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Kolumne

Apples Börsenabsturz: Tim Cook hat sich mit seiner Hochpreiswette verzockt

Apple-Chef Tim Cook. (Foto: Apple)

Weil das iPhone-Wachstum zu Ende geht, ist Apple an der Wall Street unter Druck wie lange nicht mehr. Die happigen Preisanhebungen für die neuen iPhones waren ein kapitaler Fehler, meint Nils Jacobsen.

Es geht schnell an der Wall Street. In der vergangenen Handelswoche hat Apple mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Börsenwert verloren. Seit Anfang des Monats summieren sich die Verluste auf rund 250 Milliarden Dollar, vom Allzeithoch Anfang Oktober hat der Konzern gar bemerkenswerte 300 Milliarden Dollar seiner Marktkapitalisierung eingebüßt.

Der Grund für den Absturz von 27 Prozent in nicht einmal zwei Monaten ist schnell erklärt: Das iPhone, Apples wichtigstes Produkt der Konzerngeschichte, hat offenbar seinen Zenit überschritten. Die Berichte aus der Zuliefererkette sind erdrückend: Die neuen iPhone-Modelle, die beiden hochpreisigen OLED-Modelle iPhone XS und iPhone XS Max, aber auch das erschwinglichere iPhone XR scheinen sich nicht annähernd so gut zu verkaufen wie erwartet.

Ende des iPhone-Wachstums deutete sich bereits vor Jahren an

Die Folge: Es hagelt inzwischen praktisch täglich neue Abstufungen von Analystenseite, weil Banken versuchen, Apples mutmaßlichen iPhone-Abschwung einzupreisen. Dass Apple mit dem iPhone nach Anzahl verkaufter Geräte nicht mehr wachsen kann, ist dabei an sich keine bahnbrechende Neuigkeit mehr. Im Grunde geht die Erkenntnis bis ins Jahr 2012/13 zurück, als das iPhone-Wachstum nach fünf Jahren in der Überholspur plötzlich zum Erliegen kam.

Zwar konnte Tim Cook Apple mit dem lang erwarteten China-Mobile-Deal und 2014 dann mit der Einführung der endlich größeren iPhone-Modelle in 4,7 und 5,5 Zoll noch ein letztes Mal außer der Reihe sattes Wachstum präsentieren, doch damit hatte es sich auch. Tatsächlich hat Apple nie mehr Smartphones verkauft als in den zwölf Monaten nach dem Launch des iPhone 6 und iPhone 6 Plus im September 2014, als sich die jahrelang aufgestaute Nachfrage nach einem Phablet-Modell exzessiv entlud.

231 Millionen iPhones konnte Apple im Geschäftsjahr 2014/2015 absetzen – dem Spitzenwert läuft der Konzern bis heute hinterher. Angeführt vom wenig berauschenden Nachfolgemodell iPhone 6s musste Apple 2015/2016 einen Einbruch um knapp 20 Millionen auf 212 Millionen Einheiten hinnehmen. Auch 2016/2017 wurde es mit dem iPhone 7 und 7 Plus nur marginal besser: 217 Millionen iPhones konnte Tim Cook ausweisen. Und selbst im vergangenen Jahr, als Apple zum zehnjährigen Jubiläum des Kultsmartphones das brandneue Modell iPhone X mit randlosem OLED-Display auf den Markt brachte, stagnierten die Umsätze – nicht mal eine Million Einheiten mehr konnte Apple 2017/2018 verkaufen.

