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Wenn die Babyboomer in Rente gehen: 3 Szenarien für den Arbeitsmarkt

Die Babyboomer scheiden zwischen 2025 und 2035 aus dem Arbeitsmarkt aus. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat in einer Studie drei Szenarien für diese Situation simuliert.

3 Min. Lesezeit
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So entspannt sitzen die Babyboomer bald im wohlverdienten Ruhestand. Aber wie geht es für die jüngeren Generationen auf dem Arbeitsmarkt weiter? (Foto: Rawpixel / Shutterstock)

Die demografische Entwicklung ist ein Problem: Wenn die Babyboomer zwischen 2025 und 2035 in Rente gehen und damit aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, wird die Erwerbsbevölkerung deutlich schrumpfen – und zwar deutlich stärker als die immer älter werdende Gesamtbevölkerung. Auf der einen Seite müssen immer weniger Personen das Einkommen von immer mehr nicht-arbeitenden Menschen erwirtschaften. Auf der anderen Seite schrumpft der Faktor Arbeit auf der Angebotsseite der Wirtschaft – damit sinkt auch das Wachstumspotenzial. Die Folge: Die Wohlstandsentwicklung wird gedämpft.

3 mögliche Szenarien: Basis, Positiv und Negativ

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Das IW Köln hat in einer Studie gemeinsam mit Stepstone, New Work SE und Kienbaum Consultants diese Situation untersucht, drei Szenarien herausgearbeitet und Handlungsbedarf aufgezeigt. Die drei Szenarien sind die folgenden:

1. Das Basisszenario

Das Arbeitsvolumen sinkt, wie demografisch absehbar ist. Ab 2025 wird das Wirtschaftswachstum gebremst. Bis 2035 steigt dagegen der Kapitaleinsatz, also Produktionsfaktoren wie Maschinen und Werkzeuge. Es gibt weiterhin technischen Fortschritt, allerdings nur langsam. Dadurch, dass Fachkräfte fehlen, gibt es weniger Innovationen. Läuft alles einfach so weiter, steigt das reale Einkommen pro Kopf bis 2035 nur um durchschnittlich ein Prozent jährlich.

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2. Das Positivszenario

In diesem Szenario gelingt es, die Lücke auszugleichen, die die Babyboomer auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Es gibt mehr Fachkräfte, mehr Kapital und einen stärkeren technischen Fortschritt und mehr Innovationen als im ersten Szenario. Das steigert die Produktivität – das wiederum bedeutet, dass das reale Einkommen pro Kopf im Jahr durchschnittlich um 1,4 Prozent wächst. Der Lebensstandard liegt 2035 um rund 3.000 Euro höher als im Basisszenario.

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3. Das Negativszenario

Hier wird von einem schlechteren Innovationsklima und einer „investitionshemmenden Weichenstellung“ ausgegangen, was die Wirtschaft bremst. Die Wohlstandsverluste sind spürbar, das reale Einkommen pro Kopf ist bis zu 4.000 Euro geringer.

Was ist zu tun?

Das IW Köln sieht die Verantwortung vor allem in der Politik. Erst wenn die Regierung auf die Schrumpfung der Bevölkerung reagiert, könnten Unternehmen ihre Hausaufgaben machen, so IW-Direktor Michael Hüther. Es fehlen Erwerbstätige, das sei teilweise unnötig. Es gelte, Kitas, Schulen und andere Stätten zur Kinderbetreuung weiter auszubauen. Eltern könnten so Vollzeit statt Teilzeit arbeiten.

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Zuwanderer können Fachkräftelücken schließen. Laut Studie habe sich die Zuwanderung der 2010er-Jahre günstig auf die Altersstruktur der Erwerbstätigen in Deutschland ausgewirkt – diese Auswirkung werde sich verstärken, sobald stetig immer mehr Personen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Das allein würde aber bisher nicht ausreichen, um das Wegbrechen der Babyboomer auszugleichen, daher solle sich Deutschland bemühen, in den nächsten Jahren weiterhin in großem Umfang Zuwanderer zu gewinnen.

Um ältere Beschäftigte langfristig am Arbeitsmarkt halten zu können, müssen laut IW Köln zwangsweise konsequente Weiterbildungen über das gesamte Berufsleben und lebenslanges Lernen weiter ausgebaut werden. Aber auch die Erhöhung des Rentenalters beziehungsweise Arbeit über das Rentenalter hinaus wird als Maßnahme genannt, ebenso die Erhöhung der Wochenarbeitsstunden durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Zuletzt werden verbesserte Bedingungen für private Investitionen und eine bessere öffentliche Infrastruktur genannt sowie gute Chancen für den Marktzugang für Unternehmen, die Innovationen anbieten.

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Die gesamte Studie findest du hier beim Institut der deutschen Wirtschaft.

