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Huaweis Ark OS: Android-Alternative ist nicht für Smartphones

Huawei Mate 20 X 5G. (Foto: t3n)

Huaweis angebliche Android-Alternative Hongmeng oder Ark OS sei nicht für Smartphones geplant. Einen Plan B gebe es nicht – Android sei die einzige Option.

Entgegen bisheriger Äußerungen Huaweis, eine Android-Alternative zu entwickeln, hat der Konzern keinen Plan B. Das in Entwicklung befindliche Betriebsystem sei laut Catherine Chen, Vorstandsmitglied und Senior Vice President bei Huawei, in erster Linie für industrielle Einsatzszenarien konzipiert.

Ark OS: Huaweis angebliche Android-Alternative eher für das Internet der Dinge

Während Huawei in den vergangenen Monaten erklärte, man arbeite an einer eigenen Android-Alternative, klingt es nach den Aussagen von sowohl Catherine Chen als auch Huawei-Gründer Ren Zhengfei eher danach, als hätte sich der Konzern im Lichte der US-Sanktionen unabhängiger von US-Technologien darstellen wollen, als es tatsächlich der Fall ist.

Chen erklärte, dass Hongmeng respektive Ark OS für den industriellen Einsatz gedacht sei. Huawei-Gründer Ren Zhengfei erläuterte gegenüber Yahoo, das eigene OS sei primär für das Internet der Dinge – wie Smart-TVs, künstliche Intelligenz und autonomes Fahren – in Arbeit.

Chen zufolge enthalte es mit mehreren hunderttausend Zeilen Code weit weniger als ein Smartphone-Betriebssystem, das normalerweise mehrere Millionen Codezeilen umfasse. Es sei daher sicherer als ein Smartphone-OS. Ferner zeichne es ich durch eine viel geringere Latenzzeit als bei Smartphones aus. Dadurch könne es ein sehr hohes Volumen an Daten mit geringer Verzögerung verarbeiten.

Das Huawei P30 Pro ist das erste Smartphone mit optischem 5x-Zoom. (Foto: t3n)

Im März angekündigt: Das Huawei P30 Pro ist das erste Smartphone mit optischem 5x-Zoom. (Foto: t3n)

Huawei-Chef: Fokus bei Smartphones liegt auf Googles Android

Wie Ren Zhengfei in einem Interview mit Yahoo Finance erklärt, fokussiere man sich weiterhin auf Googles Android – „im Moment haben wir nur einen Plan A“, so Ren. „Wir werden uns nur dann mit der Entwicklung unseres eigenen Smartphone-Betriebssystems befassen, wenn Android keine Option mehr ist. Derzeit planen wir dies jedoch nicht.“

Kevin Ho, seines Zeichens Präsident der Mobilsparte, betonte zudem gegenüber Yahoo Finance, dass Google weiterhin versuche, Huawei zu beliefern. „Wir haben mehrere Gespräche darüber geführt, wie wir zusammenarbeiten sollen“, erklärte Ho. Dass Google sich weiterhin um die Kooperation mit Huawei bemüht, deutete schon ein Bericht vom Juni 2019 an. Demzufolge soll Google die Trump-Administration davor gewarnt haben, dass das Verbot der Zusammenarbeit mit Huawei die nationale Sicherheit der USA gefährden könnte. Eine von Huawei entwickelte Android-Version sei anfälliger für Hackerangriffe als Android selbst.

Derzeit sieht es ganz danach aus, als könnten die Sanktionen seitens der US-Regierung gegen Huawei bald aufgehoben werden. Anfang Juli hieß es, Präsident Trump wolle die Lieferungen von US-Unternehmen an den chinesischen Telekomriesen wieder zulassen. Die US-Regierung wolle US-Unternehmen wieder Geschäfte mit Huawei erlauben, mit der Einschränkung, dass sie „keine Bedrohung für die nationale Sicherheit“ bedeuten, kündigte US-Handelsminister Wilbur Ross laut New York Times an. Damit könnte die Entwicklung einer Alternative zu Android überflüssig werden.

Huawei gibt unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen ein „Zukunftsversprechen“ für auf dem Markt befindliche Smartphones. Der Konzern will 17 seiner Smartphone-Modelle auf Android 10 Q updaten. Derzeit ist Huawei eifrig dabei, viele seiner Modelle auf EMUI 9.1 mit frischen Sicherheitspatches von Google zu aktualisieren.

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