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Apple-Online-Store entfernt Kunden-Bewertungssystem

Übrigens, in den realen Apple Stores gibt es auch kein Beurteilungssystem. (Foto: dpa)

Apple hat sämtliche Bewertungen und Kundenberichte zu seinen Produkten aus dem Apple-Store gelöscht und die entsprechende Sektion entfernt. Begründet hat der Hersteller den Schritt bislang nicht.

Wer irgendwo auf der Welt den Apple-Store aufruft, um sich darin über eines der Produkte aus Cupertino zu informieren, muss künftig auf Kundenbewertungen und Kommentare verzichten. Wie Apple Insider zuerst berichtet hatte, wurde die entsprechende Sektion der Seite, die in Deutschland „Bewertungen und Beurteilungen“ hieß, komplett gestrichen. Die Wayback Machine zeigt an diesem Beispiel, was Nutzern künftig entgeht.

Auch auf Nachfrage hat Apple bislang keine Informationen über den Hintergrund dieses doch recht drastischen Schrittes erteilt. Immerhin sind Beurteilungen und Bewertungen im Online-Shopping ein zentraler Faktor in der Entscheidungsfindung der potenziellen Kunden.

Apple-Nostalgie: Screenshot der Wayback Machine. (Screenshot: t3n.de)

Apple-Nostalgie: Screenshot der Wayback Machine. (Screenshot: t3n.de)

Kundenbewertungen werden misstrauisch gesehen

Auch wenn eine auf Amazon bezogene Untersuchung des Kölner Instituts für Handelsforschung im letzten Monat gezeigt hatte, dass nur rund 34 Prozent der deutschen Verbraucher Bewertungen auf Amazon als wesentlich oder wenigstens teilweise kaufentscheidend bezeichnen, gaben doch immerhin gut 42 Prozent der Befragten an, zwar nicht auf Kundenbewertungen zu vertrauen, sie aber immerhin als ersten Eindruck vom gewünschten Produkt mit in die Überlegungen aufzunehmen.

Das Kundenbewertungssystem im Internet leidet indes generell an einer hohen Zahl gefälschter Bewertungen, die Verbraucher gezielt in die Irre führen sollen. Amazon selbst hatte bekanntgegeben, dass auf der Plattform allein im Jahr 2018 über 13 Millionen gefälschte Kundenbewertungen verhindert worden sein sollen.

Hohe Negativtendenz der Bewertungen im Apple-Store

Gerade die Bewertungen im Apple-Store wiesen eine hohe Negativtendenz auf, was immer wieder für Hohn und Spott aus dem Netz gesorgt hatte. Zuletzt hatte ein Video über die Bewertungen des neuen 16-Zoll-Macbook für Aufsehen gesorgt.

Darin hatte Lee Morris von der Fotografie-Community Fstoppers, die auf Youtube immerhin 819.000 Abonnenten zählt, Kundenkommentare zum neuen Macbook aus dem Apple-Store verlesen. So wollte er beweisen, dass seine Kritik am Gerät auf breite Unterstützung trifft und nicht bloß eine Einzelmeinung darstellt.

Im Nachgang zur Veröffentlichung dieses Videos löschte Apple dann alle Beurteilungen für alle Produkte im Apple-Store. Ob und inwieweit ein Zusammenhang zum genannten Video besteht, unterliegt der Spekulation. Möglich ist, dass das Video der Tropfen war, der das Fass bei Apple zum Überlaufen brachte. Speziell dann, wenn das positive Käuferverhalten und die negativen Kundenbewertungen eine Schere bilden, stellt sich für einen Hersteller naturgemäß die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Bewertungssystems.

Apple-Store nicht vergleichbar mit diversifizierten Webshops

Auf Amazon sieht die Sache indes anders aus. Hier konkurrieren unterschiedliche Hersteller um die positive Rezeption seitens der Kunden. Fehlende Bewertungen würden die Umsätze des Marktplatzes wohl deutlich nach unten bringen. In einem Shop, den die Kunden schon mit einem klaren Kaufinteresse betreten, mag es hingegen im Zweifel sogar nachteilig sein, teils kleinteilige und vielleicht sogar unberechtigte Kritik vor das Auge des potenziellen Käufers zu bringen.

Was haltet ihr von der Abschaltung des Bewertungssystems im Apple-Store?

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