Analyse

Nach Anschlag in El Paso: 8chan ist offline – vorerst

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Doch die Offenheit für 8chan wurde Epik nun selbst zum Verhängnis. Wie sich herausstellte, verließ sich Epik auf Server von Voxility, statt eigene Hardware einzusetzen. Und auch Voxility will offenbar nicht in Verbindung mit 8chan gebracht werden und stellte die Zusammenarbeit mit Epik und Bitmitigate ein. Nicht allein 8chan ging offline, sondern auch die Seiten von Epik und Bitmitigate waren eine zeitlang nicht verfügbar. Auf Twitter bestätigte Voxility, dass es den Reseller aus seinem Netzwerk verbannt hat.

Laut Facebooks ehemaligen Sicherheitschef Alex Stamos nutzt Epik nun die Provider AWS, OVH und Linode. Auf Twitter stellt er die Frage, ob 8chan wohl mit deren Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Einklang zu bringen sei. Es bleibt abzuwarten, ob sich auch diese Anbieter gegen 8chan positionieren.

Die Vorkommnisse rund um 8chan lösten in sozialen Medien eine Reihe an Diskussionen rund um Redefreiheit und die Rolle von Providern aus. Tragen Unternehmen eine Mitverantwortung für Inhalte auf den Websites ihrer Kunden oder sollen sie sich vollkommen neutral verhalten und ihre Dienste allen zahlungsfähigen Kunden zur Verfügung stellen, ungeachtet der Inhalte?
Viele Unterstützer von 8chan berufen sich auf Redefreiheit und sehen die Abschaltung der Seite als Zensur.

8chan hat viele Gegner

Das Argument der freien Meinungsäußerung wird von Verteidigern von 8chan besonders häufig genannt. Die Seite war 2013 vom Software-Entwickler Fredrick Brennan gegründet worden, um eine Alternative zum Imageboard 4chan zu bieten, dessen Moderation er als zu restriktiv empfand. So wurde das Forum zum Hafen für User, deren Äußerungen zu radikal und beleidigend für die größeren Plattformen war. Hier konnten Inhalte geteilt werden, die andernorts nicht willkommen waren, von der sexistischen Gamergate-Kampagne bis zu rassistischen und antisemitischen Verschwörungsideologien.

Brennan hat sich von 8chan zurückgezogen und fordert inzwischen die Abschaltung der Seite. Auf Twitter zeigt er sich wenig überrascht über den Anschlag von El Paso und fordert vom aktuellen Eigentümer, Jim Watkins, die Seite zu löschen. „Die Seite wird nie Geld einbringen, tu der Welt einfach einen Gefallen und schalte sie ab“, schrieb Brennan am Sonntag auf Twitter.
In einem weiteren Tweet nennt er die Gründe, warum seiner Meinung nach Terroristen ihre Manifeste auf 8chan veröffentlichen: ein geneigtes Publikum, das das Manifest weiter verbreite, Fälle in der Vergangenheit, in denen Manifeste bereits erfolgreich weiterverbreitet worden sind, und lasche bis nicht-vorhandene Moderation.

Studie über die radikale Sprache auf 8chan

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4 Kommentare
Ribert Lirert
Ribert Lirert

Hassverbrechen gibt es nicht. Das ist ein ausgedachtes Wort um die Meinungsfreiheit einzuschränken.
Wie kann Hass, eine Gefühl, ein Verbrechen sein?

Antworten
Tobias

Hassverbrechen und Hate Speech sind Erfindungen, um eine ganz bestimmte politische und faschistische Agenda zu etablieren. Die Benachteiligung auf Basis der politischen Ansichten ist eh so eine Sache… Hauptsache den MSM folgen.

Antworten
Atalanttore
Atalanttore

Die Attentäter in den genannten Fällen wurden durch ihren Hass auf Einwanderer und/oder Moslems zum Verbrechen Mord motiviert.

Mit einer angeblichen Einschränkung der Meinungsfreiheit, die im rechten Spektrum gerne als „anonyme und straffreie Volksverhetzung im Internet“ uminterpretiert wird, hat das nichts zu tun.

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Atalanttore
Atalanttore

Es wäre schön, wenn es einen Plot gäbe, um Rassisten durch Einwanderung und Vermischung zu vernichten.

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