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Apple Pay: Tim Cook lobt „Riesenerfolg“ beim deutschen Start

Im Analystengespräch zeigt sich Apple-CEO Tim Cook zufrieden mit dem Deutschlandstart von Apple Pay. (Bild: Apple)

Tim Cook ist begeistert vom deutschen Start von Apple Pay. Fragwürdig sind allerdings die Vergleichszahlen, die er dafür heranzieht. Dass es ähnlich gut weitergeht, ist wahrscheinlich.

In der üblichen Konferenzschaltung mit Finanzanalysten erklärte Apple-CEO Tim Cook, der Apple-Start in Deutschland sei als „Riesenerfolg“ zu verbuchen – und kann sich einen Seitenhieb auf den Konkurrenten Android nicht verkneifen. Die Deutsche Bank habe „innerhalb einer Woche mehr Aktivierungen vermelden können als Android binnen eines Jahres“. Das ist allerdings ein etwas verschobenes Bild, weil Cook sich hier wohl nicht auf Google Pay bezieht, sondern auf die Mobile-Payment-App der Deutschen Bank, von der selbst die Deutsche Bank einräumt, dass sie zum einen eine Mastercard voraussetzt und dass man damit 2017 möglicherweise zu früh dran gewesen sei (Google Pay ist erst Ende Juni mit großem Werberummel auf dem deutschen Markt gestartet und wird von der Deutschen Bank nicht direkt unterstützt). Die Zahl war bereits vor einigen Tagen durch Michael Koch, der den Apple-Pay-Start der Blauen mit verantwortet hatte, genannt worden.

Bei Apple Pay sieht die Sache etwas anders aus als bei Google Pay, das die Deutsche Bank noch nicht aktiv unterstützt. Hier bewirbt die Deutsche Bank die Apple-Pay-Integration aktiv und stellt Kunden ohne Kreditkarte dafür eine virtuelle Mastercard-Debitkarte zur Verfügung, ähnlich wie Paypal dies mit Google Pay tut.

Apple Pay: Hohe Erwartungshaltung in Deutschland

Dennoch: Der späte Start in Deutschland – Cook sprach im Sommer in einem Analystengespräch von „later this year“ – ließ die gespannte Öffentlichkeit dann aber von der Bekanntgabe durch die Banken Mitte November bis zum tatsächlichen Start Mitte Dezember noch reichlich warten – hat eine entsprechende Erwartungshaltung aufgebaut.

Enttäuscht wurden (erwartungsgemäß) im aktuellen Analysten-Talk und bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen aber all jene, die auf konkrete Zahlen für Deutschland gehofft hatten: Apple nannte zwar im Rahmen der Geschäftszahlen 1,8 Milliarden Transaktionen und gab an, Apple Pay habe einen Umsatzrekord erzielt. Konkrete Details zu den deutschen Werten gab’s indes nicht. Immerhin hat sich weltweit die Zahl der Transaktionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt, was mit der Zahl an hinzukommenden Märkten nicht alleine zu erklären ist.

Weitere Banken werden mit Apple Pay 2019 erfolgreich sein

Apple verdient gut an Apple Pay: Die Rede ist von 0,15 Prozent auf den Umsatz in den USA, einem Wert, der auch von einheimischen Banken nicht dementiert wird. 2019 arbeitet noch eine große Zahl weiterer Banken an Apple Pay, darunter die DKB, die ING, der Paymentdienst Revolut und die Consorsbank. Zu erwarten ist auch ein Start der Volks- und Raiffeisenbanken, allerdings ist hier der Termin noch gänzlich offen. Bei den Sparkassen dagegen wird man sicher noch lange an der Strategie, Apple Pay nicht anbieten zu wollen, festhalten.

Einen weiteren Schub könnte das Bezahlverfahren bekommen, wenn es Banken gelingt, einen Girocard-kompatiblen Workflow zu finden – doch auch die Lösung mit einer virtuellen Kreditkarte, die nicht in Erscheinung tritt, ist bei vielen Kunden beliebt. Denn die Girocard weist laut Banking-Experten einige infrastrukturelle Eigenheiten auf, die sie nicht unbedingt als das ideale Digitalverfahren in Echtzeit erscheinen lassen.

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Ein Kommentar
gast22
gast22

„und kann sich einen Seitenhieb auf den Konkurrenten Android nicht verkneifen. Die Deutsche Bank habe „innerhalb einer Woche mehr Aktivierungen vermelden können als Android binnen eines Jahres“. “

Ob Google Pay oder nicht. Ist doch egal. Android hat es nicht geschafft.
Punkt.

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