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Karriere

Eine Auszeit für die ganze Firma oder: 5 Tage kreatives Bullerbü

Offsite 2014: Neøskøp goes DK. (Foto: Neoskop)

Während manche Unternehmen Feel-Good-Manager anheuern und Team-Events veranstalten, gönnt sich die Agentur Neoskop einmal im Jahr gleich eine komplette Auszeit für die ganze Firma. Doch die 20 Mitarbeiter legen in dieser Zeit keineswegs die Füße hoch, auch wenn die Verlockung groß ist – und das Meer nah.

Eine Auszeit für die ganze Firma: Mit Sack und Pack nach „Brydeland“

Offsite 2014: Neøskøp goes DK. (Foto: Neoskop)
Eine Auszeit für die Firma: „Offsite 2014“ oder: Neøskøp goes DK. (Foto: Neoskop)

Und dann scheint auch noch die Sonne. Als wäre es nicht schon genug, eine Woche auf einem gemütlichen Landsitz auf Fyn zu verbringen, keine zwei Kilometer von der kleinen Stadt Odense entfernt und keine drei von der dänischen Ostsee. Doch Björn Pitzschke, Philipp Wanning und ihre 18 Mitarbeiter sind nicht zum Spaß hier. Sie sind mit Sack und Pack und ihrer kompletten Agentur-Infrastruktur nach „Brydeland“ gekommen, um zu arbeiten. Und: um mal rauszukommen aus dem Alltagstrott in Hannover.

Pitzschke und Wanning, die Geschäftsführer der Agentur Neoskop, haben die Auszeit für ihre Firma „Offsite 2014“ getauft. Untertitel: „Neøskøp goes DK“. Es ist nicht das erste Mal, dass sie „Offsite“ veranstalten. Während andere Unternehmen Feel-Good-Manager einstellen und Team-Building-Events veranstalten, geht es für Neoskop schon seit 2011 einmal im Jahr eine Zeitlang raus aus Hannover. Zuerst an die Nordsee, 2012 zur Mecklenburger Seenplatte und 2013 in die Fränkische Schweiz – doch bisher immer nur für drei Nächte. Die Auszeit in Dänemark ist die erste, für die Neoskop den Laden in Hannover für eine ganze Woche dicht gemacht haben.



Das Problem: Eigentlich ist es auf einem Hof wie Brydeland viel zu schön zum Arbeiten. Hängematten und der sonnendurchflutete Innenhof, das Meer vor der Tür und nur zwei Stunden bis Kopenhagen – ziemlich viel Ablenkung für ein Team, das sich hier sammeln und konzentrieren will. Wohl auch deshalb gibt es einen Stundenplan wie in der Schule. Jeden Morgen um 8 Uhr steht da: Frühstück. Nur für den Samstag, den Tag der Rückreise, ist „Rausch ausschlafen“ notiert. Die Vormittage von 9 bis 13 Uhr sind reserviert für aktuelle Kundenprojekte – das Geschäft muss ja weiter laufen –, danach sieht jeder Tag anders aus.

Programm nach Stundenplan – und nach dem Abendessen geht es weiter

Offsite 2014: Neøskøp goes DK. (Foto: Neoskop)
Offsite 2014: Neøskøp goes DK. (Foto: Neoskop)

„Wir werden dort nicht bloß auf neue Antworten stoßen, sondern auch auf neue Fragestellungen.“

Schließlich soll die Woche zwar grundsätzlich zum Arbeiten da sein, doch für Nikolas Fleischhauer, der bei Neoskop das Marketing leitet, steckt noch mehr hinter der Aktion: „Die Idee, etwas zurückzugeben, der Team-Gedanke, die Perspektive wechseln …“, sagt er. „Projekte, Kunden, Themen, Aufgaben, Kolleginnen und Kollegen mal anders wahrnehmen und neu bewerten – dabei hilft ja ein Perspektivwechsel immer ungemein. Und neben aller Offsite-Theorie: Es macht ja auch einfach Spaß, so ein kleines gemeinsames ‚Abenteuer‘.“

