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Porträt

7 Thesen zur Zukunft der Arbeit – von Atlassians Work-Futurist Dom Price

Atlassians Work Futurist Dom Price. (Foto: Privat)

Dom Price ist Work-Futurist und Head of R&D bei Atlassian und setzt sich von Berufs wegen mit der Zukunft der Arbeit auseinander. t3n-CEO und Herausgeber Andy Lenz hat ihn getroffen.

Auf meiner Reise nach Sydney hatte ich die Chance, Dominic „Dom“ Price, Work-Futurist und Head of R&D bei Atlassian, zu treffen. Auf einem Spaziergang durch den Park haben wir viele Ideen, Thesen und Theorien ausgetauscht. Dom kann auf eine lange und weltumspannende Karriere zurückblicken – Europa, USA, Asien und zu guter Letzt nun Australien. Er hat in Gaming-Unternehmen gearbeitet und als Unternehmensberater in verschiedensten Bereichen wie IT-Systeme und im Projekt- sowie Change-Management. Dabei hat der Tausendsassa aus Manchester sein Unternehmen Atlassian allein im letzten Jahr auf über 70 Konferenzen und Flugreisen vertreten, um es im Bereich New beziehungsweise Future Work zu repräsentieren und voranzubringen. Im Gespräch hat Dom seine sieben Thesen zur Zukunft der Arbeit erklärt.

Work-Futurist Dom Price: „Ihr müsst anderen sagen, was euch erfolgreich gemacht hat“

Work-Futurist Dom Price und t3n-Herausgeber Andy Lenz (v.l.) tauschten sich über die Zukunft der Arbeit aus. (Foto: Privat)

1. Ideen und ROI

Man kann Ideen und Innovation nicht in ROI messen. Ideen zahlen sich langfristig aus. Anstelle von ROI betrachten wir Auswirkungen und Ergebnisse. Wichtig ist dabei immer: Ich frage danach, welches Potenzial die Idee haben könnte. Und wenn sie mich überzeugt, dann gilt: „Träume groß!“

2. Verlernen

Gezieltes Vergessen und Löschen von alten, nicht mehr nützlichen und zeitgemäßen Routinen und Themen schafft Platz für Neues. Menschen und Mitarbeiter müssen sich an lebenslanges Lernen, ständige Veränderung und eine immer schneller ablaufende Transformation und Evolution gewöhnen. Ausgetretene Pfade und langsame, konservative Verhaltensweisen sind dabei wenig hilfreich und müssen über Bord geworfen werden.

„Alles Wichtige, was ich gelernt habe, teile ich mit so vielen meiner Kollegen wie möglich.“

Um „Unlearning“ zu betreiben, benutze ich die vier L – Love, Longed for, Loathed und Learnt, also Liebe, lange Ersehntes, Verabscheutes und Gelerntes. Ich mache die Übung jedes Quartal und vor allem sollte ich mehr von dem, was ich liebe, tun! Weil ich wie viele andere auch über begrenzte Kapazitäten verfüge, kann ich guten Gewissens nur etwas Neues oder lang Ersehntes hinzufügen, wenn ich ein verabscheutes Thema herausnehme und lösche. Alles Wichtige, was ich im vorigen Quartal gelernt habe, teile ich mit so vielen meiner Kollegen wie möglich, damit wir uns alle verbessern können.

3. Brücken bauen

Durch die exponentiell wachsende digitale Transformation wird der Abstand zwischen digitalen Pionieren und älteren Generationen ständig größer. Ältere Menschen neigen dazu, langsamer und konservativer zu werden. Die aktuelle Generation der meisten Manager, Politiker und Verwaltungsangestellten kann mit dem exponentiellen Wachstum und der rasanten Veränderung nicht so gut umgehen wie die jüngere Generationen. Deshalb baue ich Brücken und vernetze die Menschen miteinander!

4. New Leadership

Wir sollten und dürfen uns daher nicht nur auf die Verantwortlichen der Status-quo-Verwalter verlassen. Wir müssen die Dinge, Zukunft und Veränderung selbst in die Hand nehmen. Leader und Philanthropen wie Steve Jobs, Elon Musk oder Atlassian-Gründer Mike Cannon-Brooks sind dabei wichtige Treiber, Signalgeber, Vorbilder und Transformatoren.

5. Kognitiver Overkill und Candy Crush

Die Zeit, die man spart, um beispielsweise E-Mails aufzuräumen oder Reisekostenabrechnungen händisch zu machen, soll und wird für höhere Produktivität und strategischer Kopfarbeit genutzt werden. Das Gehirn läuft dadurch auf Dauerfeuer und die Burnout-Gefahr dürfte wohl zunehmen. Meditative Aufgaben mit geringer Gehirnleistung wie Zettel abheften oder Zahlen in Tabellenspalten eintragen finden kaum noch statt. Jeder braucht jedoch entspannende Phasen wie diese. Ich spiele deshalb regelmäßig Candy Crush. Was auf den ersten Blick banal scheint, ist es nicht. Schafft euch eure kleinen Ruheoasen!

6. Epic Change

Ständig am Ball zu bleiben, ist wichtig. Wir leben in Zeiten großer Umwälzungen. Nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich. Um nicht unterzugehen, müssen Unternehmer, Führungskräfte und Teams sich schneller bewegen als ihre Umgebung. Ihr müsst der Umgebung sagen, was euch erfolgreich gemacht hat – und so den Weg für große Veränderungen in eine positive Richtung ebnen.

7. Agilität? Jein!

Agilität ist eine – vielleicht die beste – Antwort für Teams, die effektiv zusammenarbeiten wollen, aber auch nicht die einzige. Bei vielen großen Transformationen wird Agilität als starrer Regelsatz und Buzzword herumgeschubst, bei denen der Erfolg an der Einhaltung von althergebrachten Rastern gemessen wird. Der Schlüssel zum Erfolg liegt aber oft in weichen Dingen, die wir unter anderem Soft Skills nennen. Die sind in der Tat sehr schwer zu erfassen, jedoch mindestens so erfolgskritisch in Bezug auf schnelle, aber auch nachhaltige Veränderungen in Organisationen. Agilität ist für transformierende Organisationen kein fester, fertig erreichbarer Endzustand, und damit auch nicht die einzige Antwort auf neue Arbeitsweisen. Zukünftige Arbeitswelten werden sich ständig weiterentwickeln und haben keinen Endzustand und damit auch nicht eine Antwort.

Bonus: Das Atlassian Team-Playbook – die Anleitung zur Entfaltung von Team-Potenzialen. Dominic Price könnt ihr auf Twitter und Linkedin folgen. Unser Herausgeber Andy Lenz ist ebenfalls auf Twitter zu erreichen.

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n / dunnnk)

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