Die iPhone-Absätze dürften 2019 schrumpfen

Dass der Trend nun nach unten zeigt, kann nach der völlig überraschenden Ankündigung, in Zukunft keine Stückzahlenverkäufe mehr in den Quartalsbilanzen auszuweisen und den schier endlosen Umsatzwarnungen aus der Zuliefererkette, als gesichert gelten. Dabei sollte im Geschäftsjahr 2018/19 eigentlich der lang erwartete neue Superzyklus starten, schließlich hatte Apple gleich drei neue Modelle auf den Markt gebracht. Doch statt nach drei Jahren der Stagnation endlich wieder neue Verkaufsrekorde aufzustellen, läuft Apple Gefahr, mit seinen iPhone-Verkäufen tatsächlich von der Klippe zu fallen und nach abgesetzten Stückzahlen auf ein 5-Jahres-Tief abzustürzen.

Die Schuld dafür ist in der einsamen Managemententscheidung Tim Cooks zu suchen, die Begehrlichkeit der wertvollsten Marke der Welt immer weiter auszureizen. Niemand bezahlt die horrenden Apple-Preise, weil die neuen iPhones technisch einen solchen Innovationsvorsprung besäßen: Die Kunden bezahlen die teilweise obszönen Aufschläge, weil ihnen das Lebensgefühl gefällt, das Apple vermittelt. Es fühlt sich gut an, das neue Smartphone in einem glitzernden Tech-Tempel bei einer coolen Belegschaft zu kaufen, die bis in die Haarspitzen darauf gedrillt ist, dem Kunden das Gefühl zu geben, er wäre etwas Besseres, weil er bei Apple kauft – besser, weil er mehr bezahlt.

Die neuen, teuren iPhones sind teilweise ein Rückschritt

Die neuen iPhones, die in der Spitze bis zu 1550 und 1650 Euro kosten, sind dabei ihr Geld schlicht nicht wert. Ja, die neue Kamera, besonders bei der Luxus-Variante iPhone XS Max, macht Spaß und (vor allem im Porträtmodus) gute Fotos, und das neue Randlos-Display ist ein Hingucker, doch der Effekt ist spätestens nach einer Woche vergessen (und viele Apps längst nicht bildschirmfüllend optimiert). Das war’s auch schon.

Tatsächlich sind die neuen iPhones in der Anwendung teilweise ein Rückschritt gegenüber den etablierten Modellen: Face ID ist auch im zweiten Jahr nervig unausgereift, der Home-Button fehlt schlicht, und zum App-Installieren muss der Nutzer nun zweimal seitlich auf den Knopf drücken, statt wie vorher den Finger aufzulegen, weil der Fingerabdrucksensor fehlt. Selten gab es so viel Verschlimmbesserung zu so einem happigen Preisaufschlag.

Es gibt einfach kein Argument mehr das rechtfertigen könnte, warum ein Smartphone, dessen Display bei einem ungeschickten Griff in die Jackentasche auf dem frostigen Bürgersteig zersplittert, einen höheren Preis wert wäre als eineinhalb MacBook Air, vier iPad oder fünf Apple Watch Series 3. Die Bepreisung der neuen OLED-iPhones ist schlicht pervers – und das dämmert irgendwann auch dem treuesten ergebenen Fanboy oder -girl in der westlichen Welt, der oder die sich dem Preisdiktat verweigert.

Mit Hochpreiswette verzockt

Dass Apple überhaupt so massiv an der Preisschraube gedreht hat, ist zum Großteil der Marktdynamik der Kapitalmärkte geschuldet. Weil Apple in der Breite nach Stückzahlen nicht mehr wachsen konnte, hat Tim Cook die einmalige Chance genutzt, mit der Einführung neuer, edler Modelle kräftig zuzulangen. Keine Frage: Die bei Samsung bestellten OLED-Displays sind um den Faktor vier teurer als gewöhnliche LCD-Panels, doch die teureren Komponenten rechtfertigen den Sprung um 250 Dollar beziehungsweise 300 Euro zum neuen 1.000-Euro-Einstiegsstandard bei den iPhones nicht annähernd.

