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Arbeitgeberwahl – für Millennials ist Diversität laut Zehnder-Studie das wichtigste Kriterium

(Foto: dpa)

Die Themen Gender-Equality und kulturelle Vielfalt nehmen in den gesellschaftspolitischen Debatten auf der ganzen Welt eine immer größere Bedeutung ein – und spielen folglich auch in der Arbeitswelt eine bedeutende Rolle.

Eine globale Studie der Schweizer Personalberatung Egon Zehnder zeigt jetzt, dass die Bedeutung von Diversität in der Unternehmenskultur von den verschiedenen Generationen ganz unterschiedlich wahrgenommen wird.

Insgesamt 2.500 Führungskräfte aus sieben Ländern haben an der Studie von Egon Zehnder teilgenommen. Zwei Drittel der befragten Millennials, die in den 1980er und 90er Jahren geboren wurden, nennen dabei Diversität als wichtigste Eigenschaft bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Zum Vergleich: Bei den aus dem Berufsleben ausscheidenden Babyboomern sind es nur 51 Prozent.

Auch bei den 355 Umfrageteilnehmern aus Deutschland steht Vielfalt hoch im Kurs. Das Problem: Nur etwa die Hälfte (52 Prozent) sieht das Thema in seinem Unternehmen auch angenommen und verwirklicht. Im Durchschnitt aller sieben Länder liegt der Wert bei 65 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Chancengleichheit: Während in Deutschland nur die Hälfte der Teilnehmer in ihrem Unternehmen gleiche Karrierebedingungen für alle erkennt, sind es global 61 Prozent. In Sachen Vielfalt und Chancengleichheit hat Deutschland hat also laut der Studie noch Nachholbedarf.

Führungskräfte müssen sich anpassen

Mit den Wünschen der Millennials einher gehen auch veränderte Erwartungen an die Führungskräfte bei ihren Arbeitgebern. So wünscht sich die junge Generation vor allem Nahbarkeit von ihren Chefs und fordert persönliche Begleitung und Förderung. In Deutschland stellt sich die Situation etwas anders dar als im internationalen Durchschnitt: 43 Prozent der deutschen Probanden erwarten von den Führungskräften vor allem strategisches Denken, 38 Prozent wünschen sich Überzeugungskraft und lediglich 36 Prozent wünschen sich Nahbarkeit.

„Die Studie belegt eindrucksvoll, wie wichtig Diversität und Chancengleichheit vor allem für Jüngere sind“, sagt Egon-Zehnder-Berater Carsten Wundrack. „Besonders auffällig in Deutschland ist der nur schwach ausgeprägte Wunsch, in die obersten Führungsebenen vorzudringen“, ergänzt Beraterin Lena Kilee. Nur neun Prozent der Befragten geben dies als Ziel an. Im internationalen Vergleich liegt dieser Wert mehr als dreimal so hoch.

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2 Reaktionen
Gitta Klemme

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland wünscht sich unabhängig von seinem Alter und seinem Geschlecht eine faire, chancengleiche und wertschätzende Behandlung durch die Unternehmensführung. Davon ist Deutschland momentan so weit weg wie der Mars und das wird sich im internationalen Kontext über kurz oder lang brutal rächen. By the way: KI, Digitalisierung und Agilität sind maximal Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck. Es fehlt in Deutschland auch eine ethische Diskussion zu diesem Themenkomplex, finde ich. Was wollen wir mit uns wie machen lassen und was nicht?

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isejal

Auf der ganzen Welt? Auf der ganzen westlichen Welt!

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