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Anrufprotokolle in der Cloud: Apple speichert, ohne Nutzer zu informieren

(Grafik: Shutterstock)

Für manche nur eine Randnotiz, für andere ein Bruch des Sicherheitsversprechens: Apple speichert Anrufprotokolle vom iPhone automatisch in iCloud, seit iOS 10 auch jene von Whatsapp und Skype.

Apple: Speichern für die Nutzer

Wie Apple selbst dürften das auch viele Nutzer sehen. Die Synchronisierung der Anrufprotokolle soll es leichter machen, verpasste Anrufe auf allen iOS-Geräten mit derselben Apple-ID zu beantworten. Dafür sei die Speicherung in iCloud notwendig. Wer allerdings auf Apples besonderen Sicherheitsanspruch setzt, dürfte angesichts der Entdeckung des russischen Datenforensikunternehmens Elcomsoft aufhorchen. Denn die automatische Speicherung der Anrufverläufe in iCloud geschieht, ohne dass die Nutzer darüber informiert werden.

Wer iCloud aktiviert, erlaubt Apple, Anrufprotokolle in der Cloud zu speichern. (Screenshot: iCloud.com)
Wer iCloud aktiviert, erlaubt Apple, Anrufprotokolle in der Cloud zu speichern. (Screenshot: iCloud.com)

Der automatische Upload der Anrufdaten lässt sich nur abschalten, wenn iCloud komplett deaktiviert wird. Ein Hinweis darauf fehlt in den iCloud-Einstellungen. Ab iOS 10 werden so übrigens auch die Protokolle von Apps von Drittanbietern, etwa Whatsapp oder Skype, gespeichert. Elcomsoft zufolge können die Protokolle zudem über vier Monate lang in der Apple-Cloud gespeichert werden. Das ist deutlich länger, als es etwa die umstrittene Neuauflage der Vorratsdatenspeicherung für die Speicherung von Rufnummern, Zeit und Dauer von Telefonaten bei deutschen Providern vorsieht. Hier sind es aktuell zehn Wochen.

Wie Apple mit iOS: Auch Android protokolliert mit

Einschränkend ist zu erwähnen, dass keine Gesprächsinhalte gespeichert werden. Die Konkurrenz macht's übrigens ähnlich: Auch auch die Anrufprotokolle von Android-Nutzern (ab Version 6.0) werden gespeichert, auch hier nur schwer abschaltbar.

Problematisch kann diese automatische Speicherung in der Cloud werden, wenn Strafverfolgungsbehörden auf die Daten zugreifen wollen. Im Fall von Apple werden hierfür lediglich die iCloud-Zugangsdaten benötigt, also Apple-ID und ein Passwort. Datenforensiker wie Elcomsoft können dann über Programme wie das frei verfügbare Elcomsoft-Tool „Phone Breaker“ Daten extrahieren. Damit werden die sensiblen Daten auch für Hacker leicht zugänglich. Apple empfiehlt Nutzern in einer Stellungnahme gegenüber dem Newsdienst The Intercept, starke Passworter und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu nutzen.

via www.zdnet.de

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2 Reaktionen
Karl Marks

"Ob Apple nun die Nutzer informieren MUSS steht auf einem anderen Blatt. "

Bitte? Natürlich müssten Sie das eigentlich - wie kann man das in Frage stellen?

gast22

das wollte ich doch sagen: Zweifaktoren-Authentifizierung, wer es braucht und möchte, dass die Daten nicht jedem Zugriff erliegen. Allerdings dürften Hacker kaum die Möglichkeiten haben, wenn man nicht ein einfaches Passwort verwendet.

Ob Apple nun die Nutzer informieren MUSS steht auf einem anderen Blatt. Ebenso wie bei Android.

Schön, dass das hier mal erwähnt wird. Wäre sonst ziemlich einseitig.

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