Entwicklung & Design

Apple buhlt um die Gunst der App-Entwickler: „Am Ende geht es um das Nutzererlebnis“ [WWDC 2014]

WWDC. (Grafik: Apple)

Apple hat auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz in San Francisco all jene enttäuscht, die gehofft hatten, der Konzern würde neue technische Spielereien vorstellen. Statt auf Hardware konzentrierte sich Apple auf eine überarbeitete Version seiner wichtigsten Software-Plattformen. Daraufhin sank der Aktienkurs.

Die wichtigste Ankündigung des Abends auf dieser viel beachteten Konferenz blieb eine technische: Es würde eine neue Technologie zur Kommunikation zwischen Apps geben und eine neue Programmiersprache, welche die App-Entwicklung erleichtern soll. Außerdem enthüllte Apple Pläne, um das iPhone zu einer zentralen Schnittstelle für Haushalts- und Fitness-Apps zu machen.

Der Vorstoß zeigt, wie stark Apple versucht, sich angesichts der wachsenden Konkurrenz des Android-Betriebssystems von Google mit seiner eigenen Software bei Tausenden von App-Entwicklern beliebter zu machen. Rund vier Fünftel aller weltweit verkauften Smartphones basierten im vergangenen Jahr auf dem Android-System und nicht auf Apples Betriebssystem iOS.

„Am Ende geht es nicht um die glänzenden neuen Kisten, es geht um das Nutzererlebnis“

„Am Ende geht es nicht um die glänzenden neuen Kisten, es geht um das Nutzererlebnis“, sagt Frank Gillett, ein Analyst bei Forrester Research. „Wenn externe Entwickler keine atemberaubenden Apps machen, bricht das Ganze für Apple zusammen.“

Die Erwartungen, dass es bei der Entwicklerkonferenz neue Produkte zu sehen geben könnte, waren hoch. Schließlich hatte Apples Chef Tim Cook selbst versprochen, dass der Konzern noch in diesem Jahr in eine neue Produktkategorie vorstoßen würde. Das letzte bahnbrechende Produkt des Unternehmens war das iPad, das 2010 auf den Markt kam.

Das Wall Street Journal hatte berichtet, dass Apple zurzeit eine High-Tech-Uhr, eine sogenannte Smartwatch, entwickelt sowie ein überarbeitetes TV-Empfangsgerät und ein iPhone mit größerem Bildschirm. Apple-Manager aber kamen während der zweistündigen Bühnenveranstaltung am Montagabend in San Francisco auf keine dieser Entwicklungen zu sprechen.

Apple stellte vielmehr neue Eigenschaften seiner Software iOS 8 vor, die aktualisierte Version des Betriebssystems für iPhones und iPads. Zudem präsentierte der Konzern eine neu gestaltete Folgeversion seiner Mac-Software namens OS X Yosemite. Die neuen Programme werden laut Apple im Herbst auf den Markt kommen.

E-Mail auf dem iPhone beginnen, auf dem Mac beenden

Unternehmensvertreter demonstrierten, wie verschiedene Apple-Geräte im Zusammenspiel funktionieren: Ein Nutzer kann nun etwa eine E-Mail auf seinem iPhone beginnen und auf seinem Mac zu Ende schreiben. Oder er kann über den Mac telefonieren und Textnachrichten empfangen, die auf seinem iPhone einlaufen.

Tim Cook. (Foto: igrec / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)
„Sie haben gesehen, wie unser Betriebssystem, unsere Geräte und Dienste harmonisch zusammenarbeiten“, sagte Apples Vorstandschef Tim Cook. „Wir machen das, damit wir unseren Nutzern ein nahtloses Erlebnis bieten können.“

Daneben stellte Apple unter anderem einen aktuelleren iCloud-Dienst vor. Bislang war Apples Angebot für Speicherplatz im Internet im Vergleich zu Konkurrenten wie Dropbox, Google Drive und Microsofts OneDrive recht begrenzt. Nun können Nutzer iCloud für sämtliche Dateien nutzen und etwa Fotos auch auf ihren Windows-Computern speichern und synchronisieren. Bisher ging das nur mit Mac-Computern.

Vor einer Masse von 5.000 begeisterten Entwicklern sprach Apple über seine Pläne, wie das iPhone und das iPad zu einer zentralen Schnittstelle für eine wachsende Zahl anderer Geräte werden sollen.

Innerhalb von iOS 8 will Apple künftig eine App namens Health installieren, die sämtliche Fintess- und Gesundheitsdaten eines Nutzers bündeln soll. Apple stellte auch HealthKit vor – ein System, mit dem Gesundheits- und Fitness-Apps dann untereinander besser Daten austauschen können.

Gleichzeitig kündigte Apple einen Dienst namens HomeKit für iOS 8 an, über den Haushaltsgeräte-Hersteller etwa Thermostate und Schlösser mit Apples mobilen Geräten verbinden können. In einem derart vernetzten High-Tech-Haus würde dann das Handy zur Fernbedienung der verschiedensten Haushaltsgeräte.

Den größten Jubel erzeugte am Abend aber eine neue Programmiersprache namens Swift, die es Entwicklern erleichtern soll, ihre Apps zu produzieren. „Aus Verbrauchersicht mag das alles nach nichts aussehen“, sagte Joe Kennedy, ein 18 Jahre alter Entwickler einer Ziel-Management-App namens Tinker. Aber „was sie für die Entwickler geschaffen haben, ist etwas, dass die künftigen Apps für Verbraucher verändern wird.“

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Von Daisuke Wakabayashi

Ursprünglich publiziert bei wsj.de.

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Eine Reaktion
rayphi

Also mich wundert's ja nicht das keine Hardware vorgestellt wurde, immerhin ist es ja auch eine Developers Conference - und wie jedes Jahr wird hier die Software vorgestellt die wir dann bei der nächsten Keynote vor dem Weihnachtsgeschäft mit neuer Hardware zu sehen bekommen.

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