Die Luxusmodelle waren vielmehr die letzte Trumpfkarte, die Tim Cook spielen konnte, um die immer höheren Erwartungen der Wall Street zu befriedigen. Doch nun sitzt Apple in der Falle: Die Hochpreiswette hat sich als Bumerang erwiesen, weil Kunden Apple schlicht die Gefolgschaft verweigern – und auch nicht zur günstigeren Variante iPhone XR greifen, die Analysten im Vorfeld noch als mutmaßlichen iPhone-Bestseller ausgemacht hatten, auf den sich alle einigen könnten.

Doch mit Preisen zwischen 850 und 1.030 Euro ist das iPhone XR immer noch teuer, zumal es hinter den neuen Flaggschiffmodellen iPhone XS und iPhone XS Max als klare Nummer drei daherkommt. Doch wer will schon knapp 1.000 Euro für die dritte Wahl ausgeben?

„Premiumpreisgrenze für das iPhone erreicht“

„Es scheint, als habe auch Apple eine Premiumpreisgrenze für das iPhone erreicht“, erklärte letzte Woche Goldman Sachs-Analyst Rod Hall in einer Kurzstudie das neue Dilemma des Apple-Konzerns. „Unsere Erfahrung im Mobilmarkt ist: Wenn das Preismonopol fällt, neigen Verbraucherelektronik-Unternehmen dazu, entweder die Gewinnmarge, Marktanteile oder beides zu verlieren“, entwirft Hall in seiner zweiten Abstufung in nur sechs Tagen ein düsteres Zukunftsszenario für Apple.

Apple ist mit dem iPhone, das in den vergangenen sieben Jahren jeweils für mehr als 60 Prozent der Konzernumsätze verantwortlich war, über eine Dekade lang höher und weiter nach oben gefahren, als es selbst die kühnsten Optimisten für möglich gehalten haben. Der 1976 gegründete Techpionier war seit 2011 mit wenigen Unterbrechungen wertvollstes Unternehmen der Welt, von August bis Oktober diesen Jahres gar erster Billionen-Dollar-Konzern der USA.

Seitdem geht die Fahrt nun jedoch nach unten. Von Woche zu Woche scheint es, als würde sich die Schussfahrt beschleunigen, Zwischenstopps Fehlanzeige. Der Abstieg vom Olymp kann lang und zermürbend sein – und nichts und niemand kann aktuell abschätzen, an welcher Stelle Apples Höllenfahrt endet. Bei 170 Dollar? 160 Dollar? 150 Dollar? Oder gar bei Kursnotierungen, die Apple schon 2015 aufgestellt hat?

Es droht, ein langer, kalter Winter in Cupertino zu werden.

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22 Reaktionen
Anti-Jacobson

Herr Jacobson,

einfach den Mund halten, wenn man keine Ahnung von gar nichts hat.

LG Anti-Jacobson

Antworten
Benutzer

Herr Anti-Jacobsen,

sich einfach mal in Tolleranz üben ohne andere zu defamieren täte ihnen wirklich gut!

Solche Manieren unterstellt man ja eher dem Android Lager... von wegen wie man sieht.

Antworten
hps

Das sind, lieber Nils, die haltlosen Phantasien eines Ahnungslosen.

In drei Monaten sehen wir uns wieder.
Willst du profitieren, warte noch eine Woche.

Dann zulangen.

Überraschenderweise bringt das Jahr 2019 für Apple ein
neues Allzeithoch.

Antworten
Marty Schulz

So sieht es nämlich aus, der Autor schreibt die ganze Zeit nur über den "hohen Preis". Aber vergisst dabei die 2 Hauptgründe warum Apple so wenig verkauft

1) Die Generation Iphone6/6s will kein größeres Iphone haben, die neuen "X"-Modelle sind alle samt noch Größer, das heißt, jemand der ein Iphone 6 im Jahr 2014 gekauft hatte,hatte oft schon vorher ein 4/4s oder 5 und hatte schon nun schon ein größeres Display, die Leute haben sich an die 6er größe gewohnt und wollen auf keinen Fall ein noch Größeres Display haben. Viele wollen sogar wieder zur Displaygröße vom 5er zurück. Wenn 2019 ein Iphone 9 raus kommt mit einer Displaygröße vom Iphone 6/7/8 dann wird apple auch wieder eine ganze Menge Iphones verkaufen.

