Analyse

Darum gefährden autonome Autos deutsche Zulieferer

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Sorge bereite gerade den kleineren Unternehmen der Branche auch die rasante Entwicklung neuer Technologien, die „massive Auswirkungen auf das Geschäft der Automobilzulieferer“ hätten, wie die CAM-Studie bemerkt. Mit 26 Prozent gebe immerhin mehr als jeder vierte befragte Zulieferer an, dass ein schneller und umfassender Umstieg auf die Elektromobilität eine Bedrohung für sein Unternehmen darstelle.

Mit dieser Thematik befasste sich jüngst auch eine detaillierte Analyse der Strategieberatung Oliver Wyman, die im August erschien. Sie prognostizierte, dass Anbieter, die noch stark auf den klassischen Verbrennungsmotor setzen, Gefahr laufen, Marktanteile zu verlieren und Wachstumschancen auszulassen.

Autonomes Fahren als disruptives Element

Allerdings: Dieser Trend hin zu elektrifizierten Fahrzeugen werde wohl noch lange dauern, lautet die Einschätzung von Thomas Schlick von Roland Berger. Zunächst würden, quasi als Zwischenschritt, Plug-in-Hybride den Markt dominieren. Ein „großes disruptives Element“ sei auch die vernetzte Mobilität und autonom fahrende Fahrzeuge, wie etwa Robocabs. Ebendiese Fahrzeuge würden auch die Zuliefererlandschaft „nachhaltig verändern“, prognostiziert Schlick: „Schon die E-Mobilität hat einen gewissen Wandel zur Folge, aber das große Thema sind die autonom fahrenden Fahrzeuge.“

Ist die Zulieferbranche also in Panik? „Die ganzen Jahre über war man sehr gelassen und hatte allenfalls operative Probleme zu lösen. Mittlerweile fällt mir auf, dass viele Unternehmen genauer hinschauen, wie sich ihre Branche verändert, und etwas nervöser werden. Sie merken, dass man sich auf die neuen Technologien einstellen und versuchen muss, auch in den zukünftigen Märkten zu partizipieren“, sagt Schlick.

Einige kleinere Unternehmen, die ein sehr begrenztes Produktportfolio haben, würden in den kommenden Jahren wohl verschwinden, schätzt der Experte. Solche, die sehr prozessorientiert seien und schlicht Teile fertigten, würden vielleicht übernommen oder mit anderen Firmen kooperieren. Das allerdings werde ein langfristiger Prozess sein.

Konnektivitätsdienste bieten „großes Potenzial“

Die Wachstumsmärkte der Branche seien nicht mehr in Europa, sondern mittlerweile hauptsächlich in Asien. Und deshalb, sagt Schlick, sei es wichtig, ebendort präsent zu sein. Doch die Politik in Ländern wie China ist natürlich längst dabei, ihren eigenen, inländischen Markt zu schützen. Man sei wenig überraschend daran interessiert, dass Komponenten für den Fahrzeugbau nicht nur importiert werden, sagt der Experte.

Neben der Expansion gibt es freilich auch noch die Möglichkeit, sich als Zulieferbetrieb neuen Geschäftsfeldern zuzuwenden. Und weil das Thema Service für den Autofahrer als Endkunden zunehmend an Bedeutung gewinne, wie Johannes Berking sagt, gebe es zum Beispiel im Bereich der Konnektivitätsdienste „noch extrem viel Potenzial“ für neue, innovative Produkte: „Das ist nicht der klassische Endmarkt der Zulieferindustrie, aber auch hier wird es Lösungen geben.“

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