Und so ist der erste Nachmittag ganz einfach frei, an anderen gibt es für jede Abteilung vorher festgelegte Workshops, deren Ergebnisse später dem Team präsentiert werden, und am letzten Tag schließlich eine Fahrt nach Kopenhagen mit Besuch im Design-Museum. Inspiration muss sein. Und nach dem Abendessen, für das an jedem Tag eine andere Gruppe zuständig ist, geht es weiter. Nicht mehr mit einem Programm nach Stundenplan, aber mit Diskussionen und Brainstormings, mit Gesprächen oder einem Spaziergang, aber auch mit Fußball, Billard, Klettern, Sauna oder Fitness. Oder einem, vielleicht zwei „typisch dänischen Pilsener Bier“.

Die gesamte Infrastruktur muss mit nach Dänemark

Offsite 2014: Neøskøp goes DK. (Foto: Neoskop)
Auf Brydeland wurde gearbeitet, und zwar nicht zu knapp. (Foto: Neoskop)

„Zu empfehlen ist eine gute Mischung aus Freizeit, Aufgaben, gemeinsamen Aktionen.“

Die Vorbereitungen für ein solches „Abenteuer“ sind dabei nicht zu unterschätzen. Einige Wochen hat das Team von Neoskoop damit verbracht, die fünf Tage auf dem Hof in Dänemark zu planen. „Aber das haben wir ja nicht ständig als Aufwand betrachtet“, sagt Nikolas. „Das hat ja zum Teil auch einfach großen Spaß gemacht. Wir haben auch viel gelacht in der Zeit und schon im Vorfeld einige neue Erkenntnisse über uns gesammelt.“

Doch auch die Logistik hat es in sich. Zwei Lieferwagen und einen Kombi, das braucht es dann schon für 20 Mitarbeiter, Gepäck, Startproviant und die Technik: 26 Notebooks, die IP-Telefonie-Infrastruktur, fünf dänische Prepaid-Handys, ein paar WLAN-Router und -Verstärker, einen Drucker, zwölf verschiedene Devices zu Testzwecken, drei Flipcharts, ein Moderationskoffer, zwei dänische UMTS-/WLAN-Router, Beamer und Leinwand, all das musste mit. Gesamtkosten für die Woche Offsite: etwas mehr als 10.000 Euro.

Ein Erfolgsgeheimnis dabei, so Nikolas: eine feste Ansprechpartnerin im Team. „Wir hatten mit unserer Kollegin Patricia eine tolle und engagierte Teamassistenz, die das als Projekt aufgesetzt und nichts dem Zufall überlassen hat. Intern abgestimmt mit den Units, der Geschäftsführung und extern mit den dänischen Vermietern und dem dänischen Catering wurde einfach alles rechtzeitig geplant und laufend von Patricia, einer zentraler Ansprechpartnerin, im Auge behalten.“

„Wir haben uns als Team besser kennengelernt“ – Warum sich eine Auszeit für die ganze Firma lohnen kann

Eine Woche wie die von Neoskop in Dänemark ist dabei auch eine Auszeit vom Büroalltag, sagt Nikolas. „Wir haben uns als Team wieder ein Stück besser und auch anders kennengelernt, als das im Büro möglich ist. Angefangen bei den Banalitäten des Alltags wie gemeinsam und für alle anderen einkaufen, kochen, abwaschen über die Projektarbeit, die gemeinsamen Workshops im sonnendurchfluteten Innenhof, die langen Gespräche und fruchtbaren Diskussionen, unendlich viele Tischtennis-Matches und Kicker-Partien – bis hin zum gemeinsam Grillen, feiern oder WM gucken.“