2) die Iphones der Letzten jahre funktionieren alle noch recht gut. Wer 2010 ein Iphone 4 hatte, konnte nach 2 Jahren aufs Iphone 5 wechseln und hat das 4er meinst noch Familien intern verkauft. Dann weitere 2 Jahre die nächste Vertragsverlängerung und man hatte das 6er in der hand, mit durchgehendem LTE (5er nur Telekom in Großstäden, auf dem Land wurde die Frequenz nicht unterstützt und Vodafone schon gar nicht)

Die 6er / 6s waren erstmals so ausgereift dass man sie bis heute durchgehend gut nutzen kann. Wenn da noch ein Akkuwechsel hinzukam, braucht man schlichtweg kein neues Telefon, die Software wurde mehrmals geupdatet ohne das es langsamer wurde. Whats app & Co laufen tadellos, HD Videos sind auch gut, Laden und Musikhören geht sogar noch gleichzeitig, der Fingerdrucksensor hat alle Macken abgelegt die noch beim 5er vorhanden waren. Siri läuft via Cloud (wer´s nutzt) hat auch neue funktionen erhalten ohne ein neues Telefon zu kaufen.

TL;DR
Die Verkaufszahlen sind nicht dem Preis geschuldet, sondern der Tatsache dass die Displaygröße nicht passt und die 6er Iphones (und 7er/8er) noch recht gut funktionieren.

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Flo

Das die Geräte den Preis nicht Wert sind sieht man zum Beispiel am drastischen Preisverfall. Neupreis iPhone X 265Gb 1319€ und ein Jahr später ist das Gerät im Neuwertigen Zustand 750€ Wert, also ein Preisverfall von 43% aka 569€.

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Issulac

Das die Preispolitik aus dem Kalkül entstanden ist Apples Exklusivität anzuheizen ist schon klar, aber ich finde auch, dass man sich hier verrannt hat.

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Hafner Michael

Der Autor spricht mir aus der Seele. 1:1 meine Meinung. Bei mir ist die Schmerzgrenze erreicht oder überschritten. Ich hatte 2 Macs, 2 Ipads, das mittlerweile fünfte iPhone aber das nächste wird wohl ein Android.

Ich zahle nicht 1300 Euro für ein Smartphone und mit der dritten Wahl lasse ich mich auch nicht abspeisen. Mein iPhone 7 (benutze ich noch) kostete 790 oder so und war das Top Phone von Apple, jetzt soll ich 500 mehr zahlen ? Sicher nicht !

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H.Schnetzer

Wenn die Apple Aktie fällt, dann meldet sich Herr Jacobsen zu Wort!
Hier ein paar Beispiele:

“Das Apple-Imperium 2.0”: Der iKonzern und die Macht der kreativen Zerstörung"
https://meedia.de/2016/12/16/das-apple-imperium-2-0-der-ikonzern-und-die-macht-der-kreativen-zerstoerung/

"Tesla, Netflix oder Dropbox? Diese Unternehmen könnte Apple kaufen"
https://www.wired.de/collection/business/tesla-netflix-oder-dropbox-diese-unternehmen-koennte-apple-kaufen

„Apple schaut nur auf sich selbst“
https://www.springerprofessional.de/innovationsmanagement/apple-schaut-nur-auf-sich-selbst/6601158

"Tim Cook: Mäßige Erfolgsbilanz nach fünf Jahren als Apple-CEO?"
https://apfeleimer.de/2016/08/tim-cook-maessige-erfolgsbilanz-nach-fuenf-jahren-als-apple-ceo

Ja, sogar ein eigenes Buch hat der Herr geschrieben:
"Das Apple-Imperium: Aufstieg und Fall des wertvollsten Unternehmens der Welt"
https://www.amazon.de/Das-Apple-Imperium-Aufstieg-wertvollsten-Unternehmens/dp/3658014237

Man könnte meinen, Nils Jacobsen betreibt eine persönlichen Kreuzzug gegen Apple.
In all den Jahren wo Jacobsen gegen Apple stichelt, hab ich hingegen investiert.
Dieses Jahr konnte ich meine Anteile mit 110% versilbern. Hätte ich auf den Jacobsen gehört, dann hätte ich keinen Cent verdient.

