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Merkel sieht schwarz: Die Autoindustrie wird in ihrer heutigen Form nicht überleben

Harte Worte von der Bundeskanzlerin. (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Meinung, die deutsche Autoindustrie sei in der heutigen Form nicht überlebensfähig. Und Bundesumweltministerin Hendricks fordert sogar mehr Tempo beim Umstieg auf E-Mobilität.

Elektromobilität: Merkel zeichnet düstere Prognose für deutsche Autoindustrie

Beim Europäischen Rat hatte Kanzlerin Merkel nach Informationen des Spiegel, dem wichtigstem Industriezweig Deutschlands (rund eine Million Beschäftigte) düstere Aussichten prognostiziert. Dem Bericht zufolge sehe sie die Autoindustrie vor großen Herausforderungen. Nach Angaben von Teilnehmern im Kreise der weiteren Staats- und Regierungschefs sagte Merkel, „dass die Autoindustrie in ihrer heutigen Form nicht überleben werde.“

Zahlreiche Autohersteller haben sich schon für die Elektromobilität ausgesprochen – die deutsche Autoindustrie kommt dennoch nur langsam in Gang (Bild:Volkswagen)

Die Kanzlerin erklärte dem Bericht zufolge weiter, dass alle betroffenen Länder sich darauf vorbereiten sollten, „die Umstrukturierung unserer Autoindustrie in den kommenden Jahren zu begleiten und zu kompensieren“. Dies falle jedoch zunehmend schwerer, da chinesische Unternehmen „vielversprechende Neugründungen aus dem Hochtechnologiebereich“ systematisch aufkaufen. Deutschland verliere dadurch Wettbewerbsvorteile, sagte Merkel im Zuge der Debatte, in der es darum ging, Schutzmaßnahmen gegen China zu finden.

Die düstere Einschätzung Merkels steht im deutlichen Kontrast zum Wahlprogramm der CDU und CSU. Es besagt „[…] dass die deutsche Automobilindustrie auch künftig ihre Weltmarktstellung behauptet.“ Ferner will die CDU, „dass in Deutschland die besten und die saubersten Autos hergestellt werden.“ Außerdem sehe das Programm vor, Deutschland zum Marktführer „in der Produktion alternativer umweltfreundlicher Antriebe, wie zum Beispiel der Elektromobilität, und die Entwicklung autonomer Fahrzeuge zur Marktreife“ zu machen.

Umweltministerin Hendricks mahnt Autoindustrie zu mehr Tempo

Barbara Hendricks glaubt an die Innovationsstärke der deutschen Autoindustrie. (Foto: BMUB/Inga Kjer)

Nicht nur Angela Merkel, auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks äußert sich im Gespräch mit RP-Online zur Zukunft der deutschen Autoindustrie. „Wenn die deutsche Autoindustrie so weitermacht wie bisher, wird sie in spätestens zehn Jahren auf dem Weltmarkt ernste Probleme haben,“ mahnte Hendricks. Sie sieht wie Merkel den wachsenden Druck für alternative Technologien aus China kommen. Die schnelle Entwicklung der Elektromobilität sehe sie allerdings positiv – Deutschland müsse jedoch aufpassen, den Anschluss nicht zu verpassen. Sie hofft, dass die deutschen Autobauer sich wieder ihrer Innovationsfreudigkeit besinnen. Sie fragte: Warum sollen sie nicht auch mit Fahrzeugen mit alternativen Antrieben erfolgreich sein?

Auf die Frage, ob sie es bedauere, dass es noch keine Fahrverbote für Dieselfahrzeuge gebe, entgegnete Hendricks, sie sei „beileibe kein Fan von Fahrverboten“. Die Autoindustrie müsse allerdings „schleunigst damit in die Pötte kommen“, die fehlerhaften Fahrzeuge nachzurüsten – auf eigene Kosten. Weiter sagte sie, eine steuerliche Bevorzugung hätten Diesel derzeit nicht verdient. Das hätte er nur, wenn „sein Umweltversprechen einhält“. Das sehe sie jedoch nicht. Sie schlug vor, die Steuerprivilegien für Dieselfahrzeuge abzuschaffen und zugleich eine Senkung der Stromsteuer vorzunehmen. Auf diesem Wege würden sich Be- und Entlastung die Waage halten.

Konzepte reichen nicht: Die deutsche Autoindustrie muss sich sputen, um nicht abgehängt zu werden. (Bild: VW)

Dass die deutsche Autoindustrie derzeit hinter der Konkurrenz aus China hinterherläuft, zeigt sich allein schon am Index Elektromobilität, der von Roland Berger und der fka herausgegeben wird. Deutschland hat dem aktuellen Index zufolge seine Spitzenposition im Ranking „Technologie“ an Frankreich abgegeben, China hat derweil im zweiten Quartal 2017 die Gesamtführung übernommen.

