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Apple soll Funktionen von „Anmelden mit Apple“ bei Blue Mail geklaut haben

Craig Federighi stellte „Anmelden mit Apple“ auf der WWDC 2019 vor. (Foto: t3n)

Blix Inc, Hersteller des E-Mail-Clients Blue Mail, hat Apple wegen der Verletzung seiner Patente im Zusammenhang mit der Funktion „Anmelden mit Apple“ verklagt. Zudem wirft er dem Konzern Missbrauch eines Marktmonopols vor.

Die Klage, die Blix beim US-Bezirksgericht von Delaware eingereicht hat, richtet sich gegen die Verwendung einer Funktion in „Anmelden mit Apple“, die es erlaubt, seine tatsächliche E-Mail-Adresse mit einer anderen zu maskieren. Blix behauptet, für diese Funktion schon im Jahr 2017 ein Patent angemeldet zu haben.

Schon zuvor hatte Blix das Gericht angerufen, weil Apple seine Monopolstellung im Zusammenhang mit dem App-Store genutzt haben soll, dessen Blue-Mail-App im Ranking nach unten zu drücken. Das soll kurz vor dem offiziellen Start der Funktion „Anmelden mit Apple“ passiert sein, was Blix für einen Beleg dafür hält, dass Apple vermeiden wollte, dass die sehr ähnliche Funktion auffällt.

Apple soll Patente verletzt haben

Mit der iOS-App Blue Mail und dem neuen Dienst „Anmelden mit Apple“ können Nutzer ihre tatsächlichen E-Mail-Adressen mit falschen unterlegen. So erhalten Online-Dienste nicht die echte E-Mail-Adresse des Anmeldenden, sondern lediglich dessen temporäre Entsprechung.

Die Idee dahinter ist, dass Personen sich für jeden Dienst, bei dem sie sich mit „Anmelden mit Apple“ registrieren wollen, eine eigene E-Mail-Adresse generieren lassen können. Apple nimmt dann alle eingehenden Nachrichten auf dieser Adresse entgegen und leitet sie an die echte Adresse weiter. So soll die Privatsphäre des Nutzers geschützt bleiben.

Will der Nutzer irgendwann die Nachrichten, die an eine spezifische Adresse gesendet werden, nicht mehr erhalten, löscht er schlicht die generierte Adresse und der Fall ist für ihn erledigt.

Das soll recht genau der Blue-Mail-Funktion „Share Email“ entsprechen, weshalb Blix eine Verletzung seines bereits 2017 erteilten Patents geltend macht.

Apple soll Marktmonopol missbraucht haben

Ebenso beklagt Blix den Umgang Apples mit seiner Monopolstellung im App-Store. So habe das Unternehmen aus Cupertino im zeitlichen Zusammenhang mit dem Start der neuen Login-Funktion seine Suchalgorithmen im App-Store so verändert, dass Blue Mail von Platz 13 auf Platz 143 des Suchergebnisses gefallen sei. Blix behauptet, Apple habe dies in der Absicht getan, die Sichtbarkeit der Blue-Mail-App zu verschlechtern. So sollte angeblich verhindert werden, dass die Funktionsähnlichkeit auffällt.

In der Tat hat Apple Blue Mail zumindest vollständig aus dem Mac-App-Store verbannt. Auch hier macht Blix Missbrauch geltend, denn die Begründung Apples, es habe sich bei Blue Mail um eine App gehandelt, die dem Featureset einer anderen zu ähnlich sei, will Blix nicht gelten lassen. Jene App, auf die sich Apple bezieht, sei nämlich Typeapp gewesen, stamme vom selben Entwickler und sei der Vorgänger von Blue Mail. Zum Start von Blue Mail habe man die Vorgänger-App selbst aus dem App-Store genommen.

Blix stellt Blue Mail übrigens auch für Windows, Linux und Android, sowie über den Amazon App-Store bereit.

Blue Mail für Windows. (Screenshot: Blix Inc.)

Blue Mail für Windows. (Screenshot: Blix Inc.)

Das kann nun geschehen

Es ist wohl auszuschließen, dass die Klage von Blix dazu führt, dass Richter den Einsatz von „Anmelden mit Apple“ verbieten werden. Immerhin ist die bemängelte Funktion nicht bestimmend für den Dienst, sondern lediglich ein, wenn auch bedeutender Teil. Das Gericht könnte eher dazu kommen, Blix eine Vergütung für die Patentnutzung zuzusprechen.

Ebenso möglich erscheint indes, dass das Gericht die Klage verwirft. Immerhin weiß jeder, der schon mal Gerichtsluft schnuppern durfte: „Vor Gericht und auf hoher See sind wir alle in Gottes Hand.“

Passend dazu: Anmelden mit Apple: Open ID Foundation warnt vor Sicherheitsrisiken

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