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Beratungsfirma prognostiziert deutsches Banken-Sterben

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Immer weniger Banken in Deutschland

Die Anzahl der heute noch 1.600 aktiven Banken in Deutschland wird sich nach Einschätzung der Berater zufolge deutlich reduzieren. Sie gehen davon aus, dass es in zehn bis 15 Jahren nur noch 150 bis 300 Banken mit nachhaltig erfolgreichen Geschäftsmodellen in Deutschland geben wird.

Banken müssten sich in zwei Dimensionen entscheiden: Wollen sie Bündler von Produkten und Services sein, also Orchestratoren, oder Zulieferer mehr oder weniger spezialisierter Komponenten? Und: Wollen sie lokal oder überregional tätig sein?

Je nach Geschwindigkeit der Veränderung werden die nachhaltigen Geschäftsmodelle unterschiedlich aussehen, glaubt man bei Oliver Wyman. In einem Evolutionsszenario mit geringer Veränderungsgeschwindigkeit könnten Banken auf ihren bestehenden Stärken aufbauen: Solche mit großer lokaler Verankerung könnten sich etwa zu Platzhirschen entwickeln, die sich stark mit den regionalen Ökosystemen verflechten, während Produktspezialisten als „Monoliner“ der bevorzugte Anbieter für einzelne Dienstleistungen werden könnten.

Steigt die Geschwindigkeit der Veränderungen, so müssen auch die Banken noch stärker reagieren, um ihre Relevanz für Kunden zu behalten: So könnten sie etwa Kunden als eine Art „Lotsen“ durch den „digitalen Dschungel“ führen oder als „unsichtbare Banken“ die Wertschöpfungsketten ihrer Kunden „fast unbemerkt unterstützen”, wie es heißt.

Andere Typen, die Oliver Wyman „Museumsbanken“ nennt, solche mit einem klassischen integrierten Bankmodell, oder Banken des Typs „Telefonzelle im 21. Jahrhundert“, würden ebenso aus dem Markt fallen wie „Zögerer und Zauderer“, die sich nicht für eine klare Ausrichtung entscheiden können.

Innovationsfähigkeit gefordert

Um erfolgreich zu sein, müssen Banken den Oliver-Wyman-Beratern zufolge zwei Schlüsselfähigkeiten weiterentwickeln: ihre kulturelle Flexibilität und ihre Fähigkeit zur Innovation. „Dazu gehört mehr Empathie in der Bank-Kunden-Beziehung, kontinuierliche Mitarbeiterentwicklung und eine nachhaltige Transformation der Mitarbeiterrollen“, sagt Alexander Peitsch von Oliver Wyman.

Daneben sei aber auch die Schaffung eines innovationsfreundlichen Klimas mit aktiver Orchestrierung eines Technologie-Portfolios, das auch Innovationen von Zulieferern integriert, wichtig. Gelinge den deutschen Banken das, könnten sie das „weiterhin bestehende starke Fundament“ nutzen, um nachhaltig erfolgreiche Geschäftsmodelle zu etablieren.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

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4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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„Dafür allerdings werden Banken sich neuen Möglichkeiten öffnen, über das traditionelle monolithische Bankgeschäft hinauswachsen und neue Wege in der Zusammenarbeit mit anderen Marktakteuren – alten wie neuen – wagen müssen“, sagt Peitsch.

Bereits während des Weltwirtschaftsforums in Davos hatte Oliver Wyman in der vergangenen Woche neue Erkenntnisse über die Bankenbranche publiziert, nämlich die nunmehr 21. Ausgabe seines „State of the Financial Services”-Reports. Darin heißt es unter anderem, man habe festgestellt, dass es der Bankenbranche heute, zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise, „vergleichsweise gut“ gehe.

Warnung vor Big-Tech-Unternehmen

Gewarnt wurde allerdings einmal mehr vor den sogenannten Big-Tech-Unternehmen wie Google, Amazon oder Alibaba, die „mit einer beachtlichen Bandbreite innovativer Technologien im Gepäck“ in die Welt der Finanzdienstleister vordringen würden. Ihnen sei es gelungen, bedeutend schneller neuen Kundennutzen zu schaffen als den Finanzdienstleistern. „Im vergangenen Jahrzehnt haben die Big Techs nicht nur ihren Gewinn enorm gesteigert und ihre Kundenakzeptanz ausgebaut. Es ist ihnen auch gelungen, die Spielregeln des Wettbewerbs zu verändern”, sagte Finja Carolin Kütz, die Deutschlandchefin von Oliver Wyman.

Produkte stünden nicht mehr im Vordergrund, sondern „aktive Lösungen“. Es gehe, sagte Kütz, weniger um den Vertrieb als um Konzepte zur Lösung zentraler Kundenprobleme bei kontinuierlicher Verbesserung der Kundenzufriedenheit. Entscheidend für Finanzdienstleister werde künftig sein, den Kunden besser zu verstehen und entsprechend seiner Bedürfnisse zu beraten. Bislang hätten sich die etablierten Finanzinstitute nur auf drei Kategorien des Finanzbedarfs konzentriert: Kreditvergabe und -aufnahme, Vermögenssicherung und Vermögensbildung.

Den Beratern von Oliver Wyman zufolge hätten Kunden heute jedoch ganz andere Bedürfnisse, auf die es sich zu fokussieren gelte: Geldtransfer, wie etwa Überweisungen und Zahlungen, Ausgaben-Management und Verbesserung des Einkommens.

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