By the way, Apple hat in all den Jahren ein Erfolg nach dem anderen gefeiert. Das Service Geschäft wächst und wächst.
Das Apple aktuell korrigiert, das ist ganz normal... siehe auch andere Aktien (Alphabet, Netflix, Facebook usw.) - ja sogar die ganzen Börsen korrigieren, sieh einer an!
Jetzt wieder den Niedergang von Apple zu beschwören, ist totaler Bullshit... aber so kennt man den Jacobsen.
Clickbaiting, Clickbaiting.

Wenn Apple eine gesunde Korrektur durchlebt hat, werde ich wieder Anteile kaufen und mich am Erfolg des UN beteiligen. Bei BWM, Daimler, VW & Co sagt auch keiner "Die bauen ja nur Autos" und trotzdem gibt es die UN seit mehreren Jahrzehnten. Abschwünge kommen und gehen... so ist das Leben.

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Oliver

Würde weder Tim Cook persönlich noch jemandem anderen in irgendeiner Weise direkt die Schuld geben. Es gibt mit Sicherheit viele Faktoren. Finde es ist hierbei ein Beispiel für die Arbeitsweise einer Marktwirtschaft. Apple ist nun am Zug. Ich bin gespannt, welche Veränderungen nun kommen werden.

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Tom de Friese

Ein Beitrag, der voller inhaltlicher Fehler steckt. Offensichtlich hat sich der Autor nicht sonderlich viel mit Ökonomie beschäft - ein BWL-Studium hat er garantiert nicht. Erschreckend: blumige Schreibweise, aber Fachbegriffe offensichtlich nicht verstanden.

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Heinz

Beispiele sind dann doch herzlich willkommen.

Haben sie eins?

Antworten
Tom de Friese

Was soll man denn auf einen Artikel wie diesen antworten, gerne auch an HEINZ gerichtet. Der Börsenwert ist ein rein spekulativer Wert, dieser hat - so leid es mir tut - nichts mit der realen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu tun. Wie genau werden denn Unternehmen beurteilt, die nicht an der Börse notiert sind? Mit ökonomischen Kennzahlen? Vielleicht?

Tom de Friese

Absatzzahlen vs Umsatz. Börsenwert vs Gewinn/Umsatzrentabilität, Börsenwert vs ökonomische Kennzahlen. Da fehlt es offensichtlich an Wissen.

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Heinz

Okay, an welcher Stelle verwechselt der Autor denn Absatz mit Umsatz? Ich habe sie nicht gefunden! Oder Börsenwert mit Gewinn?

Heinz

Also... reale Leistungsfähigkeit ist kein definierter Begriff und was eine Kennzahl nun ökonomisch macht, oder wie eine nicht ökonomische Kennzahl eines Unternehmens aussieht würde mich auch interessieren.

Desweiteren ist es völlig unerheblich, wie nicht börsennotierte Unternehmen bewertet werden, es handelt sich hier ja nicht um ein solches. Die Frage ist, ob die Marktkapitalisierung eine gängige Bewertungseinheit für gelistete Unternehmen ist. Hier muss die Antwort zwingend lauten JA.
Die hier vom Autor angestellte Betrachtung ist keinesfalls unüblich, sondern findet quasi täglich statt und läuft über Kanäle wie den Bloomberg Terminal, nicht unbedingt ein Medium für Fachfremde.

