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Conti schickte schon 1968 erstes Auto ohne Fahrer auf Testsrecke

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Das Auto der Zukunft muss Radfahrer, Fußgänger und Hindernisse jeglicher Art direkt erkennen können. Stereokameras helfen dem automatisierten Fahrzeug, Objekte zu erfassen und zu klassifizieren, erklärt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig. Künstliche Intelligenz soll helfen und die Beobachtungen auswerten. Im Idealfall versteht das Auto die jeweilige Verkehrssituation und weiß, was Menschen auf der Straße vorhaben.

„Ein wichtiger Schwerpunkt der zukünftigen Forschung bleibt die Vernetzung der Fahrzeuge mit der Infrastruktur“, sagt Prof. Frank Köster vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik. Trotz aller Automatisierung: Auch künftig wird der Mensch laut DLR eingreifen können und dem fahrenden Roboter nicht alles überlassen. Aber wie erregt man die Aufmerksamkeit des Fahrers im autonom fahrenden Auto, wenn dieser vom Verkehr nicht viel mitbekommt? Die DLR-Forscher arbeiten daran, die Aufmerksamkeit des abgelenkten Fahrers mittels eines farbigen 360-Grad-Lichtbands zu steuern.

Vor gut sieben Jahren hatte Google mit der Vorstellung seiner Flotte autonom fahrender Autos die Autobranche nervös gemacht. Heute arbeiten Dutzende von Unternehmen an Technologien für autonomes Fahren: Autohersteller, Zulieferer, Startups und Tech-Konzerne wie Apple, Samsung, Alibaba oder Uber. Als besonders weit gilt die Google-Schwesterfirma Waymo. Sorgen hat auch Volkswagen: Chef Herbert Diess mahnte jüngst, beim autonomen Fahren gäben die Amerikaner das Tempo vor. „Wir haben dem in Europa derzeit nichts entgegenzusetzen.“

Immerhin gibt es von VW mehrere Versionen des Konzepts „Sedric“ – darunter eine für sportliche Menschen. Die Idee: Der „Sedric Active“ setzt seinen Nutzer etwa am Startpunkt einer Mountainbike-Tour ab und fährt autonom zum Zielort. Interessant wird das Konzept spätestens dann, wenn die Technik es erlaubt, per App einen Wagen zu bestellen, auf dem Weg umweltfreundlich möglichst noch andere Fahrgäste aufzusammeln und ohne Fahrer ans Ziel zu rollen. So plant es die Volkswagen-Tochter Moia. Aber bisher noch mit Fahrern. Richtig Geld werde das Prinzip erst abwerfen, wenn autonom fahrende Autos im Einsatz seien, urteilt Auto-Branchenexperte Stefan Bratzel.

Conti arbeitet am „Cruising Chauffeur“

Continental indes bringt den „Cruising Chauffeur“, ein in Serienfahrzeuge eingebautes System, testweise auf Niedersachsens Autobahnen – und mittelfristig auf Landstraßen. Zwischen Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter entsteht ein Testfeld für automatisiertes Fahren. Autobahnteilstrecken mit Bundes- und Landstraßen werden zu einem Netz von 280 Kilometern Länge ausgebaut.

Noch heute stoßen die fahrerlosen Systeme an Grenzen – vor 50 Jahren ging das bedeutend schneller. „Man hat sehr schnell die Grenzen erkannt und es dann einschlafen lassen“, erzählt Ingenieur Ulsamer. Verlor der Wagen das Magnetfeld des Fahrdrahts, bremste er abrupt ab. Dann musste er wieder auf der Draht gerollt werden. „Wir ziehen den Hut vor den Ideen und dem Pioniergeist unserer Ingenieure, die schon vor fünf Jahrzehnten ein fahrerloses Auto entwickelt haben“, sagt Conti-Chef Elmar Degenhart. Es war der „erste Automat, der hier fuhr“, sagt der ehemalige Conti-Ingenieur Klaus Weber (81).

Von Thomas Strünkelnberg, dpa

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