Analyse

Nach Anschlag in El Paso: 8chan ist offline – vorerst

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Auch die NGO Anti-Defamation-League, die sich gegen Antisemitismus und Diskriminierung einsetzt, sieht 8chan als eine Plattform, die zu Radikalisierung und Gewalt beiträgt. Im April hat sie gemeinsam mit dem Network Contagion Research Institute eine Studie über Extremismus auf 8chan und der Online-Community Gab veröffentlicht.

Anlass waren der Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh mit elf Toten im Oktober 2018 und der Anschlag von Christchurch im März 2019. Während sich der Christchurch-Attentäter vor allem auf 8chan mit Gleichgesinnten austauschte, war der Attentäter von Pittsburgh auf Gab aktiv. Beide Täter kündigten den Anschlag in ihrer jeweiligen Online-Community an und sprachen die Leser wie Mitverschwörer an. Beide waren überzeugt, es drohe ein „Genozid an den Weißen“ durch Einwanderung. Neben beiden konkreten Fällen befasst sich die Studie auch mit dem Vorkommen rassistischer Begriffe, bestimmten sprachlichen Assoziationen in Zusammenhang mit der Ideologie des „White Genocide“ und in Hinblick auf Genozide übliche Terminologie. Die Verfasser der Studie kommen zu dem Schluss, dass die Idee einer „muslimischen Invasion der Weißen“ und „genozidale Sprache“ im untersuchten Zeitraum auf 8chan besonders stark ausgeprägt ist.

Das Schlusswort warnt davor, dass sich weitere Menschen von den Ideologien, die auf den Plattformen verbreitet werden, zu Taten inspirieren lassen könnten. „Diese Plattformen dienen rund um die Uhr als Rallyes von White Supremacists, die ihre gehässigen Fantasien verstärken und erfüllen“.


t3n meint:

Nach dem Anschlag von El Paso und der Diskussion um die Mitverantwortung von 8chan ist für Teile der Tech-Branche eine Zusammenarbeit mit der Plattform undenkbar geworden. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die 8chan-Betreiber die passenden technischen Rahmenbedingungen schaffen beziehungsweise Partner finden, die sich nicht an den Inhalten stören. Doch auch jenseits von 8chan gibt es noch genügend Orte im Netz, an denen Menschen sich radikalisieren und zu Hassverbrechen anstacheln lassen. Ziemlich sicher ist, dass uns die gesellschaftliche Debatte um extremistischen Echokammern und die Rolle von Plattformen noch länger begleiten wird. Johanna Kleibl

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Dein t3n-Team

4 Kommentare
Ribert Lirert
Ribert Lirert

Hassverbrechen gibt es nicht. Das ist ein ausgedachtes Wort um die Meinungsfreiheit einzuschränken.
Wie kann Hass, eine Gefühl, ein Verbrechen sein?

Antworten
Tobias

Hassverbrechen und Hate Speech sind Erfindungen, um eine ganz bestimmte politische und faschistische Agenda zu etablieren. Die Benachteiligung auf Basis der politischen Ansichten ist eh so eine Sache… Hauptsache den MSM folgen.

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Atalanttore
Atalanttore

Die Attentäter in den genannten Fällen wurden durch ihren Hass auf Einwanderer und/oder Moslems zum Verbrechen Mord motiviert.

Mit einer angeblichen Einschränkung der Meinungsfreiheit, die im rechten Spektrum gerne als „anonyme und straffreie Volksverhetzung im Internet“ uminterpretiert wird, hat das nichts zu tun.

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Atalanttore
Atalanttore

Es wäre schön, wenn es einen Plot gäbe, um Rassisten durch Einwanderung und Vermischung zu vernichten.

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