Analyse

Apple Pay als Paukenschlag: Die Auswirkungen auf Kunden und Händler

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Die Zukunft von Apple Pay ist rosig, der Start furios

Und wieder einmal hängt der Erfolg eines Dienstes vom goldenen Käfig ab. Apple hat die NFC-Schnittstelle nicht für Zahlungen freigegeben. Mit Android kann jeder eine Bezahl-App starten. Das ist gut für die Vielfalt, aber genau deshalb schlecht fürs Geschäft. Die Winner-takes-it-all-Regel wird hier greifen, beispielsweise hat die Deusche Bank kein Google Pay, sondern eine ebenso gut und schnell funktionierende Lösung in der eigenen App eingebaut. Eigentlich ist es zu früh, um schon den Tod von Google Pay zu prognostizieren, aber unter Einbeziehung von Samsung Pay dudelt doch schon langsam „Spiel mir das Lied vom Tod“ aus den iPhone-Kopfhörern. Bei Apple ist die Deutsche Bank hingegen an Bord und schwärmte beim Start vom tollen Nutzererlebnis bei Apple Pay. Was bleibt ihr auch anderes übrig: Der NFC-Chip ist dicht, das Nutzererlebnis ist tatsächlich toll. Ende der Geschichte – und die goldene Käfigtür ist zu. Alle anderen rund 2.000 Banken, mit denen Apple gerade noch verhandelt, werden dann wohl folgen müssen.

Der Start von Apple Pay erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschlands Kassiererinnen und Kassen keine Angst mehr vor der kontaktlosen Zahlung haben. Was waren das noch für Zeiten, als an der Kasse beinahe die Polizei gerufen wurde, weil da jemand irgendwas Komisches am Terminal gemacht hat. Bis zum Jahresende sollen rund 80 Prozent der Terminals in Deutschland kontaktlos sein.

Nur rund 20 Prozent der deutschen Bankkunden haben eine Kreditkarte, die Schnittmenge mit den Apple-Kunden ist riesig. Genau deshalb wird schnell ein hohes Zahlungsvolumen entstehen, denn die nerdige Kundschaft lechzt geradezu nach Apple Pay – und gibt auch mehr Geld aus als andere Kundengruppen.

Mobiles Zahlen ist ja schon auf dem Siegeszug – auch ohne Apple Pay: Die BVG kassiert schon zwei Drittel ihrer Fahrscheine in der App. Mit Apple Pay versprechen sich alle, die beim Start dabei sind, einen weiteren Siegeszug. Die Deutsche Bank sprach Dienstagmittag um 11 Uhr schon von dreistelligen Apple-Pay-Registrierungen pro Minute. Das wären mindestens 6.000 Neuanmeldungen pro Stunde! Gleichzeitig will die Deutsche Bank ebenfalls dreistellige Registrierungen pro Minute, also wieder vierstellige Zahlen pro Stunde, für ihre neue virtuelle Apple-Pay-Debitcard erhalten haben. Ein Produkt, das gerade deutschen Kunden sympathisch zu sein scheint. Die Debitkarte ist eine Kreditkarte, die direkt mit dem Girokonto verbunden ist und deren Zahlungen genau wie mit einer Girocard sofort vom Konto abgebucht werden. Das Standardmodell von Fintechs wie N26 ist also bei den altbackenen Banken angekommen und schiebt die Kreditkartendurchdringung des deutschen Marktes an.

Rein spekulativ: Wenn aktuell alle beteiligten Banken dieselben Zahlen vorweisen könnten, dann hätte sich während des Lesens dieses Textes rechnerisch eine komplette Kleinstadt registriert. Und seit heute morgen 7 Uhr bis heute Nachmittag 17 Uhr vermutlich rechnerisch schon ganz Stuttgart. Herzlich Willkommen, Apple Pay.

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4 Kommentare
Anon
Anon

Selten liest man derart unreflektierte Jubelperserkommentare in denen wirklich jede Behauptung eine gefärbte Vermutung bar jeglicher recherchierte Substanz ist, weit entfernt jeglicher Realität.

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Daniel

Es wird nichts, rein gar nichts am bisherigen Zustand ändern. Über 50% aller befragten, das habe ich aus einem Artikel hier auf t3n vor kurzem, lehnen MobilePayment als Zahlungsmethode ab. Zudem ist mit Google Pay ein genau so einfaches und in Deutschland aufgrund der Android-Verbreitung weiterverbreitetes Zahlungsmittel schon ewig verfügbar.

Der Artikel gehört zur Kategorie „AppleNerd dreht ab, weil er endlich ApplePay nutzen kann.

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Tom
Tom

Fanboy-Beitrag, mehr nicht. Das geht auch schon länger mit GooglePay, PayPal, …

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Michael
Michael

„Was waren das noch für Zeiten, als an der Kasse beinahe die Polizei gerufen wurde, weil da jemand irgendwas Komisches am Terminal gemacht hat.“ Hab ich selbst so erlebt bei Karstadt Münster. Da wurde der Abteilungsleiter gerufen, weil ich angeblich noch nicht bezahlt hätte, obwohl es sogar auf dem Bon stand.

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