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Reiner Künzel
Reiner Künzel

Wird da die breite Bevölkerung für dumm verkauft? Fakt ist doch, dass man bei Erwerbstätigen zunächst unterscheiden muss, ob sie nützliche oder nur nutzlose Tätigkeiten bezüglich des Gemeinwohls erledigen. Exzessive Bürokratie und Verwaltungsoverkill in Großkonzernen werden als Jobmaschinen eingesetzt. Kasinokapitalismus an den Börsen ist wohl eher ein Nullsummenspiel. Geplanter Verschleiß zur Maximierung des Müllbergs beschäftigt die große Masse der Ingenieurs-Arbeitszeiten. Im Steuerwesen und im juristischen Bereich wird außer Millarden von Schlupflöchern nichts produziert, sondern die Rechtsunsicherheit verstärkt. Recht kann beliebig in lobbygewünschte Richtungen verbogen werden. David Graeber (Prof. an Uni Yale und London School of Business) hat als Soziologe und Anthropologe den Kapitalismus charakterisiert sinngemäß: „Je nutzloser eine Tätigkeit für die Gesellschaft, desto besser ist sie bezahlt.“. Zusammengefaßt ergibt sich ein Bild in Deutschland und der kapitalistischen Welt, das man treffend mit Ineffizienz-Maximierung beschreiben kann. Nutzlose Arbeitsplätze schaffen als Wirtschaftwunder. Personen, die dem zunehmenden Leistungsdruck bei produktiver Arbeit nicht gewachsen sind werden in immer mehr neu geschaffene nutzlose Arbeitsplätze umgeleitet. Da kommt zusätzliches Geld in Umlauf. Nutzlose Arbeit benötigt keine Nachfrage und ist konjunkturunabhängig. Damit politisch unbegrenzt erweiterbar und steuerbar. Da es egal ist ob man als Rentner oder als gut verdienender unproduktiv Beschäftigter ein nutzloses Dasein führt, trifft für letztgenannte Personen der bildliche Begriff SCHATTENRENTNER zu. Da diese Personengruppe eher 2 Billionen € als 1 Billion € pro Jahr der deutschen Gesellschaft kosten und diese hohen Gehälter überwiegend nicht reinvestiert, sondern für Prunk- und Protz-Konsum ausgegeben werden, muss das nutzlose Dasein und dessen exorbitante Bezahlung in Zukunft auf den Prüfstand gestellt werden. Die Altersrentner machen maximal 20% der Alimentierung für nutzloses Dasein in Deutschland aus. Verdient heute ein einfacher Mauerergehilfe vereinfacht gerechnet pro Stunde 10€ brutto, dann erhält er nach Abzügen etwa 7€ netto zuzüglich einem geldwerten Vorteil in Form von Urlaub, Krankengeld und Sozialversicherung sowie Werkzeugeinsatz von insgesamt weiteren 7€. Wenn sich diese Person auf die eigene Baustelle selber bestellt, dann stehen auf der Rechnung mindestens 35€ plus Mwst. also 42€. Also 1/3 Anteil produktiver Anteil und 2/3 unproduktiver Anteil. Zwei Drittel Verwaltungswasserkopf, um in der digitalen Welt eine einfache Arbeit zu organsieren, da passt was nicht. Bei über 5% Verwaltungskosten muss eine drastische Ineffzientsteuer erhoben werden auf den unproduktiven Anteil in der Rechnung. Da wären dann von den 66% unproduktiven Anteil nach Abzug von freigestellten 5 oder 6% realistisch notwendigen Verwaltungskosten noch 60% übrig, wovon die Hälfte, also 30% direkt in die Sozialkassen – insbesondere die Alters-Rentenkasse fließen sollten. Damit könnte man die Anzahl der Schattenrentner auf ein für die Gesellschaft erträgliches Maß reduzieren. Sozialabgaben für die Beschäftigten könnten damit komplett entfallen. Die Erwerbstätigen hätten durch die Besteuerung der bisher ständig zunehmenden alimentierten Ineffizienz eine Lohnerhöhung von netto 20% und für die Arbeitgeber wäre es um 20% günstiger produktive Arbeitsplätze zu besetzen. Teuere Bildung für Schattenrentner-Tätigkeiten sollten von der Gesellschaft nicht mehr finanziert werden. Umbau der Bildung in Richtung produktive, nützliche Tätigkeiten auf Facharbeiter- und Ingenieurs-Ebene ist mehr als angesagt in einer alternden Bevölkerung. Schlüsselrolle beim Umbau der Bildung spielt dabei das lebenslange Lernen und dazu ist besonders wichtig die Komponente „teach the teacher“. Die Ausbilder müssen ständig weitergebildet und umgeschult werden, um die Effizienz der Erwerbstätigkeit sicher zu stellen.

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