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Automatisierte Sneaker-Fabrik: Adidas startet Serienfertigung eines Schuhs aus dem 3D-Drucker

Adidas beginnt im Dezember mit der Auslieferung des Futurecraft 4D. Der Schuh der Zukunft – aus dem 3D-Drucker.

Schon in diesem Jahr will Adidas die ersten 5.000 Serienmodelle eines Schuhs aus dem 3D-Drucker liefern – gefertigt mit Licht, Sauerstoff und Kunstharz.

Die große Sportmarke Adidas rüstet sich schon seit einer Weile für die Zukunft und experimentiert unter anderem mit neuen Produktionsmethoden. Die Wirtschaftswoche berichtet, dass Adidas in seiner sogenannten Speedfactory im fränkischen Ansbach jetzt die Serienproduktion gestartet hat. Die Schuhe, die dort produziert werden, entstammen zum Teil 3D-Druckern. Das innovativste soll aber ein völlig neues Verfahren sein, dass zusammen mit dem Silicon-Valley-Startup Carbon entwickelt wurde: Aus Licht und Sauerstoff soll in Ansbach der Werkstoff der Zukunft entstehen – zumindest für die Schuhbranche.

Adidas Speedfactory und das neue Produktionsverfahren „Digital Light Synthesis“

Rund 360 Millionen Schuhe produziert Adidas laut der Wirtschaftswoche, rund 500.000 davon will Adidas zukünftig in seiner sogenannten Speedfactory in Ansbach von seinem Auftragshersteller Oechsler Motion produzieren lassen. Oechsler hat die derzeit einzige Speedfactory mit der „Digital-Light-Synthesis“-Technologie von Carbon in der Produktionsstraße gebaut und betreibt diese auch. Eine weitere ist in den USA im Bau.

Digital-Light-Synthesis, das neue Produktionsverfahren bei Adidas im Einsatz. (Screenshot: Adidas / Youtube)

Adidas' Planung für den Schuh der Zukunft ist noch auf einen mittelfristigen Zeitraum ausgelegt, was immer das heißen mag – aber der erste große Meilenstein soll laut Sneakernews schon 2018 erreicht werden, mit der Produktion von 100.000 Schuhen.

Adidas setzt auf eine Kombination aus Produktionsverfahren: Neben dem 3D-Druck, der für die Sohlen zum Einsatz kommen soll, ist ein Verfahren namens „Digital Light Synthesis“, anscheinend namentlich angelehnt an die Photosynthese. Dabei wird eine digitale Lichtprojektion mit sauerstoffdurchlässigen Linsen und programmierbaren, flüssigen Werkstoffen aus Harz kombiniert, um den Schuhrohling herzustellen.

Der Schuh: Futurecraft 4D

Die Rohlinge werden dann im Laserschnitt weiterverarbeitet und von Hand zusammengenäht. Rund 160 Mitarbeiter sollen unter anderem zusammen mit Robotern des deutschen Herstellers Kuka trotz der hohen Automatisierung noch zum Einsatz kommen.

Die Fabrik: Speedfactory in Ansbach

Vorabserie im Dezember 2016 für 333 US-Dollar vermarktet

Die ersten 500 Vorgänger-Modelle, die in dieser Fabrik hergestellt wurden, sozusagen noch im Beta-Betrieb, wurden über eine Marketingaktion mit einer Adidas-App für 333 US-Dollar vermarktet. Im April sollen die ersten Modelle des neuen Futurecraft-Modells intern an Freunde und Familien ausgegeben worden sein. Die vollständige Kollektion wird im Herbst/Winter diesen Jahres erwartet.

Adidas Futurecraft 4D: Vertrieb beginnt mit 5.000 Paar Schuhen im Dezember 2017

Spätestens im Dezember sollen mehr als 5.000 Paar Schuhe des Modells „Adidas Futurecraft 4D“ offiziell in den Handel gelangen, wie ein Adidas-Sprecher gegenüber Sneakernews bestätigt haben soll. Ein Preis ist noch nicht bekanntgegeben worden.

Damit ist Adidas auf einem guten Weg als Hersteller und Marke. Die gesichtslose Massenfertigung von Einheitsprodukten in Asien, die heutzutage den Standard in der Schuhherstellung darstellt, ist für die Kunden der Zukunft nicht mehr attraktiv. Individualisierte Schuhe, sowohl optisch als auch technisch bezüglich der Laufleistung und orthopädischen Konstruktion der Fußstützen und des Fußbettes, werden sich zu einem wertvollen Alleinstellungsmerkmal entwickeln. Die Kombination aus verschiedenen modernen Produktionsverfahren soll dabei Adidas zu schnellen Produktzyklen verhelfen. Statt der branchenüblichen 12 bis 18 Monate könnten neue Modelle quasi im Wochentakt vom Band fallen.

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2 Reaktionen
Martin

Ich fühle mich durch die Überschrift irregeführt, da bin ich nicht erfreut.

Wenn da über 100 Leute angestellt sind, die Schuhe per Hand zusammenzunähen, dann ist es höchstens teilweise automatisiert und unterscheidet dadurch kaum von den meisten anderen Fabriken.
Außerdem wird suggeriert, dass der Schuh komplett aus dem 3D-Drucker kommt, im Text wird erst klar, dass es nur um einen Teil geht.

Das andere technische Verfahren hingegen war interessant und m.E. die eigentliche Nachricht, schade dass das in der Headline gar nicht rüberkam statt der Teillügen.

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Andi B

Phu jetzt geht die Automatisierung in diesem Bereich immer mehr los. Staaten wie Bangladesch wird so ein Szenario wirtschaftlich langfristig das Genick brechen. Baldige neue Flüchtlingswellen?

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