Betrachten wir kurz, was ein Unternehmenswert ist. Er hat zwei Komponenten, die Gegenwart und die Zukunft. Die Gegenwart kommt durch den Liquidationswert zustande, den kann jeder aus der Bilanz errechnen. Der Zukunftswert entsteht durch die Einschätzung der zukünftigen Wertschöpfung, also quasi der zukünftigen Bilanzveränderung als Barwert. Nennen wir sie X

Es ergibt sich also: Unternehmenswert = Liquidationswert + X (<= sollte jeder BWLer gelernt haben)

Setzen wir Unternehmenswert mit Börsenwert gleich, so erhält man: Börsenwert = Liquidationswert + X was nach X umgestellt bedeutet X = Börsenwert - Liquidationswert.
Der Börsenwert gibt also Aufschluss über die Konsensmeinug bezüglich X und dies als objektiver Preis, nicht als Meinung.

Man kann der Meinung sein, dass X, als Bewertung der zukünftigen Entwicklung zu optimistisch oder zu pessimistisch ist. Es ist jedoch der Preis, der bezahlt wurde. Generell gilt, ob die Wertberechnung stimmt, stellt sich erst heraus, wenn jemand diese als Preis bezahlt hat! Börsenwert ergibt sich aus bezahltem Preis.

Fakt ist, Wert ist subjektiv, Preis ist objektiv!

Erschreckend: kein Wirtschaftswissenschaftler teilt die Ansicht, dass der Börsenwert eine rein spekulative Größe ist! Ganz im Gegenteil, dreht sich die akademische Debatte darum, ob der Preis immer dem Wert entspricht, oder nur meistens (vergleich Malkiel vs Graham)

Antworten
Tom de Friese

Leider ist das eine Abfolge von Allgemeinplätzen, unangenehmer Argumentation ( "sollte jeder BWLer kennen") und themenfremden Beweisketten. Ich verabschiede mich an dieser Stelle, es ist bald 12 c.t.

gast 22

Der Autor dieses Artikels lässt immer nur etwas von sich hören, wenn es Apple an der Börse schlecht geht/gehen könnte. Niemand weiß warum das so ist. Spielt ja eigentlich auch keine Rolle. Wie Stefan schon nur an einem Beispiel oben nachwies, werden seine Theorien durch mehr Vermutungen und individuellen Erlebnissen garniert, um die Grundaussage die nötige Relevanz zu geben.

Man muss also nicht unbedingt diesen ganzen Artikel auf die Goldwaage legen. Auch Herr Jacobsen weiß ganz genau, dass jedes Produkt und jede Produktkategorie ihren Aufstieg, ihren Höhepunkt und ihren Abstieg hat. Dies hat überhaupt nicht mit "Verzocken" zu tun. Die Gründe eines eventuellen (Beweise gibt es ja nicht, denn die realen Verkaufszahlen kennt nur Apple allein) geringeren Abverkaufs sind eindeutig vielschichtig und sicher auch von Land zu Land unterschiedlich. Bei der Preisbildung dürfte auch die chaotische Politik des gegenwärtigen Präsidenten eine Rolle gespielt haben. Es ist sicher nicht angenehm, wenn man kurze Zeit später deshalb mitten im Verkaufszyklus die Preise erhöhen muss.

Ich möchte aber nicht in Einzelheiten verfallen, denn das sollte Aufgabe der Fachleute mit Sachverstand sein. Die kann sich übrigens auch ein Konzern wie Apple leisten. Belehrungen sind also fehl am Platze, erst Recht, wenn es keine sichere Datengrundlage gibt. Da nützt auch die Präsentation der Verkaufszahlen von 2007 bis 2018 als "Beweis" nichts, um gegenwärtige gedachte Entwicklungen abzuleiten, weil der Trend im gesättigten Markt nunmal einfach so ist. Bei jedem Produkt. Und sicherlich ist auch nachvollziehbar, dass nicht die abgesetzte Menge den Hauptausschlag bildet, sondern die Höhe des Gewinns nach Steuern. Denn nur der Gewinn eines Unternehmens erlaubt Expansion. Aber diese Zusammenahänge sind so trivial, dass ich mich fast im Schulunterricht wiederfinde. Ich lass es also.