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via www.golem.de

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3 Reaktionen
Sunlite

Ich sehe in solchen Äußerungen wie in denen von Merkel und irgendwelchen Spezialisten mehr Panikmache als eine tatsächliche Bedrohung. Merkel hat recht, wenn sie sagt, dass der deutsche Automarkt in seiner jetzigen Form nicht überleben wird. Aber was heißt das denn eigentlich? Das ist eine typische Merkel-Hülse ohne viel Gehalt. Da kann sie sich auch vor ein Rennauto ohne Motor stellen und sagen: "In dieser Form wird dieses Auto kein Rennen gewinnen". Erstens wird die deutsche Autoindustrie nicht schlafen und den internationalen Markt sehr genau beobachten und in die eigene Forschung investieren. Zweitens gibt es vielleicht einen besonderen Grund, dass die deutsche Autoindustrie bis jetzt noch keine marktreifen High-End-E-Autos entwickelt hat. Weil es im Moment noch überhaupt keinen Bedarf dafür gibt. Es könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass der E-Auto-Markt noch gar nicht marktreif ist. Dass die Technik noch nicht ausgereift ist und dass es sich finanziell im Moment überhaupt nicht lohnt, in den Bau von E-Autos zu investieren. Und sollte der deutsche Automarkt doch den richtigen Zeitpunkt verpassen, dann kaufen sie die entsprechenden Module bei denjenigen Herstellern, die sie zu diesem Zeitpunkt eben schon haben. So war es immer und so wird es auch in der Zukunft sein. Warum Merkel so einen Satz loslässt, kann nur wahltaktische Gründe haben, vermute ich.

jk

"Dass die deutsche Autoindustrie derzeit hinter der Konkurrenz aus China hinterherläuft, zeigt sich allein schon am Index Elektromobilität, der v0n Roland Berger und der fka herausgegeben wird. Deutschland hat dem aktuellen Index zufolge seine Spitzenposition im Ranking „Technologie“ an Frankreich abgegeben, China hat derweil im zweiten Quartal 2017 die Gesamtführung übernommen."

Genau, die Franzosen und die Chinesen hängen die Deutschen ab. Ja, ne ist klar.

Warum kaufen die dann mit Abstand mehr Autos bei uns ein, als wir bei Ihnen?
Aber gut, die tolle Studie kam ja auch von Experten von Roland Berger - die sind immer ganz vorne mit dabei. Die behaupten ja auch, dass "die klassischen Produktzyklen von sieben Jahren heute nicht mehr gefragt sind. Unternehmen sollten insgesamt schneller, flexibler und innovativer in ihren Angeboten werden.“

Dumm nur, dass eine schwedische Studie kürzlich aufzeigen konnte, dass die Herstellung eines E-Autos mit Li-Ionen-Akku so dermaßen umweltbelastend ist, wie wenn ein Dieselauto 8 Jahr in Betrieb ist.

Bin auch mal gespannt, wie die ach so führenden Chinesen die Entsorgung der hochgiftigen Li-Ionen-Akkus gestalten werden.

Lars

Ich wünsche solch extremen Pessimisten wie dir und der deutschen Autoindustrie den Ruin an den Hals.

Warum kaufen die Chinesen mehr bei uns als wir bei denen: Zum einen weil "die" dreimal mehr sind wie "wir". Zum anderen weil "wir" mehr produzieren wie "die". Und zu guter letzt weil "wir" NOCH eine bessere Qualität liefern als "die". Das wird sich aber ändern. Erstens weil die Chinesen sich in den letzten Jahren etliche Köpfe von BMW, Daimler und Volkswagen eingekauft haben. Und zweitens ganze Zulieferer und Hersteller. Volvo ist da das prominenteste Beispiel.

Die "schwedische Studie" mag bei der Produktion recht haben, das ist aber trotzdem egal. Es geht nämlich darum hier die Luft sauber zu bekommen. Ob der Dreck in China in Luft und Boden landet, ist mir ehrlich gesagt egal. Auch lässt sich die Energie ohne Ölkatastrophen und explodierende Pipelines oder brennende Ölfelder oder Kriege im mittleren Osten erzeugen. Dann können uns die USA mal kreuzweise. Und Russland auch. Und die Saudis sowieso.

Und Lionakkumulatoren kann man übrigens wiederverwenden, die muss man nicht entsorgen.

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