Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

Android-Updates: Google will mehr Druck auf Hardware-Hersteller ausüben

(Bild: flickr.com; victoria white2010; CC BY 2.0)

Android und Updates: ein sensibles Thema seit 2007. Google hat schon diverse Male versucht, das Problem der schlechten Update-Politik von Herstellern zu beheben – jetzt wird laut Bloomberg ein weiterer Anlauf unternommen. Unter anderem soll Google eine Art „Hall of Shame“ einrichten, um langsame Hersteller an den Pranger zu stellen.

Android-Updates: Über 90 Prozent aller Geräte läuft auf veralteter Android-Version

Wie Bloomberg berichtet, will Google den Herstellern von Android-Geräten und Netzbetreibern ein wenig die Daumenschrauben anziehen: Das Unternehmen mit Hauptsitz in Mountain View soll ein Update-Ranking für Android-Geräte erstellt haben, das aufzeigt, wie rasch Hersteller ihre Produkte mit Updates auf die neueste Android-Version versehen. Außerdem soll das Ranking auch aufzeigen, welche Unternehmen ihren Geräten die monatlichen Sicherheits-Patches verpassen.

Trauriger Vergleich: iOS- vs Android-Updates. (Bild: Bloomberg)
Trauriger Vergleich: iOS- vs Android-Updates. (Bild: Bloomberg)

Bloombergs Informationen zufolge hat Google das Ranking, das Anfang des Jahres erstellt wurde, seinen Android-Partnern vorgelegt. Das Unternehmen soll nun mit dem Gedanken spielen, die Liste zu veröffentlichen und so allen zugänglich zu machen. In dieser Übersicht würde nahezu jeder Hersteller schlecht wegkommen, denn nur die Wenigsten haben ihre Produkte auf die neueste Android-Version gehoben.

Wirft man einen Blick auf die aktuelle Verteilung der Android-Versionen, so sieht es äußerst trübe aus: Ganze acht Monate nach Veröffentlichung von Android 6.0 Marshmallow laufen lediglich 7,5 Prozent (Stand: Mai 2016) aller Geräte auf der aktuellen Android-Iteration. Der Rest dümpelt auf älteren Versionen dahin. Und: Mit der Freigabe des nächsten großen Updates ist auch in naher Zukunft zu rechnen. Android 7.0 N soll bis zum Spätsommer veröffentlicht werden.

wo sind sie, die Android-Updates? Im Mai 2016 sind nur 7,5 Prozent aller Geräte auf Marshmallow. (Bild: Google)
wo sind sie, die Android-Updates? Im Mai 2016 sind nur 7,5 Prozent aller Geräte auf Marshmallow. (Bild: Google)

Durch die Veröffentlichung des Update-Rankings könne einerseits mehr Druck auf die langsam agierenden Hersteller ausgeübt werden. Andererseits können Gerätehersteller, die zügig ihre Smartphones und Tablets mit Android-Updates ausstatten, in ein positives Licht gestellt werden.

Hiroshi Lockheimer und Regulatoren sehen fehlende Android-Updates als Problem

Android- und Chrome-OS-Chef Hiroshi Lockheimer sieht Android-Updates als Herausforderung. (Foto: The Verge)
Android- und Chrome-OS-Chef Hiroshi Lockheimer sieht Android-Updates als Herausforderung. (Foto: The Verge)

Im Zuge der Google I/O 2016 beschrieb Android-Chef Hiroshi Lockheimer die aktuelle Update-Situation vorsichtig als „nicht ideal“. Säumige Updates seien seiner Ansicht nach der schwächste Link in Sachen Android-Sicherheit. Zwar habe Google nach dem letztjährigen Stagefright-Dilemma monatliche Updates eingeführt, die wenigsten Hersteller sind aber auf den Zug aufgesprungen. Lediglich Samsung und LG hatten sich zum monatlichen Updatezyklus bekannt. Kleinere Hersteller wie HTC können und wollen diese Aufgabe nicht bewältigen und planen quartalsweise Sicherheitspatches zu liefern. Samsung und LG kommen mit ihren Patches auch nicht hinterher.

