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ARM: Chipentwickler beendet Beziehungen mit Huawei – künftige SoC-Designs bedroht

(Grafik: HUAWEI)

Nachdem Google die Zusammenarbeit mit Huawei eingestellt hat, folgt der nächste Tiefschlag für den chinesischen Konzern: Chip-Entwickler ARM beendet jegliche Arbeit, was einem Todesstoß für Huaweis eigene Kirin-Prozessoren gleichkommt.

Der britische Chipdesigner ARM hat in einer internen Memo seine Mitarbeiter angewiesen, jegliche Zusammenarbeit mit Huawei zu beenden, berichtet die BBC.

Kirin-Chips in Gefahr: ARM beendet Zusammenarbeit mit Huawei

Dem BBC-Bericht zufolge sollen alle „aktiven Verträge, Supportverpflichtungen und anstehenden Kooperationen“ auf Eis gelegt werden. ARM sei dem internen Rundschreiben zufolge besorgt, dass es vom US-Bann betroffen sein könnte. Denn die Chipschmiede entwickelt einige Prozessordesigns in Austin (Texas) und San Jose (Kalifornien), wodurch sie den US-amerikanischen Beschränkungen unterworfen sein könnte.

Kirin 980. (Foto: t3n.de)

Der Huawei Kirin 980 wurde im Herbst 2018 angekündigt. (Foto: t3n)

Inwiefern betrifft das nun Huawei? Huawei ist Lizenznehmer von ARM und war bisher berechtigt, die Cortex-Architekturen als Grundlage für seine hauseigenen Kirin-Prozessoren unter der Marke Hisilicon für verschiedene Produkte wie Smartphones zu nutzen. Ohne diese Basis wird es Huawei respektive Hisilicon unmöglich gemacht, eigene Chipsets zu entwerfen – der Unternehmenszweig wird praktisch gekillt. Die Beziehungen zwischen ARM und Huawei-Ingenieuren gelten als eng: Erst Anfang Mai hatte Huawei angekündigt, ein Forschungszentrum nur 15 Minuten vom Hauptsitz von ARM in Cambridge, Großbritannien, zu errichten.

Huawei ohne Android: Das bedeutet der Rauswurf für Smartphone-Besitzer

Huawei: Produktion des Kirin 985 sei gesichert

ARM liefert die Grundlage für Huaweis Kirin-Chips. (Bild: Softbank)

ARM liefert die Grundlage für Huaweis Kirin-Chips. (Bild: Softbank)

Während das Ende der Zusammenarbeit heißt, dass sich Huaweis Ingenieure künftig bei der Entwicklung von Komponenten nicht mehr hilfesuchend an ARM wenden dürfen, besagt die BBC-Quelle, dass die nächsten Monate gesichert seien: Denn Huawei und Hisilicon dürften bestehende Chips weiterhin verwenden und herstellen. Weiter heißt es, die Produktion des Kirin 985, dem Nachfolger des aktuellen Top-Prozessoren Kirin 980, sei gesichert, da die Entwicklung abgeschlossen sei. Die nächste Chipgeneration sei indes noch nicht fertig, was bedeutet, dass Hisilicon die Entwicklung von Grund auf neu denken müsse, so die Quelle.

Sofern ARM die Zusammenarbeit langfristig beendet, würde es bedeuten, dass Huawei viele seiner Produkte entweder einstellen oder komplett neu entwickeln muss. Auf Qualcomm-Chips umzusatteln, ist keine Option, da der Chipentwickler wie auch Google ein US-Konzern ist und den Sanktionen der US-Regierung folge leisten muss. Ein Analyst beschrieb die Situation der BBC gegenüber als „unüberwindbaren“ Schlag für Huaweis Geschäft, sofern er langfristig sei.

Huawei hatte erst am Dienstag seinen „Plan B“ in Sachen Android-Alternative bestätigt: Das Unternehmen will bis zum Herbst ein eigenes Betriebssystem an den Start bringen, an dem schon seit einiger Zeit gearbeitet werde. Für das Unternehmen dürfte es deutlich schwieriger sein, eigene Chips in entsprechender Qualität zu entwickeln oder anderweitig zu beziehen, denn die chinesische Halbleiterindustrie ist erst im Entstehen begriffen.

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