Herr Jacobs hat mal wieder getrötet und seine Sicht verbreitet. Er gehört eben zu denen, die den Niedergang seit Jahren predigen. Der wird auch kommen, weil nichts für die Ewigkeit ist. Was aber juckt mich das? Solange die hochwertigen (und wer wollte das bestreiten) Produkte ihre Abnehmer finden (egal ob mal weniger oder mal mehr, es ging Apple schon mal deutlich schlechter) ist für mich alles OK. Bin nicht Teil der Firma, sondern nur ein Nutzer, der eher zufrieden ist denn unzufrieden - weil es kaum gleichwertige Alternativen für mich gibt. Ganz einfach!

Antworten
Heinz

Hallo lieber Gast22,

du schreibst:

" Und sicherlich ist auch nachvollziehbar, dass nicht die abgesetzte Menge den Hauptausschlag bildet, sondern die Höhe des Gewinns nach Steuern. Denn nur der Gewinn eines Unternehmens erlaubt Expansion. Aber diese Zusammenahänge sind so trivial, dass ich mich fast im Schulunterricht wiederfinde."

Das ist nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern schlicht falsch. Bei Apple sogar gleich aus drei Gründen falsch. Dazu muss man unterscheiden zwischen Bewertung des aktuellen Geschäfts und Bewertung der Chancen.

Unter der Voraussetzung, relativ gleicher Marktbedingungen kann man die Gleichung Delta Verkaufszahlen = Delta Marktanteil durchaus rechtfertigen. Demnach entspricht ein Rückgang der Verkaufszahlen einem Rückgang des Marktanteils.
Beides kann durchaus als Bewertung der Attraktivität der angebotenen Produkte gewertet werden.
Absatzzahlen sind also nicht der einzige, aber durchaus eine valide Größe zur Bewertung der aktuellen Geschäftstätigkeit.
Um so mehr noch, wenn man Plan zu Ist Zahlen vergleicht.

Ob Absatzzahlen nun den Hauptausschlag bilden, sei dahin gestellt und eine allgemeingültige Antwort ist sicherlich nicht möglich. Jedoch sind Absatzzahlen ein wichtiges und valides Kriterium.

Besonders bei Apple, oder jedem Konzern, der ein proprietäres System wie iOS anbietet. Denn hier kann man, nach ein wenig abgewandeltem Reeds Gesetz, argumentieren, dass er Wert mit steigenden Nutzerzahlen steigt. Dies mag nicht linear, sondern eher degressiv sein, ist aber ein erheblicher Faktor.

So richtig falsch wird es dann beim Gewinn nach Steuern.

Zur Bewertung des aktuellen Geschäfts ist der EAT völlig irrelevant. Ich kennen keinen, den das wirklich interessiert. Erheblich wichtiger ist, neben anderen Zahlen, der EBIT ggfs noch der EBT. Hier wird (bei den meisten Unternehmen) sichtbar, ob das Business Modell solide ist.

Es ist auch nicht zwangsläufig der Gewinn, der einem Unternehmen die Expansion erlaubt.
Ein Unternehmen benötigt Gewinn um Rücklagen zu bilden um dann aus EK zu expandieren. Gewinn allein kann aber auch zu 100% ausgeschüttet werden, man könnte also sagen, es sind die Rücklagen, welche eine Expansion aus EK ermöglichen.
Aber es ist auch möglich komplett aus FK heraus zu expandieren. Dafür ist letztlich kein Gewinn nötig, sondern ein gesundes und wachsendes Geschäftsmodell, welches zB durch steigende Absatzzahlen zum Ausdruck kommt.