Doch nicht nur Googles Lockheimer sieht ein Problem in der schlechten Update-Situation. Die niederländische Verbraucherorganisation Consumentenbond hatte Samsung wegen fehlender Software-Updates verklagt, in den USA hatte sich die Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) an Provider, Hersteller, Apple und Google gewandt, um zu eruieren, wie Updates schneller auf Geräte kommen könnten.

Google und Hardware-Partner müssen einen besseren Weg finden, Android-Updates zeitnah bereitzustellen

Es ist nicht so, dass Google in den letzten Jahren nichts hinsichtlich einer Verbesserung der Update-Situation getan hat. Schon 2011 hatte Google die „Android-Update-Alliance“ gegründet: Teilnehmende Hersteller sollten sich dazu verpflichten, ihre Android-Geräte über einen Zeitraum von 18 Monaten regelmäßig mit aktuellen Updates zu versorgen. Das Projekt verlief jedoch im Sande. Auch das Abkoppeln der meisten System-Apps aus dem Update-Prozess – viele Apps sind direkt über den Play Store verfügbar und werden so separat aktualisiert – und die Möglichkeit, diverse Funktionen des Systems über die Google-Play-Dienste zu aktualisieren, sind offensichtlich nicht genug.

Um Herstellern von Android-Geräten mehr Vorlauf zur Anpassung zu geben, hat Google eine Vorab-Version seines neuestes großes Updates – Android N – früher als in den letzten Jahren veröffentlicht. Google hofft darauf, dass der Update-Prozess etwas rascher als bisher verläuft.

Nur Nexus-Geräte besitzen derzeit eine klare Sicherheit, was zeitnahe Android-Updates angeht. (Foto: t3n)
Zwei Jahre lang eine aktuelle Version: Nur Nexus-Geräte besitzen zurzeit eine klar kommunizierte Garantie, was zeitnahe Android-Updates angeht. (Foto: t3n)

Wir werden bald sehen, ob der Plan aufgeht. Allerdings sollte Google mit seinen Android-Partnern neue Wege erarbeiten, mit denen aktuelle OS-Updates schneller für alle Geräte bereitgestellt werden können. Wie das Ganze vonstatten gehen könnte, ist nicht leicht zu beantworten. Eine Möglichkeit, die Herstellern womöglich nicht schmecken dürfte, wäre die Aufspaltung vom OS und dem User-Interface, wodurch Hersteller nur noch ihre eigenen Skins oder Themes über Android ziehen können, während Google für den Unterbau verantwortlich ist. Damit würde aber ein Aspekt verloren gehen, der Android für User und Hersteller ausmacht: die Freiheit der Plattform. Wir können gespannt sein, inwiefern die beteiligten Parteien das Update-Dilemma lösen werden.

Passend zum Thema: Android 7.0: Welche Geräte bekommen das N-Update? und Nie wieder auf Updates warten: Android N bekommt Seamless-Update-Funktion

via www.droid-life.com

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

2 Reaktionen
Martin

Und wenn die Hersteller dann das Update freigeben, kommen die Provider und sagen "Nein, da müssen wir erst noch Anpassungen vornehmen".

Antworten
Henning Uhle

Nun ja, ich bin ja der Meinung, dass den Herstellern da wirklich Beine gemacht werden müssen. Ich hab das mal bei mir im Blog ausgeführt.

http://www.henning-uhle.eu/mobil/google-verpetzt-kuenftig-smartphone-hersteller

Teilweise arbeiten da die Hersteller schon fahrlässig. Denn Google haut ja nicht umsonst die Updates raus. Da sind auch mal sicherheitsrelevante Dinge dabei. Aber nun ja, das wissen die Hersteller sicher wieder besser.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.