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Anonymität auf dem Smartphone: Der Tor-Browser ist offiziell für Android verfügbar

(Foto: Shutterstock)

8.5 ist die neue Version des Browsers Tor, die nun auch erstmals für Android verfügbar ist.

Datenschutz und Anonymität im Internet sind vielen Menschen sehr wichtig, da reicht dann auch der Inkognito-Modus von Chrome oder Safari nicht mehr aus. Der auf Firefox basierende Browser Tor bietet Nutzern, die großen Wert auf die persönliche Sicherheit im Netz und den Schutz der Privatsphäre legen, die Möglichkeit, im Internet zu surfen, ohne jedoch eine direkte Verbindung zu den besuchten Websites herzustellen. Stattdessen wird ein Netzwerk aus verschlüsselten Servern verwendet, die Anfragen über mehrere Zwischenstationen weiterleiten und dabei die IP-Adresse und Identität des Nutzers verbergen.

Nach einer Betaphase gibt es den Tor-Browser jetzt auch in einer stabilen Version für Android. Noch beinhaltet die Android-Version zwar nicht alle Funktionen, die auf dem Desktop verfügbar sind, aber die wichtigsten Schutzmechanismen sind enthalten.

„Mobiles Surfen nimmt weltweit immer mehr zu, und in einigen Regionen ist es normalerweise die einzige Möglichkeit, auf das Internet zuzugreifen“, schrieb das Unternehmen in einem Blogbeitrag. „In denselben Bereichen gibt es häufig starke Online-Überwachung und -Zensur. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, genau diese Benutzer zu erreichen.“

Vorerst kein Tor für iOS

Der Tor-Browser wird fälschlicherweise oft mit dem Darknet gleichgesetzt, wo auch Drogen oder Waffen im Schutz der Anonymität gehandelt werden. Dank des Browsers können aber auch politische Aktivisten oder Journalisten einer Überwachung durch die Regierung entgehen. Auch Hindernisse wie Geoblocking können außer Kraft gesetzt werden.

Schon vorher war es möglich, Tor mit dem Smartphone zu nutzen, doch eine integrierte App aus Googles Play-Store gab es bisher noch nicht. Laut Tor wird es vorerst auch nur die Android-Version geben. Ein iOS-Tor-Browser wird aktuell nicht entwickelt, da Apple anscheinend benötige Rechenprozesse blockiert und Browserfirmen dazu zwingt, eine eigene Engine zu verwenden. iPhone-Nutzern empfiehlt Tor, den Onion-Browser zu nutzen.

t3n meint:
Auch wenn Tor in vielen Anwendungsfällen total sinnvoll und notwendig ist, so sollte es dennoch mit Vorsicht genossen werden. Werden nicht-verschlüsselte Seiten aufgerufen, dann sollte einem klar sein, dass Tor aus vielen Nodes besteht, durch die der User geroutet wird. Und jeder dieser Nodes hat die Möglichkeit, eine „Man in the Middle-Attacke“ auszuführen, oder den Inhalt auszulesen, der angefordert wird; zumindest wenn die Seite nicht verschlüsselt ist.
Alex Kleine-Börger

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