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Digitale Kompetenz: Schlechtes Zeugnis für deutsche Arbeitgeber

Haben Mitarbeiter ihren Chef etwas voraus? 

(Foto: Shutterstock.com)

Bei deutschen Angestellten herrscht offenbar eine verbreitete Skepsis, was die digitale Aufstellung des eigenen Arbeitgebers angeht. Das ist eines der Ergebnisse der „Orizon Arbeitsmarktstudie 2017”.

Unternehmen steuern Prozesse zunehmend digital, immer häufiger setzen sie lernende Maschinen oder Roboter ein. Hierdurch wandeln sich natürlich auch die Anforderungen an die Arbeitnehmer. Dass diese sich zumindest in Deutschland trotz des Wandels für die Zukunft mehrheitlich gut gerüstet sehen, hat die „Orizon Arbeitsmarktstudie 2017” nun erhoben.

Weitaus skeptischer, sagen die Autoren, seien die Beschäftigten allerdings, was den entsprechenden Reifegrad ihrer Arbeitgeber betrifft. In der vom unabhängigen Marktforschungs- und Analyseunternehmen Lünendonk durchgeführten repräsentativen Befragung kommen über 2.000 Arbeitnehmer zu Wort.

Die Digitalisierung aus Sicht der Arbeitnehmer (Grafik: obs/Orizon GmbH)
Die Digitalisierung aus Sicht der Arbeitnehmer (Grafik: obs/Orizon GmbH)

Die Mehrheit unter ihnen ist zuversichtlich, was ihre eigenen Kompetenzen angeht. Zwar stimmen rund 30 Prozent der befragten Arbeitnehmer schon heute der Aussage zu, die Digitalisierung zwinge sie, schneller zu arbeiten. Die jüngeren Altersgruppen bis 29 Jahre bejahen das dabei deutlich häufiger als die älteren Generationen.

Aber immerhin: 75 Prozent aller Befragten trauen sich zu, sich die geforderten digitalen Fähigkeiten aneignen zu können, legt die Studie nahe. Lediglich 13 Prozent würden sich durch die technologische Entwicklung überfordert fühlen. „Besonders erfreulich”, schreiben die Autoren, sei, dass das Selbstbewusstsein der Arbeitnehmer „mit nur kleinen Schwankungen quer durch alle Altersgruppen” gehe.

Vor allem Junge sehen Arbeitgeber kritisch

In der Frage, ob der eigene Arbeitgeber für die Digitalisierung gut aufgestellt sei, herrsche jedoch verbreitete Skepsis. So halten das nur 45 Prozent der über 2.000 Befragten für zutreffend, während ein Viertel verneint und etwa 30 Prozent dazu keine Einschätzung abgeben wollte oder konnte. Die jüngeren Arbeitnehmer seien in dieser Frage tendenziell skeptischer eingestellt als ihre älteren Kollegen, heißt es.

Eine aus naheliegenden Gründen in vielen Branchen heiß diskutierte Frage ist auch, welche Tätigkeiten künftig von Robotern erledigt werden – und wer als Arbeitnehmer deshalb schon bald überflüssig werden könnte. Berufe im Handel, in der Logistik oder in der Finanzbranche gelten als besonders gefährdet, während medizinische Berufe überwiegend „sicher” sein sollen.

Sorgen um berufliche Existenz

Wie aber schätzen die Arbeitnehmer die Gefahr ein, den eigenen Job zu verlieren? Glaubt man der Studie, fürchten rund 14 Prozent der Befragten, ihr konkreter Arbeitsplatz könne durch die Digitalisierung wegfallen. Ein Wert, der, so die Autoren, beweise, dass es „zwar keine verbreitete Panik” gebe, sich aber ein gewichtiger Teil der Arbeitnehmer angesichts technologischer Entwicklungen „Sorgen um die eigene berufliche Existenz” mache.

Die Digitalisierung werde Wirtschaft und Gesellschaft nur dann voranbringen, sagt Dieter Traub, Geschäftsführer des Personalunternehmens Orizon, „wenn wir als Arbeitgeber auch bei einem sich rasant verändernden Umfeld weiterhin für gute und sichere Arbeitsplätze sorgen”. Die notwendige Qualifizierung der Menschen werde dabei eine Schlüsselrolle spielen, sagt er.

Die Orizon GmbH hat 2017 zum sechsten Mal die Studie „Arbeitsmarkt – Perspektive der Arbeitnehmer” durchgeführt. An der bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung nahmen 2.074 Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in Deutschland teil. Durchgeführt wurde die Studie von dem unabhängigen Marktforschungs- und Analyseunternehmen Lünendonk GmbH. Zur Gewährleistung der Repräsentativität wurden vorgegebene Quoten über die soziodemografischen Merkmale Alter, Geschlecht, Schulbildung und Bundesland etabliert. Verzerrungen wurden durch Gewichtung aufgehoben, die nach Mikrozensus erfolgte, wie es heißt.

Mehr zum Thema: Was bedeutet digitale Transformation eigentlich konkret?

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3 Reaktionen
Schnapsglas24

Wir als Marketing Agentur stellen es auch fest das in Zeiten von Industrie 4.0 viele Deutsche Unternehmen noch schlafen. Wir hinken den USA im Online Marketing viele Jahre hinterher. Das ist besonders für den Deutschen Mittelstand als auch für kleinere Unternehmen ein Problem. Dabei gibt es tolle und einfache Lösungen für Unternehmen sich jetzt zu positionieren. Lösungen für KMU´s stellt z.b. Konzept Marketing bereit. https://konzept-marketing.com

Lars

BINGO! Soviel Bullshit in einem Kommentar, ist schon enorm. Was haben Cyberphysische Systeme (Industrie 4.0) mit Konzept- oder Onlinemarketing zu tun?

Jayy

Solch eindeutige Statistiken sind schon aussagekräftig, wenn es um die Einschätzung der Fachkompetenz im Unternehmen geht. Ich kann mir vorstellen, dass Arbeitgeber sich in starren Strukturen begeben und daran festhalten. Aber es kommt auf das Unternehmen an. Und Kompetenzen im digitalen Zeitalter sind wichtiger als zuvor. Das ist nicht nur in bedeutenden Großstädten der Fall, sondern auch übergreifend in attraktiven Regionen (vgl. https://www.rhein-main-jobanzeiger.de/ ).

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