Antworten
Stefan

Hallo lieber Nils,

hast du jemals ein iPhone mit FaceID über einen längeren Zeitraum im täglichen Gebrauch verwendet?

Mich würde wahnsinnig interessieren, wieso du TouchID so in den Himmel lobst und FaceID so abwertest?

Wieso beschreibst du "Face ID ist auch im zweiten Jahr nervig unausgereift", wenn es doch zuverlässiger funktioniert als TouchID, deutlich sicherer ist, diverse andere vorteilhafte Features ermöglicht und das Design der iPhone X und XS überhaupt erst möglich macht?

Für mich klingt das leider nicht nach dem gewohnt gutem Content, der hier auf t3n dargeboten wird, sondern entweder danach, dass du leider keine Erfahrung mit den "neuen" iPhones gemacht hast oder FaceID ggf. nicht richtig konfiguriert hast.

Über Geschmack und Designvorlieben lässt sich gewiss streiten, allerdings sollte der sonst hochkarätige Content nicht einfach unreflektiert veröffentlicht werden.

Antworten
David

Sehe ich ähnlich. Außerdem wandelt sich auch die Wahrnehmung. Wer jetzt im Freundeskreis eines der neuen Modelle hat, wird regelrecht ausgelacht, weil er einer der Deppen ist, die bei solch absurden Preisen noch mitgehen. Aus meiner Sicht ist man auch einfach dumm, wenn man nicht gesehen hat was Apple vorhatte und wenn man es sieht, darf man den Schritt einfach nicht migehen.

Antworten
gast22

"Wer jetzt im Freundeskreis eines der neuen Modelle hat, wird regelrecht ausgelacht, weil er einer der Deppen ist, die bei solch absurden Preisen noch mitgehen."

Ist vielleicht deine Erfahrung. Damit wertest du aber automatisch alle Käufer dieser Geräte pauschal ab. Ich empfinde das als unfaires Argumentieren. Es gibt einen sehr großen Anteil von Käufern, die ein veraltetes Gerät einfach nicht mehr benutzen möchten und demzufolge auch diesen Kaufpreis bezahlen. Ganz einfach, weil der Mehrwert dies nach ihrer Meinung gerechtfertigt. Ich hatte z.B. ein 5 S von Anfang an. Nach gut 5 Jahren hatte ich mir letztes Jahr dann das X gekauft.

Was war nun nach deiner Meinung falsch an dieser meiner Kaufentscheidung? Ist es nicht nachvollziehbar, dass dieser technologische Sprung irgendwie seine Berechtigung hat? 1000 Euro in fünf Jahren macht 200 Euro pro Jahr. In wie fern bin ich da ein Depp? Apples Geräte erlauben eine lange Nutzungsdauer, ständige Updatefähigkeit in dieser Zeit und vieles mehr. Andere Hersteller bieten das noch lange nicht, vom praktizierten Datenschutz ganz einmal abgesehen.

Die letzte Frage wäre: Was hatte Apple denn vor? Du scheinst ja tief drin zu stecken und Geheimnisse zu kennen, die wir alle nicht wissen. Sie wollen die besten Geräte mit dem besten Erlebniswert. Das wird immer wieder gesagt, auch wenn Du es jetzt als Promotion-Gebrabbel herunter reden würdest. Ansonsten hat Apple genau das vor, was alle in der Wirtschaft vorhaben: Geld verdienen, denn das ist das Wesen eines Geschäftes in der Marktwirtschaft. Aus meiner Sicht wäre es einfacher dumm, wenn man andere Schlussfolgerungen ziehen will, die letztlich schwammig, nebulös und ohne Faktenbasis daher kommen.

Antworten
Benutzer

Wo steckt denn der Mehrwert im Preis-Leistungscheck ggü. einem Androiden genau bzw. was kann ein Android im ggs. zu iOS nicht?

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