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Aus für Lieferdienst: Bonativo ist tot? Es lebe Rocket!

(Grafik: <a href="http://www.shutterstock.com/de/pic-173207843/stock-vector-rocket-icon.html?src=yNl_EhM6iimcEzvz4sz6Ag-1-14">Shutterstock</a>)

Mit dem digitalen Wochenmarkt Bonativo vermeldet nach Shopwings und Eatfirst das nächste Rocket-Internet-Startup sein Aus. Das ist allerdings keine Pleite für den Startup-Inkubator – sondern Strategie.

Die Website von Bonativo ist noch online, der Dienst hat am Freitag allerdings sein Aus bekannt gegeben. (Screenshot: Bonativo)
Die Website von Bonativo ist noch online, der Dienst hat am Freitag allerdings sein Aus bekannt gegeben. (Screenshot: Bonativo)

Rockets kalkuliertes Scheitern von Bonativo und Co.

Das Aus von Bonativo kann man als vieles bezeichnen, aber nicht als überraschend. Nachdem Rocket Internet seinen digitalen Wochenmarkt schon 2015 aus London abgezogen hatte, konnte man bereits erahnen, dass es dem Startup nicht allzu gut geht. Am Freitag verkündete der Samwer-Sprößling dann das endgültige Aus.

Nun könnte man das übliche Rocket-Bashing betreiben: Schon das Vorbild Goodeggs ist in den USA gescheitert; der Lebensmittelmarkt im Internet ist immer noch viel zu klein, um Firmen zu etablieren und die 3,2 Millionen Euro von Rocket Internet und Tengelmann sind weg.

Das alles ist vielleicht nicht falsch. Aber es trifft den Kern nicht.

Als Oliver Samwer 2015 verkündete, Lebensmittel seien das nächste große Ding im Internet, da machte er genau das, was er immer macht, wenn er an etwas glaubt: Er investierte wahnsinnig viel Geld in wahnsinnig viele Geschäftsmodelle. Er pumpte Hunderte von Millionen in den Lieferdienst Delivery Hero, in den Kochboxdienst Hellofresh, er gründete Eatfirst, Shopwings, Caterwings, Bonativo, er stieg bei Lieferdiensten wie Foodora ein.

Die Themen Startups und Essen kommen heute nur selten ohne die Erwähnung von Rocket Internet aus.

Dass Rocket überhaupt in so viele Startups investierte, kann man als größenwahnsinnig bezeichnen. Aber am Ende war es ein kalkuliertes Scheitern. Der Inkubator hat nicht in diese Startups investiert, weil er jedes von ihnen zum neuen Amazon Fresh machen wollte. Er hat auch nicht in sie investiert, um möglichst viel Geld zu verbrennen (auch wenn es bei Rocket manchmal danach aussieht).

Er hat investiert, um möglichst viele Kartoffeln im Feuer zu halten. Es ging darum, das Thema zu besetzen, bevor es die großen Konzerne machen. Eine klassische Samwer-Strategie. Und genau dieses Ziel hat Rocket erreicht: Die Themen Startups und Essen kommen heute nur in den seltensten Fällen ohne die Erwähnung des Startup-Inkubators aus. Mit Delivery Hero und Hellofresh stellt die Unternehmensschmiede gleich zwei potenzielle Börsen-Kandidaten. Wenn große Konzerne da mithalten wollen, dann müssen es ihre Angebote auch mit den Samwers aufnehmen.

Dass bei dieser Strategie ein paar Kartoffeln verbrennen, kann Oliver Samwer ganz gut wegstecken. Er wirft ja immer neue ins Feuer – siehe jüngst den Einstieg beim Cateringdienst Lemoncat.

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