echten Leben findet jedoch eine Abwägung statt. Ob das bei der Festlegung von Hilfsfristen im Rettungsdienst, der Schließung von Kliniken oder Übernahme von Therapiekosten ist.

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Matthias

Ist doch ganz klar: Man hält an, fragt den Freund und den Traumpartner, ob sie beide mithelfen können, die alte Frau ins Krankenhaus zu fahren. Wenn man das erledigt hat, kann man mit dem Freund noch genug quatschen und der Traumpartner ist von der Aktion so beeindruckt, dass man ihn/sie zu nem Date einladen kann.

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