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Amazon verändert die Autobranche: Besteht die Industrie den Elchtest?

Neue Player im Markt: Laut einer aktuellen Studie könnte Amazon bald einen Teil des Aftersales-Marktes erobern. (Foto: Minerva Studio / Shutterstock)

Im Handel sorgt Amazon schon seit Jahren für Aufruhr. Jetzt könnte das Unternehmen auch die Automobilbranche aufmischen, die zurzeit ohnehin eine schwierige Umbruchphase durchmacht.

Dass Buchhändler nicht gut auf Amazon zu sprechen sind, ist nicht neu. Auch Logistikunternehmen, Lebensmittelhändler und Streaming-Anbieter lehrt der Konzern schon heute das Fürchten. In Zukunft könnte eine Branche betroffen sein, die bisher noch in einer komfortablen Situation ist und gerade für Deutschland eine wichtige Rolle spielt: die Automobilwirtschaft.

Der Amazon-Effekt: Kunden nicht mehr so loyal wie früher

Eine neue Studie von Etribes, die in Kooperation mit Kassenzone.de, Warenausgang.com und Digitalkaufmann entstanden ist, malt ein düsteres Szenario: Zwar werde Amazon wohl auch mittelfristig nicht zum Fahrzeughersteller, doch der Onlinehändler hat in den USA bereits umfangreiches Zubehör für Autofahrer verfügbar und sammelt so fleißig Daten über deren Kaufverhalten und Bedürfnisse.

Dabei gehe es, so die Studie, weniger um den Verkauf von Neuwagen oder gar die Herstellung von Autos. Aber der Aftersales-Markt, also all das, was dem Kauf folgt, sei ein lukratives Geschäftsfeld für neue Spieler. Dabei geht es vor allem um Dinge, die der Kunde früher in der Werkstatt seines Vertrauens erledigen ließ. Der Nutzer sei nicht mehr so loyal wie noch vor einigen Jahren, wovon neue Player wie Amazon profitieren könnten, so die Studie. 2015 hätten bereits sechs Millionen Deutsche Autoteile über das Internet erworben – Tendenz steigend.

Amazon auf Kollisionskurs: Besteht die Branche den Elchtest?

Das Problem dabei: Auch und gerade die neuen Marktteilnehmer stehen unter immensem Preisdruck oder müssen einen Zusatznutzen bieten, den andere nicht haben. Amazon schaffe, so die Untersuchung, dieses Mehr an Kundenbindung so gut wie kaum ein anderer und verstehe es, Kunden situations- und branchenübergreifend anzusprechen. Die Leidtragenden sind also nicht nur die kleinen Werkstätten und großen Niederlassungen der Autohersteller, sondern zunehmend auch Kfz-Teile-Shops im Internet, die sich in den vergangenen Jahre ihr Geschäft aufgebaut haben.

Der Amazon-Effekt: Autokäufer sind immer weniger loyal ihrem Händler und ihrer Werkstatt gegenüber (Bild: ND700 / Shutterstock)

Zusammengefasst prognostizieren die Marktforscher von Etribes: „Wenn Amazon nun mit ‚Amazon Automotive‘ in den Aftermarket einsteigt und durch ‚Amazon Vehicles‘vermutlich ein Portal errichten will, über das Autofahrer künftig als erstes Produkte und Dienstleistungen rund um das Auto suchen sollen, bedeutet das also eine deutliche Verschärfung des Wettbewerbs, sowohl für Werkstätten als auch für bestehende Autoteilehändler im Netz – und nicht zuletzt für Hersteller.“

Studie kostenlos zum Download

„Knut im Stau“ ist der Name der Etribes-Studie, die erklärt, wie Amazon den Automotive-Markt verändert. Hinter dem etwas ungewöhnlichen Namen verbirgt sich eine Geschichte über König Knut, der im Mittelalter zeitweise große Teile Nordeuropas beherrschte. Eines Tages, so ist überliefert, soll er seinen Thron in den Sand gesetzt haben und das Wasser bei anschwellender Flut gebeten haben, vor seinen Füßen Halt zu machen. Ein überzeugender Vergleich mit der Haltung, die viele Unternehmen gegenüber Amazon an den Tag legen.

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Eine Reaktion
Andreas

Hallo,

für mich ist das ein Wandel der schon vor langer Zeit begonnen hat. Unfreundlicher Kundenservice und teilweise auch noch unzuverlässige Terminvereinbarung, dass nagt einfach an dem Vertrauen und der Loyalität. (Ich bin ja schon froh, wenn nach dem Werkstattbesuch nicht mehr kaputt ist!) Dies dann auch noch mit vollkommen überzogenen Ersatzteilpreisen und somit hohen Werkstattkosten kombiniert, schafft einfach keinen zufriedenen Kunden. Hinzu kommt, dass die Unternehmen in vielen Bereichen durch ihre Angebote für Neukunden, die Bestandskunden aus den Augen verloren haben. Amazon hat im Bereich Service vieles - aus Kundensicht - richtig gemacht. Ob das die Vertragswerkstätten so hart tritt? Diese werden solche Ersatzteile erst gar nicht verbauen und die freien Werkstätten sind meistens auch nicht sonderlich begeistert, wenn man seinen neuen Auspuff bereits mitbringt. Hier müsste Amazon ggf. Partner suchen, sowie es die diversen Reifenportale machen.

VG Andreas

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