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Neue Strategie bei Project Titan: Selbstfahr-Plattform statt Apple-Auto

Neue Auto-Strategie bei Apple? (Bild: Carwow)

Apple nimmt einen radikalen Strategiewechsel bei seinem Auto-Projekt „Titan“ vor. Anstatt ein eigenes elektrisches Auto zu bauen, soll Apple jetzt eine Plattform für autonome Autos entwickeln.

Project Titan: Apple doch direkter Tesla-Konkurrent

Hunderte im Project Titan angestellte Apple-Mitarbeiter des etwa tausendköpfigen Teams mussten einem Bericht von Bloomberg zufolge in den zurückliegenden Monaten entweder ihren Hut nehmen, wurden mit einer neuen Aufgabe betraut oder haben das Unternehmen freiwillig verlassen. Der Grund: Apple nimmt eine Umstrukturierung seines im Geheimen entwickelten großen Auto-Projekts vor.

Die Apple-intern Project Titan genannte Initiative, so Bloombergs Quellen, soll nicht mehr, wie 2014 ursprünglich geplant, daran arbeiten, ein eigenes Auto zu entwickeln, um es 2020, oder 2021, auf den Markt zu bringen. Stattdessen sei der neue Plan, eine Plattform für selbstfahrende Autos zu entwickeln. Es ist Bloomberg zufolge zwar denkbar, dass Apple später wieder zu seinem ursprünglichen Plan zurückkehrt, selbst oder mithilfe eines Partners ein Auto zu bauen. Allerdings habe das Management dem Titan-Team eine erste Deadline bis Ende 2017 gesetzt. Bis dahin muss der Machbarkeitsnachweis für die Software-Plattform auf die Beine gestellt sein.

Das neue Team für die Selbstfahr-Plattform bestehe trotz der Entlassungen weiterhin aus etwa 1.000 Mitarbeitern. Vor allem Spezialisten für die Entwicklung der Software beziehungsweise für die AI-Entwicklung seien nun an Bord. Das deckt sich auch mit einem älteren Bericht der New York Times.

menithings / Freelancer.com)

Ein Grund für die radikale Änderung der Strategie sollen die komplexen Zuliefererketten der Autoindustrie gewesen sein, so eine weitere Bloomberg-Quelle. Beim iPhone hat das Unternehmen die Zulieferer zwar im Griff und kann Preise beinahe bestimmen. In der Automobilwelt sähe das Ganze aber noch etwas anders aus, schließlich spielt Apple dort bislang kaum eine Rolle und kann daher im Unterschied zu den großen Autobauern keine Großmengen an Bauteilen zu akzeptablen Preisen abnehmen. Manche Zulieferer würden sich auf die Lieferung kleiner Mengen kaum einlassen: Apples Auto wäre zu Beginn nur in geringen Stückzahlen vom Band gelaufen, heißt es.

Project Titan: Autos bauen ist nicht so einfach …

Apple hatte sich 2014 vorgestellt, bis 2020 ein Auto auf den Markt zu bringen, das so revolutionär sein sollte wie das iPhone 2007. Daraus scheint aber vorerst nichts zu werden, auch wenn die finanziellen Aussichten durchaus vielversprechend sind: Laut McKinsey & Co. soll der Automarkt bis 2030 einen Umsatz von 6,7 Billionen US-Dollar aufweisen.

Dem Bericht zufolge hatten die Apple-Manager ein Fahrzeug vor Augen, das den Fahrer mittels seines Fingerabdrucks erkennen und alle Voreinstellungen laden sollte. Apple hatte Auto-Designs ganz ohne Lenkrad und Pedale auf dem Reißbrett – ähnlich wie bei Googles selbstfahrendem Auto.

Googles selbstfahrendes Auto besitzt weder Pedal noch Lenkrad. (Foto: Google)

Ob Apples mutmaßlicher Plan so klug ist, bleibt dahingestellt, denn eine reine Plattform für selbstfahrende Autos zu entwickeln, klingt nicht zu Ende gedacht. Schließlich entwickeln mittlerweile alle großen Autohersteller ihre eigene Lösung – Apple wäre dann nur ein Anbieter von vielen – aber ohne eigenes Auto. BMW, Volkswagen, Mercedes und Co. werden ihre Fahrzeuge kaum mit Apple-Technologie ausrüsten, zumal sie Apple und auch Google als Konkurrenten betrachten – die großen Autohersteller wollen langfristig selbst wie Apple ein eigenes Ökosystem für ihre Fahrzeuge aufbauen. BMW und Daimler haben Apple vor geraumer Zeit schon eine Absage erteilt.

Passend zum Thema: Orientiert an Apple: Volkswagen baut eigenes Ökosystem „Auto + X“ und Radikaler Strategieschwenk: BMW greift Tesla mit zahlreichen Elektroautos an

via electrek.co

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