Ratgeber

Homekit im Test: Mit Apple das Smarthome steuern, kommandieren, automatisieren

Mit dem iPhone das Zuhause steuern? Apples Smarthome-Plattform bietet inzwischen ausgereifte Möglichkeiten dazu. (Foto: t3n)

Mit Homekit hält Apple immer mehr Einzug ins Smarthome. Wie gut lässt sich mit der Plattform inzwischen das Zuhause steuern? Wir wollten es wissen und haben Homekit getestet.

Apple-Geräte kommen überall zum Einsatz, aber eben häufig im Zuhause. Damit eigenen sie sich aus Sicht des iPhone-Konzerns prima als Fernbedienung für das Smarthome. Seit fünf Jahren feilt und schleift Apple mit Homekit an einer Plattform, die vernetzte Geräte verschiedener Hersteller unter einer Oberfläche bedienbar macht. Damit war Apple früh dran, steht aber längst im Wettbewerb mit anderen Tech-Giganten und Automationsspezialisten. Wie gut lässt sich das intelligente Heim inzwischen mit iPhone, Siri und der hauseigenen Steuer-App namens Apple Home bedienen und automatisieren? Wir wollten es wissen und haben zur Bestandsaufnahme Homekit einem Test unterzogen.

Homekit im Test: Kompatible Smarthome-Geräte

Gemessen an der Geräteauswahl gehört Apple Homekit trotz stetigen Zuwachses immer noch zu den kleineren Smarthome-Plattformen. Den 20.000 kompatiblen Alexa-Geräten und den über 600 IFTTT-Partnermarken stehen rund 350 erhältliche oder angekündigte Geräte für Homekit gegenüber. In der Zahl enthalten sind die ungefähr 100 Fernseher, Lautsprecher und Receiver, die mit Apples Audio-Protokoll Airplay 2 funken. Diese lassen sich zwar nicht per Heimautomation, aber über Siri-Sprachbefehle steuern.

Die praktisch verfügbare Auswahl verringert sich abermals, weil nicht alle Modelle aus Apples Homekit-Geräteübersicht hierzulande erhältlich sind. Was im deutschen Handel zu ordern ist, listet neben Apples Onlineshop unter anderem Smarthome-Fachhändler Tink. Ein schneller Blick zeigt, dass die Auswahl nicht nur klein, sondern auch im oberen Preisregal zu finden ist.

Trotzdem deckt das Ökosystem viele gängige Produktkategorien ab. Leuchtmittel, Heizkörperthermostate, Bewegungssensoren, Steckdosen, Schalter, Sicherheitskameras und vieles mehr gehört dazu. Selbst Dachfensterantriebe lassen sich mit Homekit steuern.

Auswahl von HomeKit-Zubehör

Die Geräteauswahl für Apple Homekit wächst und deckt viele gängige Einsatzzwecke ab. Im Vergleich zu anderen Plattformen ist die Auswahl aber klein und auf Hochpreismodelle beschränkt. (Foto: t3n)

Für eine komplette Smarthome-Ausstattung fehlen aber beispielsweise kompatible Roboterrasenmäher und -staubsauger. Ebensowenig verstehen sich Kaffeemaschinen und andere Küchengeräte mit Apples Plattform. Immerhin hat die erste Homekit-taugliche Alarmanlage von Hersteller Eimsig eine wichtige Lücke bei den Gerätekategorien geschlossen.

Der stetige Zuwachs zeugt davon, dass es nicht am Vertrauen in Apples Ökosystem mangelt. Mit Samsung, LG und Sony öffnen sich inzwischen sogar Hersteller für Airplay 2 und Homekit, die mit Apple sonst nicht viel am Hut haben.

Wer im Geschäft vor dem Regal steht, erkennt am aufgedruckten Logo „Works with Apple Homekit“, ob ein Gerät kompatibel ist. Diese Modelle hat Apple geprüft und abgenommen. Ist das nicht der Fall, gibt es beispielsweise mit den Funkbrücken Homee und Homey zwei Behelfslösungen, die auch offiziell nicht-unterstützte Geräte mit Homekit vernetzen können. Der volle Funktionsumfang und ein dauerhafter Betrieb sind aber nicht garantiert, da Apple das Zusammenspiel mit einem Update unterbinden könnte. Außerdem ist der Einrichtungsaufwand etwas höher als bei zertifizierten Lösungen.

Apple Homekit im Test einrichten: Einfacher geht es kaum

Apple hat Homekit für eine möglichst einfache und schnelle Inbetriebnahme konzipiert. Das meiste Zubehör lässt sich Plug-&-Play einrichten. Etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen Geräte, die nicht mit Bluetooth oder WLAN funken. Andere Funkstandards versteht Homekit nicht. Wollt ihr beispielsweise Zigbee-Lampen von Philips Hue und Ikea Tradfri oder Funkthermostate von Tado einbinden, benötigt ihr eine Funkbrücke vom Hersteller, die die Signale übersetzt. Diese mit dem WLAN-Router zu verkabeln und per Cloud-Konto ins Internet zu bringen, ist erfahrungsgemäß eine Sache weniger Minuten. Nur in Ausnahmefällen erfordert Homekit-Zubehör eine anspruchsvolle Unterputz-Installation am Hausstromnetz, die ihr lieber Fachleuten überlasst.

HomeKit im Test: HomeKit-Code einlesen

Zubehör einzurichten, gestaltet sich bei Homekit im Test als sehr einfach. Zahlen- oder QR-Code fotografieren, der Rest passiert automatisch. (Screenshot: t3n)

Ist die Hardware-Installation erledigt, komplettiert ihr die Einrichtung mit der Home-App oder der jeweiligen Hersteller-App für iOS. Darin nimmt euch Homekit mit einem gut durchdachten Einrichtungsassistent an die Hand. Dieser besteht darin, mit der iPhone- oder iPad-Kamera einen QR-Code oder eine Ziffernkombination von einem Aufkleber abzufotografieren. Anschließend baut Homekit eine verschlüsselte Verbindung auf. Sofern das Gerät mit WLAN funkt, übergibt Apple auch gleich die Zugangsdaten zum Heimnetz – sehr praktisch. Bereits im Heimnetzwerk verfügbare Airplay-2-Lautsprecher erkennt Homekit im Test sogar ohne Code.

Als vertretbaren Kompromiss erfordert dieser Einrichtungsweg, dass ihr den Code-Aufkleber gut hütet. Dafür müsst ihr aber keinen Skill herunterladen wie bei Amazons Alexa und kein Gerät aus einer Liste heraussuchen wie bei Google Home.

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