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Apple bietet eine Milliarde Dollar für Intels deutsche 5G-Modem-Sparte

Intel Modem. (Foto: Intel)

Apple wird wohl den Intel-Bereich in Bayern kaufen und damit die früheren Infineon-Beschäftigten übernehmen. Ein Vertrag für eigene iPhone-Modems könnte in der nächsten Woche unterzeichnet werden. Damit bekommt Apple einen weiteren Chipstandort in Deutschland.

Apple ist bereit, eine Milliarde US-Dollar oder mehr für die Intel-Sparte für Smartphone-Modem-Chips zu zahlen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreise. In der nächsten Woche könnte ein Vertrag über ein Portfolio von Patenten und Beschäftigten abgeschlossen werden, wenn die Gespräche nicht doch noch abgebrochen werden.

Apple und Intel verhandeln seit 2018 über Modemsparte

Ein Abschluss würde es Intel ermöglichen, einen Bereich abzustoßen, der jährlich etwa eine Milliarde Dollar Verlust erwirtschaftete, wie eine mit den Ergebnissen vertraute Person der Wirtschaftszeitung mitteilte. Der von Infineon übernommene Bereich habe im Allgemeinen nicht die Erwartungen erfüllt. Intel will für 5G weiter im Bereich Connected Devices aktiv bleiben.

Intel und Apple führen seit etwa einem Jahr immer wieder Verkaufsgespräche über den Bereich. Intel hatte zuerst mehrere potenzielle Käufer und erhielt von einer Reihe von Parteien Interessensbekundungen, aber die Gespräche mit Apple, das als der logischste Käufer gilt, wurden wieder aufgenommen.

Apple hat schon einige Entwicklungsstandorte in Deutschland

Apple hatte im Oktober 2018 bereits Standorte des deutschen Herstellers von Power-Management-Chips Dialog Semiconductor übernommen. Dialog Semiconductor verkaufte seine Standorte in Nabern und Neuaubing (Deutschland), in Livorno (Italien) und in Swindon (Großbritannien) an Apple, über 300 Ingenieure sowie weitere Beschäftigte wechselten zu Apple.

Intel entwickelt im Ortsteil Unterbiberg im Landkreis München Basebands, die Intel Mobile Communications wurde im Jahr 2010 für 1,4 Milliarden Dollar von Infineon übernommen. Apple verwendete bei früheren Smartphones wie dem iPhone 3GS und dem iPhone 4 ein 2G/3G-Modem von Infineon, bei späteren Geräten wie dem iPhone 5S dann LTE-Basebands von Qualcomm.

Erst ab dem iPhone 7 nutzte Apple auch parallel Intel-Modems, beim iPhone XS und iPhone XR dann exklusiv Intel-Chips. Das für Herbst 2019 geplante iPhone wird wieder mit einem Qualcomm-Baseband ausgestattet, die Übereinkunft gilt für sechs Jahre und es besteht die Option, den Vertrag um zwei Jahre zu verlängern.

Apple arbeitet selbst seit Jahren an eigenen Modems, die Baseband-Gruppe wurde in das SoC-Team integriert.

Autor des Artikels ist Achim Sawall. 

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