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Google und Qualcomm kündigen Android-Updates für 4 Jahre an

Der rückseitige Fingerabdrucksensor ist gerade in Coronazeiten ein Segen. (Foto: t3n)

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Google und Qualcomm kündigen einen längeren Update-Zeitraum für Android-Smartphones an. Bis zu vier Jahre sind möglich, sofern die Gerätehersteller mitspielen.

Das Thema Android und Updates ist seit Existenz des mobilen Betriebssystems ein leidiges. Nun kündigen Google und Qualcomm an, dass künftige Android-Smartphones bis zu vier Jahre lang große Versions-Updates und ebenso lang Sicherheits-patches erhalten können. Für die Android-Welt dürfte diese Nachricht eine der besten des Jahres sein.

Google und Qualcomm ermöglichen Android-Updates über 4 Jahre

Android-Chef Hiroshi Lockheimer hatte die Update-Situation vor etwa vier Jahren als „äußerst frustrierend“ beschrieben. Seitdem ist eine Menge passiert: Google hat ein Jahr später sein Project Treble aus der Taufe gehoben, mit der dank einer modularen OS-Architektur neue Android-Versionen schneller von Herstellern angepasst und verteilt werden können. Auf diese Entwicklung setzen die beiden Unternehmen auf und ermöglichen einen längeren Update-Zeitraum. Einer der Gründe für im Vergleich zu iPhones kürzeren Update-Zeiträumen ist nicht nur auf der zum Teil fehlenden Bereitschaft von Smartphone-Herstellern gegründet, sondern liegt auch an fehlenden Prozessortreibern von Qualcomm. Das ändert sich nun, wie die Unternehmen ankündigen.

Bisheriges Maximum für Android-Updates: drei Jahre. (Screenshot: Google)

Erweiterungen und Verbesserungen von Project Treble sollen es Smartphone-Herstellern (OEMs) ermöglichen, ihre auf Snapdragon-Chips basierenden Smartphones und Tablets auf die neueste Android-Version aktualisieren zu können, ohne die Chipsatz-spezifische Software von Qualcomm modifizieren zu müssen. Sie können laut Qualcomm einen gemeinsamen Android-Software-Zweig verwenden, um Geräte auf Basis einer Vielzahl von Snapdragon-Mobilplattformen im gesamten Portfolio von Qualcomm zu aktualisieren. Durch die Optimierungen habe man den Zeit- und Ressourcenaufwand für das Upgrade von Snapdragon-basierten Geräten auf die neueste Android-Version reduzieren können.

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Angefangen mit dem neuen High-End-SoC Snapdragon 888 wird Qualcomm nun vier Android-Versionen und vier Jahre lang Sicherheitsupdates für alle Snapdragon-Plattformen unterstützen, die die Verbesserungen von Project Treble nutzen. Smartphone-Herstellern könnten mithilfe der Anpassungen neue Android-Versionen schneller und mit „weniger Ressourcen und einem vorhersehbaren Software-Lebenszyklus für Snapdragon-basierte Geräte ermöglichen“, so Qualcomm. Für Smartphone-Besitzer dürfte es bedeuten, dass ihre Geräte schneller eine aktuelle Android-Version erhalten – und das über einen längeren Zeitraum als bisher.

Das gilt bis auf Weiteres nur für Snapdragon-basierte Geräte. Wie es um Smartphones mit Samsungs Exynos-, Mediatek- oder Huaweis Kirin-SoCs steht, ist noch unklar.

Google und Qualcomm ermöglichen Android-Updates für vier Jahre. (Screenshot: Google)

Googles Android-Entwicklungs-Chef David Burke ist guter Dinge: „Google arbeitet weiterhin eng mit seinen Technologiepartnern zusammen, um die Aktualität des Android-Ökosystems zu erhöhen. Durch diese Zusammenarbeit mit Qualcomm Technologies erwarten wir, dass Android-Nutzer die neuesten Betriebssystem-Upgrades und mehr Sicherheit auf ihren Geräten haben.“

4 Jahre Android-Updates – wenn die Hersteller mitspielen

Die Aussicht auf vier große Android-Updates ist großartig. Damit nähern Android-Smartphones sich an Apples Update-Zyklus von vier bis fünf iOS-Updates an. Längere Update-Zeiträume bedeuten nicht nur neue Android-Versionen für einen längeren Zeitraum, sondern die Aussicht für Besitzer, ihre Geräte länger sicher nutzen zu können.

Denn mit dem Ende von Android-Updates setzen Hersteller auch die Verteilung von Sicherheitspatches aus, wodurch Sicherheitslücken und potenzielle Angriffsflächen nicht mehr geflickt werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) dürfte sich über die Entwicklung ebenso freuen: Anfang 2020 forderte die Behörde Hersteller dazu auf, Updates und Sicherheitspatches für fünf Jahre zu liefern.

Einschränkend sollte man zu bedenken geben, dass Smartphone-Hersteller nicht mit Softwareupdates ihr Geld verdienen, sondern mit dem Verkauf der Hardware. Einige Unternehmen haben jedoch begriffen, dass sie ihre Kunden mit gutem Service an sich binden können. Bislang haben Hersteller wie zunächst Google mit der Pixel-Familie, gefolgt von Samsung und Microsoft eine maximale Update-Frist von drei Jahren angeboten.

2021 dürfte sich das ändern – sofern die Smartphone-Hersteller mitspielen und ihre Update-Versprechen anpassen. Zu den ersten Geräten mit dem Snapdragon 888 werden Samsungs Galaxy S21 und Xiaomis Mi 11 gehören. Wir können gespannt sein, ob während der Ankündigung auch über längere OS-Updates gesprochen wird. Sicher ist derzeit im Grunde nur, dass Google seine 2021er Pixel-Modelle für vier Jahre mit Updates versorgen wird.

Mehr zum Thema: Android 11: Diese Smartphones bekommen das große „R“-Update

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