Lohnen kann sich eine solche Auszeit für Unternehmen in jedem Fall, doch einige Tipps, was dabei zu beachten ist, hat er auch: „Zu empfehlen ist eine gute Mischung aus Freizeit, Aufgaben, gemeinsamen Aktionen. Dazu eine ausgewogene Mischung aus Freiheit und Planung. Und man braucht natürlich ein gutes Umfeld – unsere Unterkunft war wirklich super – mit genügend Dingen, die man entdecken kann – und viel, viel Platz. Ich glaube, dass man nicht länger fahren sollte, zeitlich haben wir das in jedem Fall ausgereizt.“ Das wäre dann auch sein einziger Optimierungsvorschlag für das nächste Jahr, auch mit Rücksicht auf Beziehungen und Familien: „Wir würden beim nächsten Mal nicht wieder beide Wochenenden ‚ankratzen‘ und einen Tag vorher zurückfahren.“ Doch dass es ein nächstes Mal geben wird, das steht fest.

Offsite 2014 oder: Neøskøp goes DK
Offsite 2014: Neøskøp goes DK. (Foto: Neoskop)

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6 Reaktionen
Markus Weber

Spannend, wie die Erfahrungen anderer sind. Wir waren anlässlich 15 Jahre w+ Die MARKENpflanzer mit dem Team 3 Tage auf Ameland. Gearbeitet wurde in dieser Zeit ganz bewusst nicht. Bei gemeinsamen Radtouren, Strandspaziergängen und Chillen in den Strandbars unterhielten sich Kollegen, die im Alltag kaum Grund - und damit Möglichkeit - haben, mit einander zu sprechen. Die Chance verbaut man sich vielleicht ein Stück weit, wenn am fernen Ort alte Strukturen installiert werden müssen, damit Business weiter geht. Andererseits könnte der erforderliche Grad an Improvisation die gewünschte Briese frischen Wind rein bringen! Kurzum – ein mehrtägiges Offsite ist genial für Läden mit Teamspirit

Dominik

Orr Donngal,
was bist denn Du für ‘ne Pflaume?
Als ob der Partner nicht mal eine Woche alleine den Haushalt und die Kinder "schmeißen" könnte!

Erkläre doch auch mal, wieso du die Vermischung von Freizeit und Erwerbsarbeit kritisch siehst.
Einfach mal Kritik äußern, aber keinerlei Begründung liefern...

Florian Blaschke

Für mich ja noch lange kein Grund, hier solche Töne anzuschlagen. Seid doch so nett und bleibt bei einer gewissen Form des höflichen Umgangs, ok?

Florian Klemt

Sehr coole Aktion. Bei uns in der Firma machen wir so etwas auch, wir nennen es das "Zühlke Camp". Dieses Jahr waren wir für vier Tage in Bad Kissingen. Bei uns sind aber etwas mehr Leute dabei, so ca 150! Neben leckerer Vollverpflegung und Partys haben wir dort endlich mal Zeit uns den neuesten Trends der Softwareentwicklung zu widmen. Dieses Jahr stand das Internet der Dinge auf dem Programm. Sogar die Entwickler von Relayr (Wunderbar) kamen vorbei. Auf unserem Youtube Channel gibts auch einige coole Videos.

Donngal

Klingt zwar interessant, aber richtig familienfreundlich ist das nicht oder? Eine ganze Arbeitswoche weg von zuhause, weg von den Kindern, der Partner muss Haushalt und Kinder alleine stemmen. Ich weiss nicht, ob ich das wollen würde. Es ist eben auch keine reine Freizeit sondern Arbeitszeit, die man da hat, und zwar mehr als die üblichen 8-10 Stunden am Tag. Ich sehe diese Vermischung von Erwerbsarbeit und Freizeit ja eher kritisch.

David Maciejewski

Vielen Dank für den Artikel, Florian.
Ja, es war bemerkenswerte Woche und hat uns richtig Freude bereitet. Wir waren mal raus aus dem Büro, haben uns besser kennen gelernt. Insbesondere der letzte Tag in Kopenhagen war das Highlight für alle.

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